18. Juni 1942 - Geburtstag von Paul McCartney

Paul McCartney

18. Juni 1942 - Geburtstag von Paul McCartney

"Menschen staunen manchmal über ihr eigenes Leben – und ich habe so einiges zum Staunen. Es ist schon merkwürdig, Paul McCartney zu sein", sagt McCartney, einer der erfolgreichsten Songwriter in der Geschichte der Popmusik. 'Hey Jude' hat er geschrieben, 'Let it be' und 'Yesterday' – den am meisten gespielten Popsong aller Zeiten.

Schicksalhafte Begegnung mit John Lennon

Geboren wird Paul McCartney am 18. Juni 1942 in Liverpool. Einer der wichtigsten Tage in seinem Leben ist der 6. Juli 1957. Auf einem Kirchenfest im Liverpooler Vorort Woolton trifft er den Mann, mit dem er eine einzigartige Komponistenpartnerschaft eingehen wird: John Lennon.

Paul McCartney, Musiker (Geburtstag 18.06.1942)

WDR 2 Stichtag 18.06.2017 04:15 Min. Verfügbar bis 16.06.2027 WDR 2


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1960 treten die beiden Musiker in Hamburg erstmals unter dem Namen die Beatles auf. McCartney spielt als Linkshänder ab 1961 den spiegelverkehrten E-Bass und singt und schreibt gemeinsam mit John Lennon die meisten Songs. "Die Beatles waren einfach eine sehr gute kleine Rockband. Vier Typen. Aber wenn wir zusammen gespielt haben, hat irgendetwas 'Klick' gemacht", erinnert sich Paul McCartney.

Die britische Beatband ist mit ihrem neuen Musikstil so beliebt und erfolgreich, dass ihre Singles die Hitparaden in fast allen Ländern der Erde anführen.

McCartney komponiert erfolgreichsten Song der Popgeschichte

Teils allein, teils gemeinsam mit John Lennon schreibt er einen Hit nach dem anderen – und schätzt sie bis heute. "Ich mag 'Here, There and Everywhere' als Lied. Bei Auftritten gefällt mir 'Hey Jude', weil das Publikum mit einstimmt. Ich mag 'Live and let die'. Aber andererseits: Ich mag 'Blackbird', ich mag 'Lady Madonna', ich mag 'Eleanor Rigby'. Ich mag viele meiner Kinder."

Auch 'Yesterday', den erfolgreichsten Popsong überhaupt, hat McCartney komponiert. Mit der Melodie, so erzählt er einmal in einem Interview, sei er praktisch aus dem Bett gefallen. Er habe sie geträumt. Als er aufgewacht sei, habe er sich ans Klavier gesetzt und sie gespielt.

Viele weitere Hits als Solokünstler

Doch irgendwann sind die Beatles es leid, die Beatles zu sein. "Wir waren für ein paar Jahre wie Kriegskameraden gewesen. Und jetzt? Es gibt dieses alte Lied: 'Diese Hochzeitsglocken lassen meine alte Truppe zerbrechen.' Und ungefähr so fühlten wir uns", sagt McCartney.

Am 10. April 1970 gibt er das Ende der Beatles bekannt, gründet nach einigen Soloprojekten die Gruppe Wings – gemeinsam mit seiner Ehefrau Linda. "Eines der glücklichsten Ereignisse nach dem Ende der Beatles war, dass ich Linda gefunden hatte. Wir zwei hatten dieses Band, das die Welt bekämpfen konnte", sagt er.

1998 stirbt Linda an Brustkrebs. Und so glücklich die erste Ehe war, so unglücklich verläuft die zweite Ehe mit dem Ex-Modell Heather Mills, die viele hässliche Geschichten in der Klatschpresse mit sich bringt. Seit 2011 ist er mit der Geschäftsfrau und Millionenerbin Nancy Shevell verheiratet.

