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Christa Lang

Forschen im Nationalpark Eifel – Christa Lang

Was geschieht, wenn man der Natur einfach ihren Lauf lässt? Mit dieser Frage beschäftigt sich Christa Lang, Forstwissenschaftlerin und neue Forschungsleiterin des Nationalparks Eifel. Im Fokus: die Entwicklung der Natur nach Klimawandelschäden und Schädlingsbefall.

Im Januar 2004, vor knapp zwanzig Jahren, wurde der Nationalpark Eifel gegründet, als erster seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Ziel dieser Gründung war und ist der Schutz der heimischen Natur: Pflanzen und Tiere in dieser Laubmischwald-Region sollen sich nach ihren ureigenen Gesetzen entwickeln können – ohne Eingriff, aber unter wachsamer Beobachtung des Menschen. Heute beheimatet das 110 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet (wieder) mehr als 11.000 Tier- und Pflanzenarten.

Für die Forstwissenschaftlerin Christa Lang ist es die große Herausforderung, zuzuschauen und abzuwarten, wie sich der Wald mit dem fortschreitenden Klimawandel arrangiert. Große Fichtenbestände etwa seien abgestorben, erklärt sie, und man belasse das so. Darunter aber werde es bereits wieder Grün, entwickle sich neues Pflanzenleben. Auch zahlreiche seltene Tierarten sind wieder zurück, die Europäische Wildkatze zum Beispiel, Biber und Feuersalamander, Eidechsen und Schmetterlinge.

Regulierende Eingriffe in den Großwild-Tierbestand finden nur dann statt, wenn durch eine zu große Population die naturnahen Pflanzengesellschaften gefährdet werden. Dass sich die Natur wieder frei nach ihren eigenen Regeln entwickeln kann, ist das Grundprinzip im Nationalpark Eifel wie in den rund 3.800 Nationalparks weltweit.

Die wichtigste Lektion, die der Naturraum Wald für Christa Lang bereithält, ist die der Geduld: Tiefgreifende Veränderungen und Klimaanpassungen, sagt sie, sind keine Frage von Jahren oder Jahrzehnten, sondern von Generationen.

Redaktion: Chris Hulin

Forschen im Nationalpark Eifel – Christa Lang

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 11.09.2023 20:27 Min. Verfügbar bis 10.09.2024 WDR 5


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