7. Mai 1941 - Glenn Miller nimmt "Chattanooga Choo Choo" auf

Glenn Miller

7. Mai 1941 - Glenn Miller nimmt "Chattanooga Choo Choo" auf

Er holte sich eine der ersten Goldenen Schallplatten der Musikgeschichte: Glenn Miller mit seiner Aufnahme des "Chattanooga Choo Choo" vom 7. Mai 1941. Nach noch nicht einmal einem Jahr hatte sich die Single mehr als 1,2 Millionen Mal verkauft. Deshalb dachte sich Millers Plattenfirma RCA-Victor etwas Besonders aus: Sie presste Glenn Miller ein Exemplar in Gold.

Millers Geniestreich der zusätzlichen Klarinette

Angeblich ist das Swing-Stück "Chattanooga Choo Choo" tatsächlich während einer Zugfahrt entstanden. Texter Mack Gordon und Komponist Harry Warren sollen mit der Dampflok unterwegs gewesen sein, von New York City nach Chattanooga am Tennessee River, damals ein wichtiger Knotenpunkt der Eisenbahn. Der Jazzmusiker und Bandleader Glenn Miller hat das Stück ursprünglich für den 1941 gedrehten Revuefilm "Sun Valley Serenade - Adoptiertes Glück" aufgenommen.

Glenn Miller, geboren 1904 in Iowa, schuf mit seinem Orchester in den 1940er-Jahren einen charakteristischen Sound, den das Publikum liebte. "Seine Idee, den traditionellen fünfstimmigen Saxophonsatz um das Baritoninstrument zu verringern und dafür mit einer die Melodie im Oktavenabstand führenden hohen Klarinette zu ergänzen, gehört zu den Geniestreichen aus der Kategorie 'Ei des Kolumbus'", schreibt der Musikjournalist Wolfgang Sandner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit dem zuvor nie gehörten Instrumententausch entstand ein heller, weicher Klang, der die Melodie besonders stark betont. "Das Resultat war eine ungemein intensive, man könnte auch sagen: fast schon stechschrittartige Präzision, angereichert freilich mit der charakteristischen Ingredienz eines vibrierenden Swing-Rhythmus", so Sandner. Stücke wie "Moonlight-Serenade", "In the Mood" und "Tuxedo Junction" machten den Glenn-Miller-Stil auch über die Kriegszeit hinaus weltweit bekannt.

Verschwunden über dem Ärmelkanal

Im Jahr 1942 gab Glenn Miller sein enormes Jahresgehalt von 150.000 Dollar auf, löste seine Band auf und ging als Gegner Hitlers freiwillig zur Armee. Mit dieser Entscheidung wurde er endgültig berühmt. Mit seinem "Army Air Force Orchestra" wurde er 1944 in London stationiert. "Gleich nach der Post von daheim, hat Ihre Organisation, Major Miller, den größten moralischen Aufrüstungseffekt", schrieb ihm der Kommandierende General James H. Doolittle ins militärische Stammbuch.

Am 15. Dezember 1944 bestieg Glenn Miller im britischen Abbots Ripton ein einmotoriges Militärflugzeug vom Typ Norseman D-64, um nach Frankreich zu fliegen. Unter bis heute nicht geklärten Umständen verschwand die Maschine kurz nach dem Start spurlos. Doch auch ohne seinen Leiter existiert das "Glenn Miller Orchestra" bis heute und spielt die originalen Arrangements aus Millers Zeit nach.

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Stand: 07.05.2016, 00:00