Mädchen sitzt im Dunkeln und stützt ihren Kopf in eine Hand.

Studie: Mehr psychische Probleme bei Kindern seit Corona

Stand: 04.10.2022, 09:29 Uhr

Insbesondere Jugendliche kämpfen mit den Folgen der Corona-Pandemie. Einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge leiden sie häufiger an Depressionen und Essstörungen.

Die Corona-Pandemie hat vor allem für Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren Folgen. Das geht aus einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor. Der Untersuchung zufolge leiden sie im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit deutlich häufiger unter Depressionen, Ess- und Angststörungen sowie starkem Übergewicht.

Corona-Maßnahmen als Grund

Grund dafür seien insbesondere die "pandemiebegleitenden Maßnahmen", so die DAK. Darunter Lockdowns, Schulschließungen und das Aussetzen Halt-gebender Strukturen im Alltag wie Sportvereine oder Jugendeinrichtungen. Auch die daraus resultierenden Belastungen im Familienleben würden zu den Problemen beitragen.

In NRW seien 2021 etwa ein Drittel mehr Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren mit einer Essstörung und ein Fünftel mehr mit einer Angststörung behandelt worden, teilt die Krankenkasse mit und beruft sich auf ihren Kinder- und Jugendreport 2022 für Nordrhein-Westfalen.

Weniger Arztbesuche

Dafür wurden ambulante und stationäre Behandlungsdaten von 142.000 Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2021 untersucht und mit der Lage vor der Pandemie im Jahr 2019 verglichen. Demnach gingen Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Arzneimittelverschreibungen insgesamt zurück.

Laut der Krankenkasse wurde ein deutlicher Anstieg der Fälle von starkem Übergewicht auch bei Grundschülern und älteren Jungen registriert.

Klaus Overdiek, Chef der Landesvertretung der Kasse, sprach insgesamt von einer "dramatischen Entwicklung bei unseren Kindern und Jugendlichen" und warnte vor den Langzeitfolgen.

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