20. Januar 2001 - Amtsantritt von US-Präsident George W. Bush

George W. Bush hat die Hand erhoben

Stichtag

20. Januar 2001 - Amtsantritt von US-Präsident George W. Bush

Sein Weg ins Amt ist holprig: Nach der US-Präsidentschaftswahl am 7. November 2000 wird der Republikaner George Walker Bush zwar aufgrund von Hochrechnungen zum Sieger erklärt. Der demokratische Kandidat Al Gore gratuliert ihm zunächst auch, zieht seinen Glückwunsch aber wenig später zurück. Die Begründung: Wegen der umstrittenen Stimmenauszählung im US-Bundesstaat Florida sei der Wahlsieg Bushs nicht sicher. Ein fünfwöchiges juristisches Tauziehen beginnt. Schließlich untersagen die Obersten US-Richter eine Neuauszählung der Stimmen, die teilweise in Wahlmaschinen eingetippt wurden. Daraufhin gibt Gore auf.

Am 20. Januar 2001 zieht Bush als 43. Präsident der USA in das Weiße Haus ein. Die Zeremonie zur Amtseinführungs beginnt um 11.30 Uhr auf den Stufen des Kapitols in Washington. Während er den Eid ablegt, ruht seine linke Hand auf derselben Bibel-Ausgabe, die schon beim Amtsantritt von George Washington, einem der Gründerväter der USA, im Jahr 1789 benutzt wurde - und zuletzt von Bushs Vater, George H. W. Bush, dem 41. US-Präsidenten.

Vergeltung für "Nine Eleven"

Anders als sein Vater gilt George W. Bush als politisches Leichtgewicht. In den ersten acht Monaten seiner Amtszeit verbringt er viel Zeit auf seiner Ranch in Texas. Deshalb wird er als Teilzeitpräsident verspottet. "Man muss nicht in Washington sein, um zu regieren", kontert Bush. "Es ist erstaunlich, was man mit Telefonen und Faxgeräten anstellen kann. Ich treffe ein paar Entscheidungen hier und werde sie zu gegebener Zeit mitteilen lassen."

Die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington beenden Bushs Müßiggang. Auf den Trümmern der eingestürzten Zwillingstürme des World Trade Centers wendet er sich per Megafon an die Nation: "Ich kann euch hören, und der Rest der Welt kann euch hören - und die, die diese Türme zum Einsturz gebracht haben, werden bald von uns allen hören." Als Oberbefehlshaber ruft Bush den "Krieg gegen den Terror" und Osama bin Ladens Netzwerk Al-Qaida aus. Im Oktober 2001 bombardieren US-Jets Afghanistan. Die Intervention führt zum Sturz des Taliban-Regimes. Es hatte Bin Laden, den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge, Unterschlupf gewährt.

Irak-Krieg, Abu Ghraib, Guantanamo

Ende Januar 2002 weitet Bush den Kampf aus. Er zählt nun auch Staaten wie Iran, Irak und Nordkorea ebenfalls zur "Achse des Bösen". Unmittelbar danach beginnen die Vorbereitungen für einen Angriff auf den Irak; dort gebe es Massenvernichtungswaffen. Bush schmiedet eine "Koalition der Willigen". Doch verbündete Regierungen halten einen Krieg gegen den Irak für falsch, unter anderem die deutsche. "Ich kann den Leuten nicht sagen: 'Lasst uns in den Krieg ziehen, weil es dafür Gründe gibt', wenn ich nicht an sie glaube", sagt Außenminister Joschka Fischer (Grüne).

Von der Kritik unbeeindruckt nimmt die US-Army Ende März 2003 Bagdad unter Feuer. Bushs Umfragewerte gehen steil nach oben. Zwei Monate später verkündet er: "Die Kampfhandlungen sind nahezu beendet. Die USA und ihre Alliierten haben gesiegt. Die Suche nach den Massenvernichtungswaffen hat begonnen." Gefunden wird allerdings nichts, denn die Waffen waren als Kriegsgrund erfunden worden.

Auch der Irak-Krieg selbst bringt keine Beruhigung der Lage. Im Gegenteil: Das Land entwickelt sich jetzt erst zum "Failed State", zum gescheiterten Staat, und zur Brutstätte der Terrormiliz, die sich heute "Islamischer Staat" nennt. Mit dem Namen George W. Bush verbunden sind auch das Foltergefängnis Abu Ghraib im Irak und das US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba - im internationalen Recht höchst umstritten. Innenpolitisch fällt Bushs Bilanz nach zwei Amtszeiten im Jahr 2009 vernichtend aus: mehr Arbeitslose, weniger soziale Sicherheit, eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.

Stand: 20.01.2016

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