27. August 1859 - Die erste Ölquelle in den USA sprudelt

Archivbild : Die erste Ölquelle in den USA sprudelt

27. August 1859 - Die erste Ölquelle in den USA sprudelt

Schmierig, stinkend und schwarz ist die Flüssigkeit, die im Norden Pennsylvanias immer wieder aus dem Boden tritt. Die Ureinwohner sagen diesem "Steinöl" heilende Wirkung nach, die weißen Siedler schmieren ihre Wagenräder mit dem zähen Gebräu. Ansonsten macht das Öl eher Probleme, vor allem bei Salzbohrungen.

Bis man Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt, dass sich aus dem Rohöl ein leicht entzündliches Petroleum gewinnen lässt, das man hervorragend für Lampen verwenden kann. Wohlhabende haben bislang vor allem stinkendes Walöl verbrannt, um ihre Wohnungen zu beleuchten. Das wird jedoch durch exzessiven Walfang langsam knapp und teuer. Die Petroleumlampe ist auf dem Vormarsch.

Die erste Ölquelle sprudelt in den USA (am 27.08.1859)

WDR 2 Stichtag 27.08.2019 04:10 Min. Verfügbar bis 24.08.2029 WDR 2

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Mit Schlagbohrern auf Ölsuche

Eine Gruppe von Investoren an der Ostküste wittert ein neues Geschäftsfeld und schickt Edwin L. Drake auf Ölsuche an den Oil Creek nach Pennsylvania. Der ehemalige Eisenbahner hat zwar keine Ahnung von der Ölsuche, darf aber kostenlos Zug fahren.

Außerdem ist Drake ein Tüftler, der nicht länger mühsam nach Öl graben möchte. Seine Idee: Mit einem gewaltigen Schlagbohrer tief in die Erde bohren und das Öl nach oben pumpen. Anfangs wird er für seinen Turm mit den vielen Rohren in der Nähe von Titusville ausgelacht. Doch am 27. August 1859 sprudelt aus Drakes Bohrloch tatsächlich Öl – eine Sensation.

Der Traum vom schnellen Geld

"Als bekannt wurde, dass Drake Öl entdeckt hatte, machte das in den engen Tälern Pennsylvanias sofort die Runde", erzählt der Energieexperte Daniel Yergin. Angelockt vom amerikanischen Traum des schnellen Reichtums strömen die "Wildcatter" – wie die Öl suchenden Männer genannt werden – nach Titusville.

Aus dem verschlafenen Nest mit 125 Einwohnern wird in zwei Jahren eine betriebsame Stadt mit 10.000 Menschen. Rund um Drakes Bohrloch entstehen 75 weitere, in der ganzen Umgebung sind es fast 2.000. "Jeder versucht, so viel wie möglich herauszusaugen, bevor es der Nebenmann macht", so Yergin.

Das Ölfieber grassiert

Das Land ist im Öl-Rausch, immerhin lockt das schwarze Gold mit beachtlichen Gewinnen. Jeder investierte Dollar bringt einen Profit von 15.000 Dollar innerhalb von nur zwei Jahren. John D. Rockefeller wird mit seinem Erdöl-Raffinerie-Unternehmen zum reichsten Man der USA.

Im Gegensatz zu Edwin L. Drake, dessen geniale Förder-Idee mit Bohren und Pumpen alle kopieren. Er versäumt es, sich seinen Einfall patentieren zu lassen. Die Gewinne fahren andere Männer wie Rockefeller ein. Drake stirbt 1880 verarmt in einem Hotel.

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Stand: 27.08.2019, 00:00