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10. Juni 1921 - Geburtstag Prinz Philip, Herzog von Edinburgh

Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, während einer Tour zu Schlachtfeldern auf der Krim

10. Juni 1921 - Geburtstag Prinz Philip, Herzog von Edinburgh

Für viele Briten war er eine Konstante und für die Queen ihre wichtigste Stütze: Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. Der britische Königsgemahl stirbt im April 2021, zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag.

Prinz Philip, Herzog von Edinburgh (Geburtstag, 10.06.1921)

WDR ZeitZeichen 10.06.2021 14:47 Min. Verfügbar bis 11.06.2099 WDR 5


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"Ich habe die Angewohnheit, immer etwas Schmeichelhaftes zu sagen, damit ich entschuldigt bin, wenn ich später ins Fettnäpfchen trete", erklärt Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, einmal seine verbalen Entgleisungen.

Und davon gibt es reichlich: Er kommentiert die Landeskleidung des nigerianischen Präsidenten mit den Worten: "Sie sehen aus, als wollten Sie ins Bett gehen". Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßt er 1997 mit "Willkommen, Herr Reichskanzler!"

Daneben agiert Prinz Philip vor allem im Hintergrund, engagiert sich für soziale Belange, den Umweltschutz und hält die Familie – mit ihren reichlich vorhandenen Skandalen – zusammen. So marschiert er neben seinen Enkeln William und Harry, als diese 1997 vor den Augen der Weltöffentlichkeit den Sarg ihrer Mutter zu Grabe tragen.

Griechischer Prinz im Exil

Geboren wird Philippos Andreou Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg am 10. Juni 1921 als griechischer Prinz. Seine Mutter ist Alice von Battenberg. Sie ist eine Urenkelin von Königin Viktoria und heiratet den griechischen Thronfolger Andreas.

Nach vier Töchtern kommt schließlich Sohn Philip auf die Welt. 1922 muss die Familie nach Frankreich ins Exil, wo sie bald zerbricht. "Meine Mutter war krank, meine Schwestern waren verheiratet und mein Vater war in Südfrankreich", sagt Prinz Philip später. "Ich musste irgendwie weitermachen."

Starkes Verantwortungsgefühl

Die Verwandtschaft schickt ihn auf das reformpädagogische Elite-Internat Schloss Salem. "Prinz Philip hat das stärkste Verantwortungsgefühl von allen Jungen", erinnert sich Schulleiter Kurt Hahn 1965 in einem SWR-Interview.

Nach der Schule geht Philip zur Royal Navy, wo er zum ersten Mal seine spätere Frau trifft. Die junge Elizabeth ist sofort hin und weg von dem schneidigen Marine-Kadetten. Umso mehr, als sich Philip während des Zweiten Weltkriegs wegen besonderer Tapferkeit auszeichnet.

Ihre Eltern sind zunächst wenig begeistert von der Romanze. Philip hat an Geld und Besitztümern nicht viel zu bieten - zudem noch deutsche Wurzeln. Doch Elizabeth und Philip sind sich ihrer Sache sicher.

Bis der Tod sie scheidet

1947 heiraten die beiden und Philip wird zum Duke of Edinburgh erhoben. Zuvor hatte er die britische Staatsbürgerschaft angenommen, auf seine griechischen Titel verzichtet und seinen deutschen Nachnamen in "Mountbatten" geändert.

Als Elizabeth auf den Thron steigt, muss Philip laut Protokoll stets zwei Schritte hinter ihr gehen. Er hadert, aber arrangiert sich letztlich mit seiner Rolle als "weltweit erfahrensten Gedenktafel-Enthüller". Prinz Philip stirbt am 9. April 2021 mit 99 Jahren.

Autorin des Hörfunkbeitrags: Daniela Wakonigg
Redaktion: Gesa Rünker

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 10. Juni 2021 an Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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