Münster will Kinder besser vor Missbrauch schützen

Die Eingangstür des Jugendamts in Münster. Darauf steht "Amt für Kinder, Jugendliche und Familie" dazwischen drei Puzzleteile.

Münster will Kinder besser vor Missbrauch schützen

Die Stadt Münster will Kinder besser vor sexualisierter Gewalt schützen. Anlass ist der große Missbrauchsfall rund um den Hauptbeschuldigten Adrian V. aus Münster.

Der Ausschuss für Kinder und Jugend hat sich am Donnerstagabend einstimmig für ein Konzept ausgesprochen, das mehr Personal und Fortbildungen im Jugendamt vorsieht.

Fortbildung im Mittelpunkt

Das Ziel dabei: mehr Kinderschutz durch bessere Fortbildung. Die Jugendamtsmitarbeiter sollen genauer wissen, wie Täter vorgehen. Wie die ihre Missbrauchstaten verschleiern und Kinder manipulieren.

Viele bleiben nur wenige Jahre

Und wer im Sozialdienst in Münster anfängt, der soll länger und intensiver auf den schwierigen Job vorbereitet werden. Denn bislang werfen etwa 80 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frustriert das Handtuch. Im kommunalen Sozialdienst in Münster bleiben die meisten Mitarbeiter maximal zwei bis drei Jahre. Erfahrene Fachkräfte seien deswegen Mangelware. Im März muss der Rat in Münster den Maßnahmen noch zustimmen.

Gutachten entlastet städtisches Jugendamt

Erläutert wurde in der Sitzung auch ein Gutachten zur Rolle des Jugendamtes in dem großen Missbrauchskomplex. Professor Christian Schrapper vom Institut für soziale Arbeit kommt zu dem Schluss: "Mit dem Wissen von heute hätte man die Opfer besser schützen können. Aber dieses Wissen lag damals nicht vor. Gravierende fachliche Versäumnisse sind in der Arbeit des Jugendamtes der Stadt Münster nicht zu erkennen."

Stand: 26.02.2021, 20:00

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