Grenzübergang zur Gemeinde Bildchen, die zu diesem Zeitpunkt zu Belgien gehört

23.04.1949: Die Gründung Bolleniens

Eine Hauptstadt mit nur 380 Einwohnern: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entsteht südlich von Aachen im deutsch-belgischen Grenzgebiet ein staatliches Kuriosum: Bollenien.

Ein Stück Deutschlands wird belgisch: "Bollenien" 1949-1958

WDR Zeitzeichen 23.04.2024 14:45 Min. Verfügbar bis 24.04.2099 WDR 5


Vier Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, am 23. April 1949, annektiert Belgien einen schmalen Streifen entlang der deutsch-belgischen Grenze. Dazu zählen unter anderem der Aachener Stadtteil Bildchen, die Gemeinde Losheim, Hemmeres und einige Höfe im Monschauer Stadtteil Kalterherberg. Das neue Gebiet ist ein 20 Quadratkilometer großer Flickenteppich, den die 1.000 Einwohner Bollenien nennen – nach dem Militärverwalter der neuen Zone, General Paul Bolle.

Unglücklich sind die Bollenier nicht über ihre neue Staatszugehörigkeit. Die belgische Regierung lässt Telefon- und Stromanschlüsse verlegen, Häuser anstreichen und eine Brücke über die Our bauen. Und im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der neuen Zone noch keine Fahrprüfungen. Wer 18 Jahre alt ist, darf Auto fahren.

Als Bollenien neun Jahre später wieder zurück an die Bundesrepublik fallen soll, weigern sich einige vehement gegen den neuerlichen Wechsel der Staatszugehörigkeit – unter anderem mit einem Protest-Telegramm an Kanzler Konrad Adenauer.

In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:
  • warum Belgien 1949 "großzügig" auf deutsche Gebiete verzichtet,
  • wie Mützenich belgisch werden möchte,
  • vom Freibier für die neuen Staatsbürger,
  • was für straffällige Bollenier vorgesehen ist.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Christoph Brüll, Historiker, Universität Luxemburg
  • Michael Heinzel, Bonner Heimatforscher

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz
Redaktion: David Rother
Technik: Annett Bastian

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