"Rice and Shine"-Podcast

Rice & Shine

COSMO Rice and Shine

"Rice and Shine"-Podcast

Aktuelle Folge: Hamburg 1980: Als der rechte Terror wieder aufflammte

Die Gesichter mit Geburts- und Todesdatum der beiden Opfer des Anschlags von 1980: Nguyễn Ngọc Châu (22) und Đỗ Anh Lân (18)

Nguyễn Ngọc Châu (22) und Đỗ Anh Lân (18)

Anlässlich der vietnamesischen Übersetzung zeigen wir nochmal das deutsche Original: Für die Folge "Hamburg 1980, als der rechte Terror wieder aufflammte" arbeiteten wir einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Hamburg auf, in dessen Folge zwei junge Männer aus Vietnam starben: Nguyễn Ngọc Châu (22) und Đỗ Anh Lân (18). Der Fall gilt als der erste rassistische Mord der BRD, die drei Attentäter um Manfred Roeder als Vorgänger des NSU.

Zum 40. Jahrestag hatten wir anhand von Gerichtsakten, alten Zeitungsberichten und Gesprächen mit Zeitzeug:innen die historischen Hintergründe und ihre Folgen rekonstruiert. Unter anderem besuchten wir die Mutter eines der Opfer, Đỗ Mùi, die Überlebenden Thị Kim Thoa und Thời Trọng Ngũ, sowie die damaligen Paten der beiden Männer, Gisela und Heribert von Goldammer. Was war damals geschehen, wie haben die Geschehnisse die Angehörigen und Überlebenden verändert und wie geht es weiter?

Die Folge wurde erstmals am 22.08.2020 veröffentlicht. Am 28. Mai 2021 erhielt sie den CIVIS Top Award, Europas bedeutendster Medienpreis für audiovisuelle Beiträge rund um Integration und kulturelle Vielfalt.

Wir danken

  • der Initiative Châu und Lân für ihr beharrliches, herzliches Engagement für einen öffentlichen Gedenkort. Namentlich danken wir dem Theaterregisseur Dan Thy Nguyen, der früh auf die Initiative gestoßen war und andere darauf aufmerksam machte; dem Filmemacher Dieu Hao Do für den Kontakt zu Đỗ Mùi; sowie Trọng, Thoa und Lee für die Unterstützung bei unserer Recherche.
  • der Generalbundesanwaltschaft für das Archivmaterial
  • der Produktionsfirma K2H für das Studio, namentlich Khesrau Behroz und Louis Klamroth
  • unseren Synchronsprecher:innen: Maximiliane Häcke & Alice Hasters ("Feuer und Brot"), Kolja Unger, Sebastian Meineck
  • Phil Ninh für das tolle Coverbild
  • und natürlich unseren vielen Hörer:innen, die unseren Podcast und auch diese Folge finanziell unterstützt haben, bis Rice and Shine zur Koproduktion zwischen ZEIT ONLINE und COSMO wurde.

Weitere Folgen

Generation 1991

Cover Rice and Shine: Generation 1991

In den vergangenen Monaten ist ein erfolgreicher Film nach dem nächsten mit mehrheitlich asiatischen Casts und Teams erschienen, auch asiatische Serien überbieten sich. Alles nur ein Hype oder der Start einer diverseren Filmlandschaft?

Wir blicken in dieser Folge mit drei Gästen weit zurück zu unseren damaligen Fernsehheld:innen und zu aktuellen Highlights: Vi Dan Tran war Action Designer im Marvel-Film "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" und erklärt, wie eigentlich Martial Arts Szenen entstehen. Christina Ann Zalamea synchronisierte die neue Disney-Prinzessin aus "Raya und der letzte Drache" und schwärmt mit uns über die südostasiatische Märchenwelt. Und schließlich berichtet Dieu Hao Do, der gerade an einem Dokumentarfilm über seine Familie arbeitet, von mangelnder Vielfalt im deutschen Film und Fernsehen.

*Leider reicht die Geburtenstatistik von Kindern vietnamesischer Staatsbürger:innen nur bis zum Jahr 2000, von daher beruht unsere These einer "Generation 1991" nur auf einer persönlichen Beobachtung. Für die Zeit vor 2000 gibt es lediglich eine Statistik von Neugeborenen, die aus eine Ehe zwischen einem deutschen und einem vietnamesischen Elternteil entstanden sind. Dieser selektive Ausschnitt ist allerdings nicht aussagekräftig für eine ganze Community.

