Erlebte Geschichten mit Ursula Bruns

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Schwarzweißfoto: Ein kleines Mädchen beugt sich zu einem Pony und spricht wohl gerade mit ihm.

Erlebte Geschichten mit Ursula Bruns

Von Martina Morawietz

Seit die "Mädels vom Immenhof" 1955 in die Kinos kam, haben Dick und Dallie und die Ponies nahezu jede Kindergeneration begleitet. Die Filme haben Kultstatus, präsentieren heile Welt im Nachkriegsdeutschland.

Dabei wollte die Autorin der Drehbücher, Ursula Bruns, eigentlich eine in Deutschland weitgehend unbekannte Pferderasse, den Isländer, vorstellen - was ihr im Endeffekt gut gelang: Die Filme wurden Kassenschlager.

Pferdhaltung im freien Gehege

Ursula Bruns war als Pferdefachfrau mit dabei; sie besorgte die Ponies, brachte den Schauspielern Reiten bei und den Pferden die Stunts. Die Pferdeexpertin, die das Pferdezentrum Reken im Münsterland gründete, schrieb über 30 Fachbücher und Kinderbücher. Heute lebt die inzwischen 82jährige in Südspanien.

Lieblingsbücher und Filme

Als "Die Welt" 1976 über Ursula Bruns schrieb, die Schriftstellerin sei "groß, schlank, energisch", da war ihr Kinderbuch "Dick, Dalli und die Ponys" gerade in der 25. Auflage erschienen, "13 alte Esel" war 140 000mal verkauft worden, und Dick und Dalli hatten die Vorlage für die Immenhof-Filme geliefert, die in den 50er Jahren mit Heidi Brühl in einer der Hauptrollen gedreht wurden. "Die Welt" weiter: Aber das alles ist Vergangenheit.

Naturnahe Pferdehaltung

Ihre Aufmerksamkeit heute gilt der Verbreitung des Reitens, allerdings eines Reitens abseits üblicher Elite-Schulen. "Weg vom Wettkampf, weg vom Militärischen, weg vom Reiten mit Kraft", war schon immer ihre Devise. Sie hat, damals von allen verlacht und angegriffen, den Isländer in Deutschland eingeführt und durchgesetzt. Und heute führt sie für ihre Reitmethode einen ebenso energischen Kampf. Und es blitzt in ihren Augen, wenn sie sich dafür engagiert: "Gesund und kräftig soll in Deutschland ein Reiter sein." Aber sind wir gesund und kräftig?

Reiten ohne Sattel und Zügel

"Ein Pferd muss gar nicht mit Kraft geritten werden. Das hilft ihm nicht und dem Reiter auch nicht." Sie sagt natürlich, dass Pferde eine freie, lockere Führung, die dem Reiter wirklich "Ferien im Sattel" verschafft, nur leisten können, wenn man sie nicht in enge Boxen sperrt und obendrein noch mit Hafer füttert. "Fast alle Pferde können im Freien gehalten werden, auch im Winter. Ich habe das hoch gezüchteten Turnierpferden ausprobiert, die am anfälligsten sind. Und Pferde, die im Freien leben, sind so aggressionslos, dass auch Körperbehinderte darauf reiten lernen können."

Redaktion: Mark vom Hofe

Erlebte Geschichten: Ursula Bruns (06.06.2004)

Verfügbar bis 30.12.2099