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Gary Cooper

13. Mai 1961 - Todestag des Schauspielers Gary Cooper

Stand: 05.05.2021, 08:48 Uhr

Als aufrechter Amerikaner kämpft Gary Cooper in zahlreichen Hollywood-Western für das Recht. Er erhält drei Oscars - den letzten kurz vor seinem Tod am 13. Mai 1961.

Gary Cooper, US-amerik. Schauspieler (Todestag, 13.05.1961)

WDR ZeitZeichen 13.05.2021 14:46 Min. Verfügbar bis 14.05.2099 WDR 5


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Der 1,91 Meter große Schlacks ist einfach zu attraktiv, um für zehn Dollar am Tag vom Pferd zu fallen oder als namenloser Passant für ein paar Sekunden durchs Bild zu laufen. So bekommt Gary Cooper nach seinen Anfängen als Stuntman und Komparse noch in der Stummfilmära sein erstes richtiges Engagement: 1926 übernimmt er neben Ronald Colman und Vilma Banky eine Hauptrolle im Western "Entfesselte Elemente".

Verletzung wird zum Markenzeichen

Das Genre begleitet ihn bis zu seinem Tod am 13. Mai 1961 - Cooper scheint wie gemacht für die Rolle des Cowboys. Aufgewachsen auf einer Ranch in Helena, Montana lernt er früh zu reiten. Mit 15 bricht er sich bei einem Autonfall die Hüfte, doch es gelingt ihm, die bleibende Verletzung in den für ihn charakteristischen, langsam-bedächtigen Western-Gang zu verwandeln.

Frank James Cooper, so sein bürgerlicher Name, möchte eigentlich Illustrator oder Karikaturist werden, doch er findet keinen Job. Zur Schauspielerei kommt Cooper eher zufällig. Als er seine Eltern in Los Angeles besucht, trifft er zwei alte Freunde. Sie sind auf dem Weg zu einem Studio, das für einen Film wagemutige Reiter sucht. Cooper geht mit und überzeugt.

Was folgt, ist das Modell einer Hollywood-Karriere: Regisseure und Produzenten gefallen Coopers Talent und Aussehen, die Rollen werden größer. 1929 wird er mit seinem ersten Tonfilm "Der Mann aus Virginia" zum Star.

Kein Western-Macho

Er spielt dabei nie den schroffen Helden, der mit markigen Sprüchen den Western-Macho verkörpert. Mit seinem minimalistischen Spiel und dem wortkargen, lakonischen Stil stellt er das genaue Gegenteil dar: Er ist empfindsam, verletzlich, mit ungewöhnlich hellen Augen und weichen Zügen. So erhält er auch andere Rollen, etwa in der Gesellschaftskomödie "Serenade zu Dritt" oder in "Marokko", wo er neben Marlene Dietrich den Herzensbrecher spielt.

Ausgebrannt durch zahlreiche Hauptrollen - aber auch viele Affären - flüchtet er 1931 für ein Jahr ins Ausland, kann nach seiner Rückkehr aber an alte Erfolge anknüpfen. Durch seine Rolle in "Mr. Deeds geht in die Stadt" avanciert Cooper zum Prototyp des aufrechten Amerikaners. Für "Sergeant York" erhält er seinen ersten Oscar.

1952 ist er in seiner wohl berühmtesten Rolle zu sehen: als Sheriff Will Kane in "Zwölf Uhr mittags", der von allen im Stich gelassen für Ordnung sorgen muss. Dafür gibt es den zweiten Academy Award. Den dritten erhält er 1961 für sein Lebenswerk. Da ist er bereits schwer an Krebs erkrankt und kann die Auszeichnung nicht mehr persönlich entgegennehmen. Cooper stirbt sechs Tage nach seinem 60. Geburtstag.

Autorin des Hörfunkbeitrags: Christiane Kopka
Redaktion: Gesa Rünker​

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