6. Juli 1785 - Der Dollar wird Währung der Vereinigten Staaten

Ein Silberdollar aus dem 18. Jahrhundert

6. Juli 1785 - Der Dollar wird Währung der Vereinigten Staaten

"Die Vereinigte Staaten sind dazu bestimmt, die potenteste Industrie- und Welthandelsnation der Erde zu werden", gibt sich erste US-Finanzminister Alexander Hamilton selbstbewusst. Dabei liegt der junge Staat wenige Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung von 1776 wirtschaftlich am Boden: keine Industrie, keine eigene Währung, dafür einen Haufen Schulden in Europa - von dem man sich eigentlich abkoppeln will.

Um aus der Misere herauszukommen, braucht es einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dazu wäre in den Augen von Hamilton eine einheitliche Währung und damit eine messbare Erfolgsgröße hilfreich. Zwar sind die spanischen "Dolares" in Silber und Gold weit verbreitet, aber mit einem unterschiedlichen Edelmetallgehalt in jedem Bundesstaat.

Vom Agrarland zur Industrienation

Diesem Münzen-Durcheinander setzen die Kongress-Abgeordneten am 6. Juli 1785 ein Ende und legen fest: "Die Währung der Vereinigten Staaten von Amerika ist ein Dollar. Sein Silbergehalt beträgt 375,64 Gran. Es gilt das Dezimalsystem. Die kleinste Einheit ist ein halber Cent."

Damit hat Hamilton den gewünschten Finanzrahmen für den angestrebten Aufschwung, den der Wandel vom Agrarland zur Industrienation bringen soll. Der Finanzminister verspricht den Farmern, dass die in wachsenden Städten lebenden, hungrigen Industriearbeiter verlässliche Abnehmer von Milch, Getreide und Fleisch sein werden.

Unternehmern und Arbeitern macht Hamilton klar, dass sie nur mit modernen Fabriken zu Wohlstand kommen werden. Die Idee zündet, Fabriken entstehen und exportieren ihre Produkte in alle Welt.

Dollar wird zum Geld der USA gewählt (am 06.07.1785)

WDR 2 Stichtag 06.07.2020 04:16 Min. Verfügbar bis 04.07.2030 WDR 2

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Der "Greenback" wird gedruckt

Was fehlt, ist eine zentrale Instanz, die die Geldpolitik koordiniert. Stattdessen drucken zahlreiche Institute lange Zeit noch eigene Banknoten. Als ab 1861 der Norden und Süden gegeneinander in den Krieg ziehen, brauchen beide Seiten viel Geld und werfen die Notenpressen an.

Doch während im Süden die Inflation galoppiert, schafft es Präsident Abraham Lincoln mitten im Krieg, seine Banknoten als einzig gültiges Zahlungsmittel einzuführen. Die Vorderseite des neuen Dollars schmückt ein Porträt des amtierenden Finanzministers Salman Chase.

Die Rückseite ist technisch bedingt schlicht grün, was dem Dollar den Spitznamen "Greenback" einbringt. Der Papier-Dollar signalisiert zugleich: eine Nation – ein Geldschein. Alle anderen geschätzten 7.000 verschiedenen Geld-Noten von hunderten Banken sind damit abgelöst. Die neue amerikanische Währung avanciert bald auch außerhalb der Vereinigten Staaten zu einem der begehrtesten Zahlungsmittel.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 6. Juli 2020 ebenfalls an die Einführung des US-Dollars. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 06.07.2020, 00:00