Eine ältere Dame gibt ihre Stimme im Wahllokal ab

Landtagswahl: Die Wählergruppe der Ü-60-Jährigen ist so groß wie nie

Stand: 29.04.2022, 21:11 Uhr

Noch nie gab es vor einer Landtagswahl in NRW so viele Wahlberechtigte, die 60 Jahre und älter sind. Das zeigen Daten der Statistikbehörde IT.NRW. Der Anteil junger Wahlberechtigter ist dagegen gesunken.

Von Samuel Acker und Till Hafermann (Grafik)

Für wen wird in Deutschland Politik gemacht - eher ältere oder eher jüngere Menschen? Über diese Frage wird immer wieder gestritten, für Nordrhein-Westfalen zeigen Statistiken deutlich: Rein von den Zahlen her lohnt es sich für Parteien offenbar eher, ältere Wahlberechtigte in den Blick zu nehmen.

Denn: Noch nie gab es vor einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen so viele Wahlberechtigte im Alter von 60 Jahren und mehr. Das zeigen Daten, die die Statistikbehörde IT.NRW auf Anfrage des WDR bereitgestellt hat.

Wahlberechtigte 60-Plus: Von einem Viertel zum Drittel

Ausreichend valide Daten, so sagt es das Statistikamt, sind zu Altersgruppen von Wahlberechtigten in NRW erst ab dem Jahr 1978 vorhanden. Damals machte die Altersgruppe 60-Plus bei den potentiellen Wählern rund ein Viertel aus. Im Jahr 2020, in dem die Zahlen zuletzt erfasst wurden, hingegen sind es knapp 37 Prozent – also mehr als ein Drittel.

Der Anteil Wahlberechtigter zwischen 18 und 35 Jahren ist dagegen gesunken. Lag er 1978 noch bei fast einem Drittel, so ist er aktuell weniger als ein Viertel.

Keine Daten von 1947 bis 1978

Die erste Landtagswahl fand in NRW im Jahr 1947 statt. Für den Zeitraum bis 1978 liegen zwar keine statistisch aussagekräftigen Daten zur Altersstruktur der Wahlberechtigten vor, angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland ist aber davon auszugehen, dass der Anteil der Über-60-Jährigen unter dem ersten Wert von 1978 lag.

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