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5. Mai 1921 - Chanel No. 5 kommt auf den Markt

Der Flakon des legendären Parfüms "Chanel No. 5", von der Modeschöpferin Coco Chanel kreiert

5. Mai 1921 - Chanel No. 5 kommt auf den Markt

Coco Chanel befreit die Frauen aus dem Korsett der bisherigen Kleidermode, kürzt ihre Röcke und Haare. Um das Bild der neuen, emanzipierten Frau abzurunden, fehlt nur noch der perfekte Duft für ihre Kundschaft.

Chanel No.5 kommt auf den Markt (am 05.05.1921)

WDR ZeitZeichen 05.05.2021 14:35 Min. Verfügbar bis 06.05.2099 WDR 5


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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts revolutioniert Coco Chanel die Modewelt mit iher Schlichtheit. Statt pompösen Kleidern entwirft sie weite Matrosenhosen, Tweedkostüme und "das kleine Schwarze". Die Damen der feinen Gesellschaft sind begeistert von "der Armut des Luxus" – wie Picasso den Chanel-Stil nennt.

Was Coco Chanel noch fehlt ist ein unsichtbares Accessoire, ein unverwechselbares Parfüm. Sie ist überzeugt: "Jemand ohne Parfüm", zitiert sie den französischen Dichter Paul Valéry, "hat keine Zukunft."

Vom Armenhaus in die feine Gesellschaft

Geboren wird Gabrielle Chanel, wie sie eigentlich heißt, 1883 in einem Armenhaus im Westen Frankreichs. Als sie zwölf Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter und der Vater bringt sie in ein Waisenhaus. Von dort schafft sie als Näherin, Sängerin und Geliebte reicher Männer den Sprung in die französische High Society.

Coco Chanel kann mit ihrer scharfen Zunge ebenso umgehen wie mit Stecknadeln, etabliert ihre Marke Chanel und eröffnet Boutiquen in Paris, Deauville und Biarritz. Ihre nächste Vision: "Ein Parfüm, das einzigartig ist, ein Traum, ein Gefühl." Sie beauftragt Frankreichs "Nase der Nasen", Ernest Beaux, ihr "DAS Parfüm der Frauen" zu kreieren.

Haltbarer durch synthetische Stoffe

Der frühere Hofparfümeur des russischen Zaren rührt, dosiert, riecht und wagt sich in neues Terrain: Er mischt erstmals synthetische Stoffe unter die natürlichen, um den Duft haltbarer zu machen. Mussten die Damen bislang mehrmals in der Stunde ihr Parfüm erneuern, können sie dank der modernen Zusatzstoffe künftig einige lästige Toilettengänge einsparen.

Ernest Beaux präsentiert seiner Auftraggeberin schließlich zehn Proben. Der Legende nach wählt Chanel die Fünfte aus, weil fünf ihre Glückszahl ist. "Ausgerechnet die fünf! Mehr als 80 Ingredienzen. Es wird sehr teuer! Nichts ist teurer als Jasmin", soll der Parfümeur gestöhnt haben.

"In diesem Fall geben Sie bitte noch mehr Jasmin hinein, ich will es zum teuersten Parfüm der Welt machen," bestimmt die Designerin gewohnt eigenwillig.

Luxus in schlichten Design

Am 5. Mai 1921 stellt Coco Chanel das Parfüm ein paar Freunden vor. In ihren Modesalons erhalten die besten Kundinnen ein Probefläschchen gratis, als Geschenk ihrer Treue.

Schon bald übersteigt die Nachfrage ihre Produktionsmöglichkeiten, und so übergibt die Designerin Mitte der 1920er Jahre die Rechte für Produktion und Vertrieb den Brüdern Wertheimer.

In den folgenden Jahrzehnten wird Chanel No. 5 wie ihre Mode zum Klassiker und zum Inbegriff des Parfüms. Mit den Lizenzgebühren nimmt Coco Chanel bis zu ihrem Tod 1971 rund 15 Millionen Dollar ein.

Autorin des Hörfunkbeitrags: Ariane Hoffmann
Redaktion: Gesa Rünker

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 5. Mai 2021 an Chanel No. 5. Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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