Jecken feiern den 11.11.21 am Kölner Heumarkt.

Karnevalisten in NRW hoffen auf normale Session

Stand: 10.11.2022, 07:36 Uhr

Zum Start der neuen Karnevalssession am Freitag werden Zehntausende Narren in den Innenstädten NRWs erwartet. Vereine und Gesellschaften planen weitgehend ohne Corona-Auflagen.

Von Peter Hild

"Wir können es kaum erwarten und sind schon richtig heiß!" So beschreibt Lothar Schwarze vom Bund Ruhr-Karneval die Stimmung bei vielen Karnevalsvereinen und -gesellschaften in diesen Tagen. Zum Sessionsauftakt am Freitag und den Tagen darauf sind in vielen NRW-Städten wieder Feiern sowie große Galas und Sitzungen geplant, nach zwei Jahren mit vielen coronabedingten Absagen.

Bei aller Vorfreude ist bei vielen aber auch spürbar, dass sich die jahrelang gewohnten Abläufe erst wieder einspielen müssen. "Wir müssen erstmal wieder richtig lernen, Karneval feiern zu können, und auch wieder zu lachen. Das fällt dem einen oder anderen noch ein bisschen schwer“, erzählt Thorsten Neumann vom Karnevalsverband in Mönchengladbach.

Hoffen auf normale Session und keine Auflagen

Auch wenn einzelne Vereine bereits erneut Veranstaltungen abgesagt haben: Die meisten Karnevalsgesellschaften in NRW planen derzeit eine normale Session. Da es bisher keine besonderen Corona-Auflagen der Politik gibt, wollen die meisten auch wieder ohne Einschränkungen feiern. Die meisten Veranstalter appellieren an die Eigenverantwortung der Jecken wie zum Beispiel sich freiwillig vor einem Event zu testen.

Einige Karnevalisten sind sich aber noch unsicher, ob die Menschen den Karneval wieder so annehmen werden wie vor Corona. "Gerade Ältere sind noch zurückhaltend, wir haben schon Sorge, ob sich jeder demnächst eine große Karnevalssitzung noch leisten kann und will", berichtet Frank Schiffers vom Festausschuss in Viersen. Mancherorts läuft der Kartenvorverkauf für die großen Parties schleppend, offenbar wollen viele noch abwarten und sich erst kurzfristig entscheiden, ob sie mitfeiern wollen.

Inflation auch in Karneval spürbar

Die allgemeinen Preissteigerungen der vergangenen Monate gehen auch am Karneval nicht vorbei. Essen, Getränke, Saalmieten werden teurer, das wird zum Teil auf die Kartenpreise umgelegt. "Finanziell wird auch das jetzt keine normale Session", sagt Michael Kramp vom Festkomitee Kölner Karneval.

Ein Bild aus besseren Tagen: Karnevalssitzung in Köln.

In Köln will man anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Karnevals in dieser Session natürlich Besonderes bieten, muss aber gleichzeitig aufs Geld achten. "Wir versuchen für vieles dann kreative Lösungen zu finden, die weniger oder nichts kosten", betont Kramp. Die für kommenden Sommer geplante Jubiläumsaustellung hat das Komitee aus finanziellen Gründen sogar bereits verschoben.

Karneval als wichtige Ablenkung

Trotz aller Umstände ist es für viele Vereine überlebenswichtig, dass nach zwei Jahren die Session wieder halbwegs normal läuft - nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern um auch engagierte Mitglieder nicht zu verlieren und das Winterbrauchtum bei den Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Bei vielen Karnevalisten spüre er deshalb ein "Jetzt erst recht"-Gefühl, erzählt Helge Nieswandt, Präsident des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval. Viele Vereine wollen die Menschen wieder motivieren und für ein paar Stunden eine willkommene Abwechslung zum Alltag bieten.

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