9. Juni 1891 - Geburtstag von Cole Porter

Cole Porter

9. Juni 1891 - Geburtstag von Cole Porter

Als Texter und Komponist ist Cole Porter in den 1930er und 1940er Jahren der ungekrönte König des Broadway. Nach einem schweren Unfall stürzt sich der Mann, der das Leben in vollen Zügen genießen will, komplett in die Arbeit: Noch in dieser schweren Zeit gelingen ihm Klassiker voller Witz, Melancholie, Liebe und Sehnsucht.

Porters Hits wie "Night and Day" oder "I’ve Got You Under My Skin" und Musicals wie "Kiss Me, Kate" gehören zu den Klassikern des Jazz.

Cole Porter, amerik. Komponist (Geburtstag, 09.06.1891)

WDR ZeitZeichen 09.06.2021 14:57 Min. Verfügbar bis 10.06.2099 WDR 5


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Spaß an Musik

Geboren wird Porter am 9. Juni 1891 in Peru, Indiana. Der Großvater ist einer der reichsten Männer des Bundesstaats. Porters Talent wird früh gefördert: Mit sechs lernt er Geige, mit acht Klavier. Drei Jahre später veröffentlicht er mit familiärer Hilfe seinen ersten Walzer. Vor allem die Mutter vermittelt ihm nicht nur die Liebe zur Oper und zum Theater, sondern auch das Gefühl, dass Musik Spaß machen kann: Grundlage für seine eigenen, gute Laune vermittelnden Kompositionen.

1909 geht Porter zum Studium nach Yale, wo noch heute seine Lieder für die dortige Football-Mannschaft gesungen werden, 1913 wechselt er nach Harvard. Er studiert Jura, Sprachen und Musik, spielt Theater, schreibt erste Shows, feiert erste Song-Erfolge am Broadway. 1917 geht er nach Paris, taucht ein in das Leben der Bars und Partys, des Jazz – und in den Kreis um Linda Lee Thomas, deren Freunde Winston Churchill, George Bernard Shaw und die Herzogin von Alba sind. 1919 heiraten die beiden, obwohl Porter homosexuell ist.

Das Leben genießen

Das Paar reist durch Italien, gibt sich dem süßen Leben hin. Porter komponiert und dichtet, die Worte und der Rhythmus der Musik werden eins. Der Erfolg kommt erst spät, aber dann mit Pauken und Trompeten: 1934 mit der Musical-Comedy "Anything Goes" am Broadway. Fast zwei Jahrzehnte lang dominiert Porter das New Yorker Theaterviertel. Seine Shows werden hundertfach aufgeführt, seine Lieder von Stars der klassischen Oper bis hin zum experimentellen Jazz interpretiert.

Bis 1937 lebt Porter sich in New York und Kalifornien aus, seine Frau ist wieder in Paris. Dann verunglückt er mit einem Pferd, seine Beine werden zerquetscht, 33 Operationen in 21 Jahren folgen. Porter braucht einen Pfleger, er muss ins Theater getragen werden. Den Rat der Ärzte zur Amputation lehnt er ab.

Porter stürzt sich in die Arbeit, schreibt eine erfolgreiche Musik nach der nächsten. 1952 stirbt zunächst seine Mutter, dann seine geliebte Frau. Porters Gesundheitszustand verschlechtert sich. 1958 verliert er das rechte Bein – und schreibt danach keinen Song mehr.

Porter zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Er stirbt 1964 in Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien an Nierenversagen. Er hinterlässt fast 40 Musicals sowie unzählige Hollywood-Filmmusiken und über 700 Lieder.

Autoren des Hörfunkbeitrags: Ulrich Biermann und Veronika Bock
Redaktion: Gesa Rünker

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 9. Juni 2021 an Cole Porter. Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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