Als Solokünstler gelingen Paul McCartney seit 1970 viele Hits. Mit 'Ebony and Ivory', gemeinsam gesungen mit Stevie Wonder, führt er 1982 wieder die Charts in Großbritannien, den USA und Deutschland an. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich zu einem Erwachsenen herangewachsenen bin, der eine elektrische Gitarre einstöpseln und für die Menschen singen darf", sagt er.

Paul McCartney: Der Größte seiner Zeit

Von Ingo Neumayer

Er hat Musik-, Kultur-, ja sogar Weltgeschichte geschrieben: Paul McCartney ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Paul McCartney 1961 in Hamburg

Den Deal seines Lebens macht Paul McCartney mit 14, nachdem er im Radio Little Richard gehört hat: Er tauscht seine Trompete gegen eine Gitarre. Kurz danach trifft er einen gewissen John Lennon, der in einer Band namens The Quarrymen spielt. McCartney steigt als Rhythmusgitarrist ein, später kommt noch George Harrison dazu. 1960 gibt sich die Band einen neuen Namen: The Beatles. Und der Rest ist Geschichte.

Den Deal seines Lebens macht Paul McCartney mit 14, nachdem er im Radio Little Richard gehört hat: Er tauscht seine Trompete gegen eine Gitarre. Kurz danach trifft er einen gewissen John Lennon, der in einer Band namens The Quarrymen spielt. McCartney steigt als Rhythmusgitarrist ein, später kommt noch George Harrison dazu. 1960 gibt sich die Band einen neuen Namen: The Beatles. Und der Rest ist Geschichte.

1961 verlässt Stuart Sutcliffe die Beatles. Einen neuen Bassisten findet die Band, die inzwischen ein festes Engagement in Hamburg hat, in den eigenen Reihen: McCartney übernimmt das Instrument, wenn auch anfangs ohne große Begeisterung.

1962 nehmen die Beatles ihre erste eigene Single auf. Doch Produzent George Martin hält wenig von Drummer Pete Bests Künsten. Schließlich wird er durch Ringo Starr (2.v.l.) ersetzt. Die Beatles, wie man sie kennt, sind geboren.

Und dann geht es Schlag auf Schlag: Die vier Jungs aus Liverpool stürmen die Charts – und die Herzen der Fans. Die Beatles sind weit mehr als eine erfolgreiche Beat-Band. Sie sind ein weltweites Phänomen, ein Erdbeben, das die Jugend- und Popkultur nachhaltig erschüttert. Wo sie auftauchen, herrscht der Ausnahmezustand.

Mitte der 60er kann es eigentlich nur einer mit den Beatles aufnehmen: Muhammad Ali, der "Greatest of all time".

Ein Großteil der Beatles-Songs wird zwar offiziell als Teamwork von "Lennon/McCartney" deklariert. Doch intern gibt es eher Konkurrenz als Miteinander zwischen den beiden musikalischen Hauptverantwortlichen. Das spornt die beiden eine Zeitlang zu wahren Höchstleistungen an. So schreibt McCartney Klassiker wie "All My Loving", "Eleanor Rigby", "Penny Lane", "Can't Buy Me Love", "Yellow Submarine", "Hey Jude". Und auch das am meisten gecoverte und am öftesten im Radio gespielte Lied aller Zeiten geht auf sein Konto: "Yesterday".

Doch der unfassbare Erfolg und der Starkult um die Band geht den Beatles immer mehr an die Substanz. Auch Verkleidungen helfen nicht dabei, sich ein bisschen Privatsphäre und persönliche Freiheiten zu schaffen. Die Beatles gehören nicht mehr sich selbst, sondern der ganzen Welt.

Die Antwort der Band lautet Verweigerung. Sie gehen nicht mehr auf Tour, ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück, sind auf der Suche nach einem neuen Weg für sich und die Band. Dabei probieren sie so einiges aus: Drogen, Guru-Besuche, Egotrips. Musikalisch setzen die späten Beatles weiter Maßstäbe: "Sgt. Pepper" oder das "Weiße Album" bilden das Fundament der modernen Popmusik, wie wir sie heute kennen.

