10. März 1940 - Chuck Norris wird geboren

US-Schauspieler Chuck Norris (r.) im Film "Missing in Action" von 1984

Stichtag

10. März 1940 - Chuck Norris wird geboren

Im Internet kursieren ab Mitte der 2000er Jahre die "Chuck Norris Facts". Diese Witze parodieren die heldenhafte Überlegenheit der Filmfiguren, die der US-Schauspieler Chuck Norris in seinen Actionstreifen verkörpert. Die angeblichen Fakten lauten zum Beispiel: "Chuck Norris hat bis Unendlich gezählt. Zwei Mal." Oder: "Chuck Norris Tränen können Krebs heilen, leider hat Chuck Norris noch nie geweint." Und: "Wenn Hulk wütend wird, wird er Chuck Norris."

Seinen Ruf hat sich der Sohn einer Irin und eines Cherokee-Indianers hart erarbeitet. Geboren wird er am 10. März 1940 in Ryan im US-Bundesstaat Oklahoma. Seine Kindheit verbringt Carlos Ray "Chuck" Norris unter erschwerten Bedingungen. Sein Vater ist alkoholkrank, nach der Scheidung zieht die Mutter mit dem 12-Jährigen und seinen beiden jüngeren Brüdern nach Kalifornien. 1958 wird Norris Militärpolizist bei der US-Air-Force. Bei seinem Einsatz in Korea eignet er sich asiatische Kampfmethoden an.

Kampfszene mit Bruce Lee

Zurück in den Staaten gründet Norris ab 1962 in Los Angeles mehrere Karateschulen. Er trainiert zusammen mit dem Kung-Fu-Experten Bruce Lee, der ihm 1968 eine erste Minirolle im Spionagefilme "The Wrecking Crew" vermittelt. Im selben Jahr wird Norris Karate-Weltmeister im Mittelgewicht. Im Film "Die Todeskralle schlägt wieder zu" stehen die beiden 1972 zusammen vor der Kamera - in einem Duell im Kolosseum in Rom, mit bloßen Fäusten und nacktem Oberkörper. "Bruce meinte: 'Ich will eine Kampfszene drehen, an die sich jeder erinnern wird", sagte Norris später.

Während Norris sechs Weltmeistertitel erkämpft, trainieren bei ihm auch Prominente und Hollywood-Stars. Einer von ihnen ist Steve McQueen, der Norris überredet, Schauspielunterricht zu nehmen. Das zahlt sich aus. In den folgenden zwei Jahrzehnten wird Norris Spezialist für Kampfsport-Filme, patriotische Actionreihen wie "Delta Force" und "Missing in Action"-Streifen, bei denen amerikanische Kriegsgefangene befreit werden. Ob Bulle oder Söldner - Norris spielt meist einen einsilbigen Einzelgänger, der als strammer Patriot mit seinen Fäusten gegen Russen, Araber, Drogendealer oder den Vietcong vorgeht.

Propagiert den "Schwarz-Gürtel-Patriotismus"

In den 1990er Jahren kommen Kampfsport-Filme aus der Mode. Norris wechselt zum Fernsehen. Acht Jahre lang räumt er noch als "Walker, Texas Ranger" auf, bevor immer seltener vor der Kamera steht. Dafür macht das langjährige Republikaner-Mitglied 2008 Wahlkampf für seinen Parteifreund und letztlich gescheiterten Präsidentschaftsbewerber Mike Huckabee. Norris unterstütze früher auch schon George Bush und danach dessen Sohn George W. Bush. Nach der Amtsübernahme des demokratischen Präsidenten Barack Obama protestierte der erzkonservative Anhänger einer evangelikalen Kirche gegen dessen Politik.

Auch als Autor tritt Norris nun in Erscheinung. Er verfasst eine Kolumne für das rechtskonservative Internetmagazin "World-Net-Daily" und schreibt Bücher wie den Bestseller "Black Belt Patriotism: How to rewaken America". Darin bringt er sein Weltbild auf den Punkt: "Illegale Einwanderer schwärmen über unsere Grenzen ... die amerikanische Familie wird von Schulden gelähmt. Islamistische Terrorangriffe bedrohen uns. ... Chuck Norris packt die härtesten Probleme unseres Landes an und beweist, dass sie kein Gegner für seinen Schwarz-Gürtel-Patriotismus sind."

Stand: 10.03.2015

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