Gebauer schließt Schulschließungen nach 31. Januar nicht aus

Auf einer Tafel steht "Schule entfällt wegen Corona-Virus"

Gebauer schließt Schulschließungen nach 31. Januar nicht aus

Von Martin Teigeler

Der Schulausschuss des Landtags hat erneut über Bildungskonzepte in Corona-Zeiten debattiert. Nachdem Schulministerin Gebauer (FDP) lange auf Präsenzunterricht beharrt hatte, schließt sie nun Schulschließungen auch nach dem 31. Januar nicht aus.

In NRW sind zentrale Fragen zum Schulunterricht in der Corona-Pandemie nach wie vor offen. Sie schließe "nichts aus", sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in einer Sitzung des Landtags-Schulausschusses in Düsseldorf. Schulschließungen kann es also auch im Februar geben.

Schulen seien keine "Hotspots" und keine "Virenschleudern", sagte Gebauer. SPD und Grüne verwiesen hingegen auf Aussagen von Wissenschaftlern, wonach das Virus eben auch durch Kinder in die Familien getragen werde. Die Landesschülervertretung kritisierte ein "Versagen der Politik" und forderte erneut Distanzunterricht.

NRW-Schulministerin Gebauer spricht bei einer Pressekonferenz.

NRW-Schulministerin Gebauer (FDP)

Dass die Schulen in NRW seit diesem Montag in Distanz unterrichten, sei ein Beitrag zur allgemeinen Kontaktreduzierung in einer "nochmals zugespitzten Infektionslage", so die Ministerin. Erneut verteidigte Gebauer ihr vielkritisiertes Festhalten am Präsenzunterricht in den letzten Monaten des Jahres 2020.

Debatte über Probleme bei Lernplattform

Nach Beschwerden von Schülern in sozialen Medien über bundesweite Probleme mit der interaktiven Lernplattform "Moodle" sagte Gebauer: Derzeit gebe es keine Rückmeldungen über Probleme bei der in NRW eingesetzten Plattform "Logineo". "Wir beobachten das sehr genau und überwachen das System." Die SPD rügte "Ausfälle an manchen Schulen im Internet".

Nach der Sitzung des Ausschusses sagte Gebauer dem WDR, sie habe von Problemen bei Lernplattformen gehört. Darum werbe sie für die in NRW gut laufende Plattform "Logineo". Denn landesweit sind nur rund 40 Prozent der Schulen an "Logineo" angeschlossen. Andere Schulen arbeiten mit alternativen digitalen Plattformen, die teils auch auf "Moodle"-Software basieren. Und hier gibt es offenbar Probleme.

Wie geht es weiter mit Prüfungen und Versetzungen?

Die Ministerin sagte, dass die Regelungen für Versetzungsmodalitäten und die Verschiebung von Prüfungen noch offen sind. Am 24. Januar will sie mit Vertretern von Eltern und Lehrern über die weiteren Pläne des Landes reden. Gebauer hält sich alle Optionen offen.

Viele kritische Nachfragen der Opposition

Die Oppositionsfraktionen löcherten Gebauer mit Fragen zum Schulbetrieb. Gebauer vermittelte dabei mehrfach den Eindruck, dass die Landesregierung derzeit eher von Tag zu Tag improvisiert. Eine eigene Videokonferenz-Plattform für Schulen ist beispielsweise immer noch nicht eingeführt worden.

SPD-Fraktionsvize Jochen Ott fragte, was künftig mit den Schulkantinen passiert. Die Ministerin antwortete, geplant seien "Lunch-Pakete" für Schüler.

Die Grünen forderten vom Land erneut ein Gesamtkonzept für Schulunterricht in Pandemiezeiten. Auch Ott kritisierte, die Landesregierung habe es versäumt, einen dgitalen Distanzunterricht vorzubereiten. Er befürchte, dass die nächsten Wochen "sehr ruckelig" werden. Die Grünen-Bildungsexpertin Sigrid Beer sprach von einem "Kurzschuljahr" in NRW. Helmut Seifen (AfD) nannte Schulschließungen "unverantwortlich".

Stand: 11.01.2021, 16:26