Shang-Chi, Raya & wir: Die ultimative Film-Folge

Cover Rice and Shine: Ultimative Filmfolge

In den vergangenen Monaten ist ein erfolgreicher Film nach dem nächsten mit mehrheitlich asiatischen Casts und Teams erschienen, auch asiatische Serien überbieten sich. Alles nur ein Hype oder der Start einer diverseren Filmlandschaft? Wir blicken in dieser Folge mit drei Gästen weit zurück zu unseren damaligen Fernsehheld:innen und zu aktuellen Highlights: Vi Dan Tran war Action Designer im Marvel-Film “Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings” und erklärt, wie eigentlich Martial Arts Szenen entstehen. Christina Ann Zalamea synchronisierte die neue Disney-Prinzessin aus “Raya und der letzte Drache” und schwärmt mit uns über die südostasiatische Märchenwelt. Und schließlich berichtet Dieu Hao Do, der gerade an einem Dokumentarfilm über seine Familie arbeitet, von mangelnder Vielfalt im deutschen Film und Fernsehen.

Eine Auswahl erwähnter Filme und Serien (alphabetisch)

Burning (2018)
Crazy Rich Asians (2018)
Cyberpunk 2077 (2020)
Die Reise nach Tokio (1963)
Dune (2021)
Hao are you? (n.n.)
In The Mood For Love (2000)
Jackfruit (2021)
Mein Vietnam (2021)
Minari (2021)
Parasite (2019)
Raya und der letzte Drache (2021)
Searching (2018)
Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021)
Squid Games (2021)
The Farewell (2019)
Wishlist (2016)
When the Tenth Month Comes (1984)
Yi Yi – A One and a Two (2000)

Von der Freiheit, andere zu enttäuschen: Sexismus unter Viets

Von der Freiheit, andere zu enttäuschen: Sexismus unter Viets

Triggerwarnung: Es werden explizite Schilderungen von körperlicher und emotionaler Gewalt vorkommen.

Nicht nur westliche Gesellschaften blicken herablassend auf weibliche Personen, auch viele vietnamesische Familien haben starre Erwartungen an Mädchen und Frauen und setzen sie teilweise mit Gewalt durch. Eine, die das durchlebt hat, ist Thi Trang Nhung Schilling. Die 33-Jährige ist Teil des ZEIT-ONLINE-Projekts „Die 49“ und erzählt im Podcast, wie es ist, in einer streng konservativen, patriarchalen Familie aufzuwachsen, die sich an ihrer Stelle einen Sohn gewünscht hätte. Draußen, sagte sie, "waren halt die Deutschen – und die versuchten, ein sehr gleichberechtigtes Leben zu führen. Und bei uns zuhause, das ist eine andere Welt, in der ich mich in diese Rollen einordnen muss und erfüllen muss.“ Das habe ihr Selbstwertgefühl angegriffen. Doch Nhung erzählt nicht nur von ihrem Leid, denn sie konnte sich schrittweise von den Erwartungen ihrer Eltern lösen. Heute denkt sie: Wir haben alle die Freiheit, unsere Eltern zu enttäuschen. Wie sie trotz gewaltvoller Erfahrungen zu dieser Haltung kam und sogar Versöhnung mit ihren Eltern gefunden hat? Hört es selbst.

Anlaufstellen bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen:

Gewaltschutzambulanz

Wer häusliche Gewalt erlebt und nicht sofort zur Polizei möchte, sollte sich zumindest medizinisch untersuchen lassen, am besten bei der nächsten Gewaltschutzambulanz. Ärzt:innen unterliegen der Schweigepflicht, der Besuch wird aber schriftlich dokumentiert – was bei Rechtsstreitigkeiten wichtig werden kann.

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Anonyme, kostenlose Beratung bei häuslicher Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder gibt es unter 08000 116 016. Die Hotline ist rund um die Uhr erreichbar, auf Wunsch gibt es auch eine Sprachmittlung für Vietnamesisch. Es gibt auch ein Hilfetelefon für Gewalt an Männern: 0800 123 9900.

Spezialisierte Anlaufstellen

Es ist nicht "nur Gewalt"? Das Berliner Beratungsnetzwerk für Zugewanderte bietet eine Online-Datenbank mit Anlaufstellen für verschiedenste Probleme, z.B. mit Arbeit, Bildung, Wohnung, Asyl, Sucht, Diskriminierung,… Link: www.beratungsnetz-migration.de

Sozialarbeit auf Vietnamesisch

Bei Unsicherheiten (nicht bei Notfällen) kann CLARA helfen, eine vietnamesischsprachige Erziehungs- und Familienberatung. Die Sozialarbeiterin Hanh Nguyen berät telefonisch und persönlich. Für einen Termin einfach Anliegen und Rückrufnummer auf ihrer Mailbox hinterlassen: 0176 34670343. 

*Die Finanzierung erfolgt durch den Berliner Senat, den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den FRÖBEL e.V.

Asiatische Männlichkeit - Zwischen Kampfkünstler und Supernerd?

