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Besucher sitzen auf einer Bank vor einer Wasserfontäne im Forellenteich. Bei Temperaturen um die 30 Grad bringt das Ilsetal eine willkommene Erfrischung für Ausflügler.

Gesundheitsrisiko Hochsommer – wie umgehen mit großer Hitze?

Stand: 22.07.2023, 00:00 Uhr

Heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad, dazwischen tropische Nächte, in denen es sich nicht mehr unter 20 Grad abkühlt – immer öfter ist damit auch in unseren ehemals gemäßigten Breiten zu rechnen. Nicht bloß unangenehm, sondern echt gefährlich wird es dann für alte und kranke Menschen.

Von Christoph Tiegel

Gesundheitsrisiko Hochsommer – wie umgehen mit großer Hitze?

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 22.07.2023 10:12 Min. Verfügbar bis 21.07.2024 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Das zweite Juli-Wochenende war ein echter Hitze-Hammer. An manchen Orten in NRW stieg die Außentemperatur auf über 35 Grad Celsius. Bei solch extremer Hitze sind ältere und alte Menschen besonders gefährdet. Dr. Janine Apitz, Leiterin der Geriatrie einer Oberhausener Klinik, erklärt warum: "Ältere Menschen haben weniger körpereigene Flüssigkeitsreserven. Gleichzeitig sinkt mit zunehmendem Alter die Wahrnehmung für Temperatur und Durst."

Ältere Menschen drehen manchmal im Sommer die Heizung auf, weil sie frieren. Und sie trinken oft zu wenig. Weil sie es schlicht vergessen. Weil es ihnen nicht schmeckt. Oder weil sie nicht so oft auf die Toilette gehen möchten. Laut Altersmedizinerin Janine Apitz sind das "die häufigsten Gründe für einen zu geringen Flüssigkeitsstand im Körper". Die so genannte Dehydration kann in heißen Sommern richtig gefährlich werden. Sogar lebensgefährlich.

Wer dehydriert, trocknet praktisch innerlich aus. Mögliche Folgen: Schwindel, massive Kreislaufprobleme, Bewusstlosigkeit. Dadurch kann es zu Verwirrtheitszuständen und leicht zu Stürzen und Brüchen kommen, zum Beispiel des Oberschenkelhalsknochens. Behandlung und Heilung sind bei hoch- und höchstaltrigen Patienten aufwändig und langwierig. Außerdem verkraften sie oft nur schwer, dass sie für Wochen aus ihrem gewohnten Umfeld heraus müssen.

Wie vor Hitzeschäden schützen?

Wie also sollten sich besonders ältere Menschen vor Hitzeschäden schützen? Direkte Mittagssonne meiden, sich möglichst an schattigen, kühlen Orten aufhalten, rät die Altersmedizinerin, und vor allem: "Trinken, trinken, trinken!" Ihre große Bitte an alle: "Achten Sie auf Ihre Mitmenschen! Bringen Sie älteren Menschen was vom Einkaufen mit und schauen Sie öfter mal nach dem Rechten!" Kopfschmerz, Übelkeit, lähmende Müdigkeit können Vorboten eines gefährlichen Hitzschlags sein. Dann, so Janine Apitz, heiße es: "Nicht lange fackeln, sondern sofort den Notarzt rufen!"

Gerade in Senioren- und Pflegeheimen leben die Menschen, für die die immer heißeren Sommer zum echten Problem werden kann. Deshalb muss bei Renovierungs- und Neubaumaßnahmen eigentlich unbedingt auch an Klimaanpassung gedacht werden. So wie im Haus am Park in Remscheid-Hasten. Ein langer, weiß gestrichener, dreistöckiger Bau, 2017 von Grund auf neu konzipiert, in dem es auch an schwülheißen Tagen angenehm kühl bleibt.

Das Haus ist klimatisiert und sehr gut gedämmt. Außenrollos sorgen dafür, dass die Sonne nicht in die Tagesräume knallen kann. Der das Haus umgebende Garten sorgt mit seinen Schatten spendenden Sträuchern und Bäumen für Sonnen- und Hitzeschutz im Außenbereich. Überhaupt Bäume – sie sind die Luftkühler schlechthin. Die Blattoberflächen reflektieren Sonnenstrahlung und durch die Spaltöffnungen ihrer Blätter verdampfen die Bäume Wasser. Beides kühlt die Umgebung runter.

Auch das gehört zur Klimaanpassung im Haus am Park in Remscheid: Gibt es eine Hitzewarnung des Wetterdienstes, achten die Pflegenden darauf, dass die Bewohner nur in den kühleren Morgen- und Abendstunden rausgehen. Und die Küche stellt den Essensplan an heißen Tagen auf leichte Kost um.