Devojka u školskom dvorištu uplašeno gleda u Smartphone, iza nje se dve devojke smeju

Cybermobbing: 17 Prozent der Jugendlichen betroffen

Stand: 12.10.2022, 17:01 Uhr

Immer mehr Kinder und Jugendliche erleben Mobbing im Netz. Es geht um Beleidigung, Ausgrenzung, das Streuen von Lügen und Gerüchten. Besonders seit der Corona-Pandemie hat sich das Problem verstärkt, so eine aktuelle Studie.

Cybermobbing betrifft mehr Jugendliche - das ist eine der Kernaussagen der Studie vom Bündnis gegen Cybermobbing. Die Experten befragen regelmäßig Schüler, Eltern und Lehrkräfte und haben festgestellt: Derzeit sind rund 17 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 21 Jahren von Cybermobbing betroffen. Dabei beginnt das Mobbing oft im Schulalltag und verlagert sich dann ins Digitale.

Beleidigen und Ausgrenzen

"Die Ergebnisse zeigen, dass Cybermobbing sich zu einem dauerhaften Problem an Schulen und im privaten Umfeld der Kinder und Jugendlichen entwickelt hat“, sagte Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing. Die Folgen würden unterschätzt, die Täterinnen und Täter müssten mit keinen Konsequenzen rechnen.

Dabei kann Mobbing in unterschiedlichsten Formen auftreten. "In den meisten Fällen geht es um Beleidigungen - etwa in Chat-Gruppen oder auf anderen Socialmediaplattformen. Es gibt aber auch noch andere Formen", sagt der Vorstandsvorsitzende des Bündnisses, Uwe Leest gegenüber dem WDR.


Das Thema Ausgrenzung habe sich stärker entwickelt. "Wenn man in irgendeinen Chat, in irgendeine Gruppe will, dann sagt man 'ne, du nicht'". Es gehe aber auch um das Verbreiten von Lügen und Gerüchten. Auch würden private Fotos veröffentlicht. "Und so was setzt natürlich die Betroffenen massiv unter Druck."

Private Bilder in der Stadt verteilt

"Fast jeder Schüler hat einen Instagram-Account und wenn da Bilder hochgeladen werden, kommen oft Hatekommentare und Beleidigungen", erzählt Karina Rudolf von der Landesschüler*innenvertretung. Es sei auch schon passiert, dass ohne die Zustimmung der abgebildeten Person Bilder veröffentlicht worden seien. Einmal sogar in Form von Stickern, die dann in der ganzen Stadt verteilt worden sein.

Die Folgen: Trauer, Wut und Suizidgedanken

Was das Cybermobbing auslösen kann, hat die Studie auch erfasst. Neben Traurigkeit und Wut hätten Opfer auch angegeben, Suizidgedanken zu haben oder dass sie zu Drogen gegriffen hätten. Oft passiere es aber auch, dass Betroffene gar nichts dagegen machen, so Karina Rudolf weiter. Warum? "Weil die Angst besteht, wenn man diese Mobber verpetzt, dass das dann alles schlimmer werden kann."

Corona-Pandemie hat das Problem verschärft

Die Corona-Pandemie hat das Problem zusätzlich verschärft. Das gaben rund sieben von zehn Schülerinnen und Schülern (65 Prozent) in der Studie an. Ähnlich sehen es die Eltern sowie die Lehrerinnen und Lehrer mit jeweils 46 Prozent.

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), erklärte, durch Homeschooling und Kontaktbeschränkungen in der Pandemie hätten Kinder und Jugendliche noch mehr Zeit im Netz verbracht. "Somit werden auch Konflikte häufiger über das Internet ausgetragen.“ Cybermobbing belaste die Psyche und könne gravierende gesundheitliche Folgen haben.

Prävention: Medienerziehung als Schulfach?

Um Cybermobbing entgegenzutreten, forderte das Bündnis, Präventionsarbeit gegen diese Form der Gewalt zu verstärken. Kinder müssten den "sozialen Umgang im Internet“ lernen. Deswegen fordern die Verantwortlichen unter anderem, dass Medienerziehung zum Schulfach werden soll. Wünschenswert wären außerdem flächendeckende Mobbingberatungsstellen sowie anonyme Hotlines, an die sich Hilfesuchende wenden können. Und Karina Rudolf fordert mehr Schulsozialarbeiter.


Für die Studie wurden von Mai bis Juli 355 Lehrerinnen und Lehrer, 1.053 Eltern und 3.011 Schülerinnen und Schüler bundesweit online befragt.

Über dieses Thema berichten wir am 12.10.2022 im Fernsehen in der Aktuellen Stunde um 18:45 Uhr.

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