15. Dezember 1966 – Todestag von Walt Disney

Walt Disney, 1954

15. Dezember 1966 – Todestag von Walt Disney

Walt Disney ist am Boden zerstört. Dank Oswald, dem Hasen, hat der Trickfilmzeichner mit seiner kleinen Firma in Los Angeles erste Erfolge gefeiert. Doch dann verliert er die Rechte an seiner eigenen Erfindung durch einen Anfängerfehler. "Ich saß im Zug nach New York – und sagte mir: 'Bis ich nach Hollywood zurückkomme, muss ich etwas haben'“, wird sich Disney später erinnern. "Ich kann Ihnen nicht sagen, dass ich Oswald verloren habe."

Wenn die Legende stimmt, dann hat Disney plötzlich eine Maus im Hinterkopf. Es ist die Geburtsstunde der zweitgrößten Figur des Disney-Imperiums, Micky Maus, die nach dem Pechvogel Donald Duck zum wichtigsten Sympathieträger avanciert. "Denn eine Maus ist irgendwie ein sympathischer Charakter. Und das, obwohl alle Angst vor Mäusen haben – inklusive mir selbst!"

Die Stimme von Micky Maus

Geboren wird Disney 1901 in Chicago. Er wird in einfachen Verhältnissen auf einer Farm in Missouri groß. Später ziehen die Eltern mit ihren fünf Kindern nach Kansas City und Chicago, wo Disney Zeitungen austragen muss, um die Familie zu ernähren. Im Ersten Weltkrieg geht er mit 17 Jahren als Ambulanzfahrer für das Rote Kreuz nach Frankreich, nach seiner Rückkehr 1919 verdingt er sich als Werbezeichner. Dort lernt er auch den Zeichenkünstler Ub Iwerks kennen, mit dem er später Micky Maus entwirft.

Gemeinsam mit Iwerks und seinem Bruder Roy übersiedelt Disney 1922 als Trickfilmproduzent nach Los Angeles. 1928 in Micky Maus zum ersten Mal im Kurzfilm "Steamboat Willie" zu sehen – und mit der Stimme Disney auch zu hören, damals eine Sensation. Überhaupt hat der Unternehmer die Vision, nicht nur gute Filme zu machen, weshalb er für seine Mitarbeiter später eine Zeichenschule gründet, sondern die Branche grundlegend zu verändern. Und das Alltagsleben der Menschen, was vor allem mit den Disney-Freizeitparks schließlich auch passiert.

Film, Fernsehen, Freizeitpark

Die Umsetzung seiner Ideen überlässt Disney bald Iwerks, der als schnellster Comiczeichner aller Zeiten gilt. 1935 kommt für den abendfüllenden Trickfilm "Schneewittchen und die sieben Zwerge" unter anderem noch Carl Barks dazu, der Donald zu einer Kultfigur macht und das Universum um Entenhausener Figuren wie Dagobert Duck, Tick, Trick und Track, Daniel Düsentrieb oder die Panzerknacker bereichert. Disney selbst bringt sein Gespür für den Geschmack der Massen ein, was zu Kassenschlagern wie "Pinocchio" (1940), "Dumbo" (1941) und "Bambi" (1942) führt. Nur beim Flop "Fantasia" mit seiner klassischen Musikuntermalung liegt er 1940 falsch – viele schätzen es dennoch als Meisterwerk.

Ansonsten sind die 40er Jahre schwierig. Im Kampf mit den Gewerkschaften zerbricht die familiäre Atmosphäre im Konzern, Disney rettet sein Unternehmen mit eiserner Disziplin und Propagandafilmen, in denen unter anderem Donald Duck in Hitlers Waffenfabrik in den Wahnsinn getrieben wird. Danach erobert er sich mit "Die Schatzinsel" (1950), "Die Wüste lebt" (1953)  oder den mit fünf Oscars ausgezeichneten Fantasy-Musical "Mary Poppins" (1964) den Spiel- und Dokumentarfilm. Und mit einer eigenen TV-Show ab Mitte der 1950er Jahre auch das Fernsehen. 1955 eröffnet Disney in Anaheim sein Opus Magnum: den Freizeitpark Disneyland. Er stirbt am 15. Dezember 1966 in Burbank, Kalifornien.

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Stand: 15.12.2016, 00:00