24. März 2016 – Todestag des Sängers Roger Cicero

Roger Cicero

24. März 2016 – Todestag des Sängers Roger Cicero

Die Liebe zum Jazz erbt Roger Cicero von seinem Vater, dem berühmten Jazzpianisten Eugen Cicero. Dass seine Mutter Tänzerin ist, trägt zum Rhythmusgefühl sicher auch entscheidend bei. Ansonsten ist der Big-Band-Swing Frank Sinatras sein Vorbild. "Für mich ist Jazz, wenn es swingt", sagt er einmal. "Ich fange sofort an, mich zu bewegen, mein Fuß fängt an zu wippen."

Mit Hits wie "Zieh die Schuhe aus" oder "Frauen regier’n die Welt" wird Cicero zu einem der wenigen deutschen Jazz-Sänger. Auch wenn er beim European Song Contest (ESC) durchfällt, macht er eine ebenso große wie kurze Karriere.

Roger Cicero, Musiker (Todest. 24.03.2016)

WDR 2 Stichtag 24.03.2021 04:16 Min. Verfügbar bis 22.03.2031 WDR 2


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Platz Drei der deutschen Charts

Geboren wird Cicero 1970 in Berlin. Er wird mit Musik groß, bereits mit elf Jahren steht er im Vorprogramm der Chansonsängerin Helen Vita auf der Bühne, fünf Jahre später gibt er sein TV-Debüt mit dem Rias-Tanzorchester. Zwischen 1989 bis 1992 hat er mehrere Auftritte unter anderem mit dem Trio seines Vaters und dem Bundesjugendjazzorchester unter Peter Herbolzheimer.

Ab 1991 studiert Cicero Jazzgesang in Hilversum. Sofort nach seinem Examen beginnt er, als Musiker zu arbeiten. 2003 nimmt er am Montreux Jazz Festival teil. Im selben Jahr gründet er das Roger-Cicero-Quartett, 2006 erscheint mit "Männersachen" sein erstes Soloalbum, das sich bereits stark am Swing orientiert. Es erreicht Platz Drei der deutschen Charts und macht Cicero mit einem Schlag auch einem größeren Publikum bekannt 

Stimmen-Mafia aus dem Osten?

2007 vertritt Cicero Deutschland mit dem Song "Frauen regier‘n die Welt" beim ESC in Helsinki – Swing ist hier ein absolutes Novum. Obwohl er dabei nur den 19. Platz erreicht und aus feministischen Kreisen kritisiert wird, bedeutet der Auftritt seinen endgültigen Durchbruch. Cicero schafft es auf die Titelseite der "Bild"-Zeitung, die eine "Stimmen-Mafia aus dem Osten" hinter dem ESC-Debakel vermutet, seine Konzerte sind restlos ausverkauft. Zudem erhält er die Auszeichnung "Echo 2007".

2007 veröffentlicht Cicero sein zweites Album "Beziehungsweise", auf das in kurzer Folge "Artgerecht" (2009) und "In diesem Moment" (2010) folgen. 2008 gibt er in "Hilde" an der Seite von Heike Makatsch sein Filmdebüt. Die Geburt seines Sohnes ist ein positiver Einschnitt in seinem Leben, die Trennung von der Mutter des Kindes, die ihn schwer belastet, ein negativer.

Die harte Arbeit und die vielen Auftritte fordern indes ihren Tribut. Cicero ist chronisch erschöpft, 2014 und 2015 müssen Tourneen abgesagt werden. Zum 100. Geburtstag von Frank Sinatra hat er in Hamburg aber noch einen großen Auftritt mit Paul Anka. Roger Cicero stirbt am 24. März 2016 an den Folgen eines Schlaganfalls.

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Stand: 24.03.2021, 00:00