Wenn man in Deutschland als (ost)-asiatischer Mann aufwächst, dann wird man schnell mit bestimmten Stereotypen über asiatische Männer konfrontiert. Asiatische Männer seien Nerds, entmännlicht, bestenfalls gut in Kampfkunst. Woher kommen diese Stereotype? Was bedeuten Männlichkeit und Mannsein überhaupt? Und was bedeuten diese Worthülsen insbesondere für vietnamesische Menschen in Deutschland? Das diskutieren Minh Thu und Vanessa in der neuen Folge Rice and Shine, zusammen mit dem Künstler Minh Duc Pham, dem GQ Gentleman des Jahres Long Nguyen und ihren eigenen Vätern.

Begriffserklärungen:

No fat, no femme, no asian: Spruch aus der Gay Community, der beschreiben soll, mit welchen "Typen" eine Person keine romantische Beziehung haben will. Er drückt in sehr prägnanter Art und Weise Misogynie, Rassismus und Fettfeindlichlichkeit innerhalb der queeren Community aus.

Twink: Slang aus der queeren Community. Unter einem Twink versteht man einen jungenhaft aussehenden, schlanken Mann mit geringer Körper- und Gesichtsbehaarung und wenig Muskeln.

Ist das noch Phở oder schon respektlos?

In der ersten Folge sprechen Vanessa und Minh Thu über ihr Lieblingsthema: Vietnamesisches Essen - vor allem um Kontroversen darüber. Sommerrollen, Frühlingsrollen und Phở gibt's in Deutschland inzwischen an fast jeder Ecke. Gleichzeitig verdienen aber auch weiße Menschen am Hype mit, und nicht immer verkaufen sie am Ende das, was das Gericht eigentlich ausmacht. In der neuen Folge Rice and Shine diskutieren die beiden zusammen mit Personen aus der Gastrobranche und ihren Mamas: Wo endet die respektvolle Bewunderung und wo beginnt kulturelle Aneignung? Wie viel Kreativität darf sein und wie geht kulinarischer Austausch auf Augenhöhe?

Begriffserklärungen:

Cultural appropriation: Das Oxford English Dictionary definiert 'Cultural Appropriation' als "nicht anerkannte oder unangemessene Übernahme von Praktiken, Bräuchen oder Ästhetiken einer sozialen oder ethnischen Gruppe von Mitgliedern einer anderen (typischerweise dominanten) Community oder Gesellschaft". Diskussion über Cultural appropriation existieren in Popkultur, Kunst und eben auch in Esskultur. Wo die Grenze ist zwischen Bewunderung und Disrespekt, das steht immer wieder zur Debatte. 

Phở: Vietnamesische Nudelsuppe mit Reisbandnudeln. Die mit speziellen Gewürzen aromatisierte, klare Brühe wird häufig aus Rinderknochen, oft auch aus Hühnerknochen zubereitet. Regional variieren Zubereitungsweise, Gewürze und Beilagen. Häufig als Nationalgericht Vietnams bezeichnet. 

Bánh mì: Vietnamesisch für Brot, im internationalen Gebrauch meint man mit Bánh mì meist ein vietnamesisches Sandwich, das als Streetfood beliebt ist. Belegt wird das Bánh mì häufig mit selbstgemachtem Paté und Mayonaise, gegrilltem Fleisch, vietnamesischer Wurst, eingelegtem Gemüse und Koriander. 

Bánh xèo (übersetzt: gebrutzelter Reiskuchen): Häufig als Reispfannkuchen übersetzt, was aber oft zu Verwirrung führt: Im Teig sind nämlich keine Eier. Bánh xèo werden traditionell aus Reismehl hergestellt, die goldgelbe Farbe bekommt der Pfannkuchen durch die Zugabe von Kurkuma, je nach Region wird auch Kokosmilch in den Teig gegeben. Der crêpeartige Teig wird in einer geölten Pfanne knusprig ausgebacken und mit Shrimp, Mungbohnen, Schweinebauch und Bohnensprossen gefüllt. Serviert wird das Bánh xèo mit einem Dip aus Fischsoße und Limetten und viel Salat und Kräutern. 

Bún Bò Huế: Nudelsuppe aus der ehemaligen Kaiserstadt Huế, mit Reis-Vermicelli Nudeln und einer Brühe aus Rinderknochen, das Aroma der Suppe entsteht durch Zitronengras Shrimppaste und Annatosamen, später fügt man auch Chiliöl hinzu. Serviert wird die Suppe mit Rindfleischtranchen, Schweinshaxe und vielen frischen Kräutern. 

Chả lụa (Südvietnam) oder Chả giò (Nordvietnam): Eine vietnamesische Wurst aus Schweinefleisch, die in Bananenblättern eingewickelt ist. Sie wird häufig in Bánh mì gegessen, oder als Beilage zu verschiedenen vietnamesischen Gerichten gereicht. 

: Vietnamesische Anrede für ältere weibliche Personen, häufig wird das Wort mit "Tante" übersetzt - was aber die Anrede nicht ganz fasst, weil mit cô nicht nur weibliche Tanten angesprochen wird, sondern generell ältere Personen im Alter der Mutter.