'Ein sehr verliebter Liebhaber der Musik' & Hamburger Sinfonik(er)

Die erste Stunde der Vesper ist Friedrich Gottlieb Klopstock gewidmet, der vor 300 Jahren geboren wurde. Die zweite Stunde der Vesper nimmt Sinfonisches aus und für Hamburg in den Blick.

Friedrich Gottlieb Klopstock, kolorierter Stahlstich um 1850

Vesper I

Ein sehr verliebter Liebhaber der Musik

17:04 - 17:45 Uhr

'Ich bin ein sehr verliebter Liebhaber der Musik, und ob ich gleich selbst weder spiele noch singe, so habe ich doch einen Flügel und Clavier in meiner Stube. Ich singe wohl bisweilen ein wenig mit, wenn es leicht ist, was gesungen wird'. So beschreibt Friedrich Gottlieb Klopstock seine Liebe zur Musik. Er sah es gerne, wenn seine Verse vertont wurden, und legte seine Dichtungen sogar regelrecht dafür an. Klopstock war einer der wichtigsten Poeten der deutschen Empfindsamkeit. Mit ihrer hymnischen Sprache, mit Pathos und Emotionen trafen seine Dichtungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts den Nerv der Zeit. Er ließ die festgefahrenen poetischen Regeln des Barock hinter sich und bettete die allzu rationale Haltung der Aufklärung in eine gefühlsbetonte 'Erlebnisdichtung' ein. Aus Anlass seines 300. Geburtstags ist ihm die erste Stunde der Vesper gewidmet.

Von Helga Heyder-Späth

Ein sehr verliebter Liebhaber der Musik

WDR 3 Vesper 06.07.2024 44:29 Min. Verfügbar bis 06.07.2025 WDR 3


Die Musikstücke zur Sendung

17:04 - 17:45 Uhr
Komponist:inTitel / LängeInterpret:in
Franz SchubertNun lasst uns den Leib begraben, , D 168
Quartett für Sopran, Alt, Tenor und Bass mit Klavier
(2'39'')
Marlis Petersen, Sopran
Anke Vondung, Mezzosopran
Werner Güra, Tenor
Konrad Jarnot, Bass
Christoph Berner, Hammerklavier
Georg Philipp TelemannSing, unsterbliche Seele, TWV 6:4a
(Kantate)
(12'34'')
Antje Rux, Sopran
Susanne Langner, Alt
Tobias Hunger, Tenor
Ingolf Seidel, Bass
Leipziger Concert
Leitung: Siegfried Pank
Giacomo MeyerbeerMüde, sündenvolle Seele, mach dich auf, erlöste Seele!
aus: Sieben geistliche Gesänge
für Solostimmen und Chor a cappella
(4'43'')
Rheinische Kantorei
Leitung: Hermann Max
Carl Philipp Emanuel BachKlopstocks Morgengesang am Schöpfungsfeste, Wq 239
(für 2 Soprane, Chor und Orchester)
(11'58'')
Barbara Schlick, Sopran
Johanna Koslowsky, Sopran
Das Kleine Konzert
Rheinische Kantorei
Leitung: Hermann Max
Reinhard Keiser

Reinhard Keiser

Vesper II

Hamburger Sinfonik(er)

18:04 - 19:00

In den Jahrzehnten um 1700 wurde die Hamburger Gänsemarktoper zum Impulsgeber für das deutsche Musikleben. Das gilt natürlich vor allem für theatralische Vokalmusik – aber auch fürs Instrumentale. Denn die Opern warteten mit beeindruckenden Ouvertüren auf (italienisch 'Sinfonia' genannt, was so viel wie 'Zusammenklang' bedeutet), und auch ansonsten mit allerlei instrumentalen Einlagen. Georg Friedrich Händels frühestes erhaltenes Orchesterwerk entstand 1705/06 in Hamburg, und auch Reinhard Keiser, der langjährige Intendant am Gänsemarkt, hat eindrucksvolle Instrumentalmusik geschrieben. Ein Meister des instrumentalen Zusammenklangs war der Hamburger Musikdirektor Georg Philipp Telemann. Und sein Nachfolger (und Patensohn) Carl Philipp Emanuel Bach stand ihm in nichts nach. Bachs 'Hamburger Sinfonien' sorgten 1773 sogar im fernen Wien für Aufsehen. Die Donaumetropole wurde dann im 19. Jahrhundert zur Hochburg der Sinfonik. Bevor es den in Hamburg geborenen Johannes Brahms dorthin zog, erprobte er sein sinfonisches Talent in einer Serenade, die er in seiner Heimatstadt zur Uraufführung brachte.

Von Helga Heyder-Späth

Hamburger Sinfonik(er)

WDR 3 Vesper 06.07.2024 55:57 Min. Verfügbar bis 06.07.2025 WDR 3


Die Musikstücke zur Sendung

18:04 - 19:00
Komponist:inWerk / LängeInterpret:in
Georg Friedrich HändelOuvertüre HWV 336
zur Oper 'Der beglückte Florindo'
(3'34'')
Parley of Instruments
Leitung: Peter Holman
Reinhard KeiserOuvertüre, Menuett und Entree
aus 'Die Verbindung des großen Herkules mit der schönen Hebe'
(5'58'')
Elbipolis Barockorchester Hamburg
Georg Philipp TelemannKonzert F-Dur, TWV 53:F1
(für 3 Violinen, Streicher und Basso continuo)
(13'47'')
Fabio Biondi, Violine
Andrea Rognoni, Violine
Fabio Ravasi, Violine
Europa Galante
Leitung: Fabio Biondi
Carl Philipp Emanuel BachSinfonie
h-Moll, Wq 182 Nr. 5 (H 661)
für Streicher und Basso continuo
(10'30'')
Akademie für Alte Musik Berlin
Leitung: Georg Kallweit
Johannes BrahmsSerenade Nr. 2 A-Dur, op. 16
(für Orchester)
(12'12'')
Capella Augustina
Leitung: Andreas Spering