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Erlebte Geschichten mit Roger Fritz

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Roger Fritz (links) und Klaus-Peter Schulze-Lackner

Erlebte Geschichten mit Roger Fritz

Von Ursula Deutschendorf

Ein Maler mit der Kamera - Als Roger Fritz anfing zu fotografieren, gab es noch keine automatischen Kameraeinstellungen. 1936 in Mannheim geboren, machte Fritz sein von der Jugendzeit an gepflegtes Hobby zum Beruf.

Natürlich fotografieren, keine Hilfsmittel, kein künstliches Licht - Fritz begann mit der Kamera zu malen, kassierte 1956 den Jugendpreis der Photokina in Köln und wurde international berühmt. Er arbeitete überall in der Welt, überall dort, wo bekannte, renommierte Illustrierte erschienen wie Vogue, Holiday, Stern.

Der Fotograf mit dem besonderen Auge

Bei Luchino Visconti wurde Roger Fritz Assistent, mit Rainer Werner Fassbinder arbeitete er an "Berlin Alexanderplatz". Die Kamera ist das Leben von Roger Fritz und bestimmt es heute noch - der Maler mit der Kamera, der in München lebt, entwirft weiterhin seine große Fotoreportagen.

Lebenslauf:

Jutta W. Thomasius in Frankfurter Neue Presse vom 27. Januar 1967:100 000 Mark, die er als Mode-, Werbe- und Pressefotograf auf die hohe Kante legen konnte, sind in die Produktion des "Mädchen"-Films geflossen ( sein erster Film).

Reich geboren und eigenen Weg gefunden

Roger Fritz, Sohn eines Hoteliers, der später Berufsoffizier wurde, mit einer, wie er sagt, "extrem reichen Verwandtschaft" versehen, und seit seinem 13. Lebensjahr Zögling von Internaten, Jugendheimen, ja selbst einer Erziehungsanstalt - "ich hatte da mal einen blöden Prozess vor dem Jugendgericht" - hat sich schon während der kaufmännischen Lehrzeit für die Fotografie interessiert.

Seinem Stil treu geblieben

Er wurde Illustrierten-Fotograf, war Mitgründer der Zeitschrift "Twen", Mitarbeiter von "Magnum", "Vagabund" und verschiedenen Tageszeitungen und zweimaliger erster Preisträger der Kölner "Photokina", Stipendiat des Ufa-Nachwuchsstudios von Else Bongers und sogar gelegentlich "Schauspieler in kleinen Chargen." Doch weit mehr als die mimische Laufbahn - "ich fand mich stets miserabel" - steckte ihm die Regie im Kopf.

Den Großen über die Schulter geschaut

Bei Luchino Visconti, der einen ständigen Stab von acht Assistenten unterhält, studierte er das Filmgeschäft. Bei dessen Operninszenierungen in Spoleto fungierte Roger Fritz als "1. Regieassistent". Auch in die Werkstatt von Pasolini und Bertolucci schnupperte er hinein, und in Amerika war er Giancarlo Menottis Regie-Assistent.

Wie in der Nähe einer große Familie

In der Münchener Jungfilmer-Gruppe hat sich Roger Fritz inzwischen häuslich niedergelassen. "Wir wohnen fast alle im gleichen Schwabinger Viertel, zwischen zwei Häuserblocks. Harro Senft, Alexander Kluge, Peter Schamoni, Vlado Kristl und die ganze Bande derer, die schreiben, drehen, kurzfilmen und fotografieren. Wir essen im gleichen Restaurant, trinken Kaffee im selben Café, tanzen im gleichen Beat-Schuppen."

Redaktion: Mark vom Hofe

Erlebte Geschichten: Roger Fritz (03.10.2004)