NRW-Trend: Zufriedenheit mit Laschet auf Tiefststand

NRW-Trend: Zufriedenheit mit Laschet auf Tiefststand

Von Henrik Hübschen und Christian Wolf

Im aktuellen NRW-Trend ist nur noch jeder Vierte mit der Arbeit von Armin Laschet zufrieden. In der Sonntagsfrage stürzt die CDU ab, während die Grünen jetzt auf Augenhöhe sind.

Das Ansehen von Ministerpräsident Armin Laschet und seiner schwarz-gelben Landesregierung ist seit Ende Januar deutlich eingebrochen. Das ist das Ergebnis des aktuellen NRW-Trends. Im Auftrag von Westpol hat Infratest dimap den Trend vom 6. bis 8. April erhoben.

Zufriedenheitswerte eingebrochen

Demnach ist aktuell nur noch jeder vierte Wahlberechtigte (26 Prozent) mit der Arbeit von Laschet zufrieden. Das sind 34 Prozentpunkte weniger als im Januar. 69 Prozent (+31) sind unzufrieden. Das ist der schlechteste Wert für Laschet seit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten 2017. Mehrheitlich zufrieden mit seiner Arbeit sind nur noch die Anhänger der CDU (58 zu 41 Prozent).

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Bewertung der Landesregierung insgesamt. Nur noch 33 Prozent (-26) sind zufrieden mit der Arbeit der schwarz-gelben Regierungskoalition. Mit 64 Prozent sind fast zwei Drittel unzufrieden (+23). Das ist ebenfalls der schlechteste Wert für die Landesregierung in dieser Legislaturperiode. Während mit 67 Prozent die Zufriedenheit unter den CDU-Anhängern überwiegt, stellen nur 35 Prozent der FDP-Anhänger der Landesregierung ein gutes Zeugnis aus.

CDU stürzt in Sonntagsfrage ab

Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in NRW gewählt würde, drohten der CDU massive Verluste. Sie kommt nur noch auf 28 Prozent und damit 9 Prozentpunkte weniger als im Januar. Damit liegt die CDU nur noch knapp vor den Grünen, die sich mit 26 Prozent (+2) auf ein neues Allzeithoch im NRW-Trend verbessern. Die SPD kann kaum profitieren von der Schwäche der CDU und liegt mit 18 Prozent (+1) weiter klar hinter den Grünen und nur knapp über ihrem historischen Tiefstwert aus dem Januar.

Die FDP kann zwar auf 11 Prozent zulegen (+3), für das schwarz-gelbe Regierungsbündnis reicht es aber nicht mehr zur Mehrheit im Landtag. Die AfD legt erstmals seit Juni 2020 wieder zu und verbessert sich auf 8 Prozent (+2). Die Linke würde mit 3 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.

NRW-Trend im April: CDU nur noch knapp vor den Grünen

Grafik zum NRW-Trend vom 11.04.2021

Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in NRW gewählt würde, käme die CDU auf 28 Prozent. Die Grünen liegen mit 26 Prozent nur noch knapp dahinter - der beste bisher für sie gemessene Wert im NRW-Trend. Die SPD verbessert sich leicht auf 18 Prozent, die FDP deutlich auf 11 Prozent. Die AfD kommt auf 8 Prozent. Die Linke würde mit 3 Prozent den Einzug ins Parlament verpassen.

Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in NRW gewählt würde, käme die CDU auf 28 Prozent. Die Grünen liegen mit 26 Prozent nur noch knapp dahinter - der beste bisher für sie gemessene Wert im NRW-Trend. Die SPD verbessert sich leicht auf 18 Prozent, die FDP deutlich auf 11 Prozent. Die AfD kommt auf 8 Prozent. Die Linke würde mit 3 Prozent den Einzug ins Parlament verpassen.

Der Vergleich zu den NRW-Trends im September 2020 und Januar 2021 zeigt, wie groß der Einbruch der CDU ist. Die Grünen sind nun auf Augenhöhe mit der CDU und vergrößern ihren Abstand zur SPD. FDP und AfD verbuchen einen positiven Trend für sich.

