Ex-Baerbock-Mitarbeiter wird RWE-Cheflobbyist

Stand: 01.11.2022, 19:51 Uhr

Titus Rebhann wechselt als Chef-Lobbyist zum Energiekonzern RWE. Rebhann, Partei-Mitglied der Grünen, war lange enger Mitarbeiter von Außenministerin Annalena Baerbock.

Der ehemalige Bürochef von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wird zum 1. März 2023 Leiter der Hauptstadtrepräsentanz des Energiekonzerns RWE in Berlin. Das bestätigte ein RWE-Sprecher am Dienstag in Essen. Zuvor hatte die "Welt" berichtet. Titus Rebhann war bis zum Regierungswechsel Ende vergangenen Jahres Leiter von Baerbocks Bundestagsbüro. Dann wechselte er mit ihr ins Auswärtige Amt.

Seit Oktober vom Ministerium freigestellt

Das Ministerium verwies jedoch darauf, dass er seit Mitte Oktober freigestellt sei und "keine beruflichen Kontakte mit RWE gehabt und an keinerlei Vorhaben mit direktem Bezug zu RWE mitgewirkt" habe.

Das Grünen-Parteimitglied begründete seinen Wechsel damit, dass er wieder mehr im Bereich Energie und nationalem Klimaschutz tätig sein wolle. "RWE ist ein spannender Konzern, der sich wandelt und die Energiewende mit Milliardeninvestitionen ernst nimmt", sagte der 39-Jährige. "Ich freue mich, zukünftig die Transformation in Richtung CO2-Neutralität des größten deutschen Energieunternehmens aktiv mitgestalten zu können."

Wechsel in die Wirtschaft nicht unüblich

Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft sind nicht unüblich. So wurde zum Beispiel der frühere Sprecher der Bundesregierung, Thomas Steg, 2012 Chef-Lobbyist bei Volkswagen. 2013 wechselte der Staatsminister im Bundeskanzleramt, Eckart von Klaeden, ebenfalls als Lobbyist zu Daimler.

Anforderungsprofil für RWE Chef-Lobbyist

Das RWE-Anforderungsprofil für den Chef-Lobbyisten passt auf Rebhann: RWE setzt stark auf erneuerbare Energien, im Rheinischen Revier in Nordrhein-Westfalen bis 2030 aber auch noch auf Braunkohle.

Oliver Krischer (29.06.2022)

NRW-Umweltminister Oliver Krischer

NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) war einst Rebhanns Chef: Der künftige RWE-Lobbyist leitete während Krischers Zeit im Bundestag acht Jahre lang dessen Büro. 2018 wechselte er zu Baerbock.