Doch das Verhältnis untereinander wird immer schwieriger. Im September 1969 teilt Lennon den anderen mit, dass er die Band verlässt. Sein Ausstieg soll allerdings vorerst geheim gehalten werden, bis das Abschiedsalbum in den Läden steht. Schließlich ist es Paul McCartney, der im April 1970 seinen Ausstieg öffentlich macht. Die Beatles sind damit Geschichte.

Was tun, wenn man gerade die erfolgreichste und wichtigste Band der Welt verlassen hat? Paul McCartneys Vater Jim (li.) scheint auch keinen Rat für seinen Sohn zu haben.

Schließlich ist es die Liebe, die McCartney wieder in die Spur bringt. Schon auf seinen ersten beiden Soloalben, die 1970 und 1971 erscheinen, ist seine Frau Linda zu hören, die er 1969 geheiratet hat. Nach und nach gewöhnt er sich an die Idee, wieder in einer Band zu spielen – wenn Linda mitmacht.

Ende 1971 rufen Paul und Linda die Wings ins Leben. Anfangs tourt die Band inkognito, spielt in britischen Studentenkneipen vor einer Handvoll Zuschauer – für Paul eine Wohltat nach dem Riesenrummel um die Beatles. Doch auch bei den Wings lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Die Band schreibt den Titelsong für den James-Bond-Film "Live And Let Die", hat Hits wie "Band On The Run", "Jet" oder "Mull Of Kintyre".

So läuft es, wenn die Eltern beide in einer Band spielen: Wenn die Wings Termine haben und auf Tour gehen, müssen die Kinder (links James, rechts Stella) eben mit.

1981 wird auch das Wings-Kapitel geschlossen. McCartney firmiert fortan nur noch unter eigenem Namen – natürlich mit riesigem Erfolg. Dabei greift er gerne auch den nachkommenden Popstar-Generationen unter die Arme. Er singt Songs mit Stevie Wonder, Michael Jackson und Rihanna, engagiert Elvis Costello als Co-Songwriter, tritt mit George Michael (li.) auf.

Und Musikmachen reicht natürlich nicht, wenn man als kulturelle Ikone einen derart großen gesellschaftlichen und politischen Einfluss hat. McCartney, der streng vegetarisch lebt, engagiert sich für Tierrechte, gegen Landminen, unterstützt diverse Umweltprojekte. Und er findet sogar noch Zeit für die Malerei – hier sieht man ihn 1999 in Siegen vor einem seiner Bilder.

Kürzertreten? Warum sollte er? Paul McCartney ist auch mit Mitte 70 noch äußerst fit und gut bei Stimme, nimmt weiter Platten auf und geht regelmäßig auf Tour. Dabei zeigt er, dass er mit sich und seiner musikalischen Vergangenheit im Reinen ist: Er spielt Solo-Songs, aber auch Beatles- und Wings-Nummern. Und als 2016 beim "Desert Trip"-Festival Neil Young zu ihm auf die Bühne kommt, nehmen sich die beiden sogar eine John-Lennon-Nummer vor: "Give Peace A Chance".

Altes Eisen? Von wegen: Kurz vor Weihnachten 2020 veröffentlicht MacCartney das Album "McCartey III", das - wen wundert es - mal wieder ein voller Erfolg wird. Platz eins in Deutschland und Großbritannien, und auch die Kritiker sind begeistert. Der Brunnen, aus der McCartney seine Songs und Ideen schöpft, scheint einfach nicht zu versiegen. Gut so!

Programmtipps:

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Stichtag am 19.06.2017: Vor 10 Jahren: Todestag von Klausjürgen Wussow

Stand: 18.06.2017, 00:00