Die Zufriedenheit der Wahlberechtigten in NRW mit der Landesregierung ist um 26 Prozentpunkte auf nur noch 33 Prozent gesunken. Fast zwei Drittel sind eher unzufrieden. Während unter den Anhängern der CDU die Zufriedenheit überwiegt, sind 63 Prozent der FDP-Anhänger eher unzufrieden mit der Landesregierung.

Mit der Arbeit von Ministerpräsident Armin Laschet sind nur noch 26 Prozent zufrieden - 34 Prozentpunkte weniger als im Januar 2021. Unzufrieden sind mehr als zwei Drittel.

Im Vergleich der NRW-Trends der letzten Jahre ist die aktuelle Zufriedenheit mit Armin Laschet auf einem Tiefststand. Auch im Mai 2016, als Laschet noch Oppositionsführer war, lag der Wert höher.

Unter den NRW-Wahlberechtigten halten nur noch 24 Prozent Armin Laschet für einen guten Kanzlerkandidaten der Union. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Januar 2021 fast halbiert. CSU-Chef Markus Söder kommt auf 49 Prozent Zustimmung.

Auch unter den CDU-Anhängern in NRW liegt Markus Söder mit 68 Prozent deutlich vor Armin Laschet mit 43 Prozent.

Eine Mehrheit von 56 Prozent spricht sich bei einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen für ein deutschlandweit einheitliches Vorgehen aus. 40 Prozent sind dafür, regional unterschiedlich zu handeln. Unter den Anhängern der CDU gibt es eine Mehrheit für das bundesweite Vorgehen, unter den FDP-Anhängern für das regionale Handeln.

Das Einkaufen mit negativem Corona-Test in Kreisen mit vielen Infektionen halten 57 Prozent für eher richtig, 40 Prozent für eher falsch. Die Zustimmung dazu ist unter den FDP-Anhängern größer bei den CDU-Anhängern.

Söder bei Kanzlerkandidatur immer deutlicher vor Laschet

Bei der Frage, wer ein guter Kanzlerkandidat für die Union wäre, fällt CDU-Chef Laschet in seinem Heimatland NRW weiter hinter den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder zurück. Trotz Verlusten (-7) hält knapp jeder Zweite (49 Prozent) den CSU-Vorsitzenden für einen guten Kanzlerkandidaten, unverändert 37 Prozent finden das nicht. Laschet bewerten nur noch 24 Prozent als guten Kandidaten. Seit Januar hat sich der Rückhalt für ihn nahezu halbiert (-23). 66 Prozent sehen in Laschet keinen guten Kandidaten.

Bemerkenswert: Auch bei den CDU-Anhängern in NRW schneidet Söder mit 68 zu 20 Prozent klar besser ab als Laschet, dessen Qualitäten als Kanzlerkandidat mit 43 zu 49 Prozent selbst in den eigenen Reihen überwiegend kritisch bewerten werden.

Zustimmung für Einkaufen mit negativem Corona-Test

Aktuell ringen Bund und Länder um das weitere Vorgehen in der Corona-Politik. Auch im NRW-Trend ergibt sich ein gemischtes Bild: Mit 56 Prozent der Befragten spricht sich zwar eine knappe Mehrheit bei Verschärfungen von Alltagsauflagen für bundeseinheitliche Regelungen aus, unabhängig von den Inzidenzwerten vor Ort. Mit 40 Prozent plädiert allerdings auch eine große Gruppe dafür, dass Verschärfungen eher regional unter Berücksichtigung des örtlichen Infektionsgeschehens erfolgen sollten.

Dass die Landesregierung auch in Kreisen mit hohen Infektionszahlen das Shopping mit Terminen und negativem Corona-Test erlaubt, finden 57 Prozent richtig und 40 Prozent lehnen das ab.

Stand: 11.04.2021, 10:00

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