9. November 1989 - Fall der Berliner Mauer

Ein Wartburg fährt am 09.11.1989 in Helmstedt (Niedersachsen) ungehindert über den Grenzübergang der A2 in Helmstedt

9. November 1989 - Fall der Berliner Mauer

Probleme ignorieren, Kritik verbieten, Reformen unterdrücken - in den 1980er Jahren will die DDR-Führung weitermachen wie bisher. Doch immer mehr Bürger wollen den Staat, der sich sozialistisch nennt, entweder verändern oder verlassen.

Flucht aus der DDR ist nicht neu. 1961 wurde darum die Mauer gebaut. Offiziell soll der "antifaschistische Schutzwall" die DDR "vor westlicher Wühlarbeit" schützen und "auch die Sicherheit der Staaten des sozialistischen Lagers garantieren".

Fall der Mauer (am 09.11.1989)

WDR 2 Stichtag 09.11.2019 04:15 Min. Verfügbar bis 06.11.2029 WDR 2

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Überklettert und untertunnelt

Jahrzehntelang werden die Grenzanlagen von DDR-Bürgern überklettert, überflogen oder untertunnelt - mit Fluchthelfern oder auf eigene Faust. Manchmal gelingen die Versuche. Nicht selten enden sie allerdings tödlich.

1984 flüchten Ost-Deutsche in die Ständige Vertretung (StäV) der Bundesrepublik in Ost-Berlin - die daraufhin vorübergehend geschlossen wird. Über die Ausreise der 55 Personen in den Westen wird zäh verhandelt.

Wahlfälschung wird öffentlich

1989 spitzt sich die Lage zu: Im Januar wird die StäV erneut zur Zufluchtsstätte für Ost-Deutsche. Im Februar wird der 20-jährige Chris Gueffroy bei einem Fluchtversuch an der Mauer erschossen. Im März fallen weitere Schüsse. Die Flüchtenden werden verhaftet.

Im April gibt Stasi-Chef Erich Mielke in einer internen Besprechung die Aufhebung des Schießbefehls an der Grenze bekannt. Im Mai finden Kommunalwahlen in der DDR statt, bei denen Fälschungen öffentlich werden. Im Juli demonstrieren Bürgerrechtler dagegen. Die Polizei löst die Demonstration auf.

"Wer zu spät kommt ..."

Im August 1989 überqueren DDR-Bürger in Ungarn die Grenze nach Österreich. Im September findet in Leipzig die erste Montagsdemonstration statt. "Für ein offenes Land mit freien Menschen", steht auf einem Transparent.

Am 7. Oktober feiert das SED-Regime unbeirrt den 40. Jahrestag der DDR-Gründung. Ehrengast Michail Gorbatschow rät zu Neuerungen: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Doch Demonstranten werden mit Gewalt vertrieben.

Druck der Straße

Die Teilnehmerzahlen der Demonstrationen, die inzwischen in der ganzen DDR stattfinden, steigen rapide. Am 9. Oktober 1989 protestieren so viele Menschen wie nie zuvor gegen die SED-Regierung.

Am 18. Oktober tritt Staats- und Parteichef Erich Honecker von allen Ämtern zurück. Sein Nachfolger wird Egon Krenz. Der Staatsrat der DDR erlässt eine Amnestie für geflüchtete DDR-Bürger. Die Ereignisse überschlagen sich: Am 9. November 1989 öffnet die DDR ihre Grenzen.

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Stand: 09.11.2019, 00:00