Die zwei Schimpansen in ihrem neuen Außengehege im Zoo Krefeld.

Nach Affenhausbrand im Krefelder Zoo: Schimpansen haben neues Außengehege

Stand: 07.09.2022, 09:57 Uhr

Der Brand im Krefelder Zoo am Neujahrsmorgen 2020 hatte bundesweit für große Bestürzung gesorgt. 50 Tiere starben – die Schimpansen Bally und Limbo überlebten. Jetzt durften sie zum ersten Mal in ihr neues Außengehege.

Von Susi Makarewicz

Die beiden Affen hätten die neue Anlage bereits nach wenigen Minuten betreten und erkundet, hieß es vom Krefelder Zoo. Das 49 Jahre alte Schimpansen-Weibchen Bally habe sich zuerst auf das unbekannte Terrain getraut, der 29 Jahre alte Limbo sei ihr etwas später gefolgt.

Neues Außengehege nicht einsehbar gebaut

Die neue Anlage hat rund 400.000 Euro gekostet. Sie ist zwischen fünf und sieben Metern hoch und bietet den Tieren Kletter-, Lauf- und Ruhemöglichkeiten in unterschiedlichen Höhen. Besucherinnen und Besucher können die Schimpansen im neuen Außengehege allerdings nicht beobachten, es ist für sie nicht einsehbar. Der Zoo plant deswegen, einen Livestream auf seiner Webseite einzurichten.

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Blick in das abgebrannte Affenhaus des Krefelder Zoos

Blick in das abgebrannte Affenhaus des Krefelder Zoos.

Das Affenhaus im Zoo Krefeld war bei dem Brand komplett zerstört worden. Bally und Limbo waren deswegen die vergangenen fast drei Jahre in einem Provisorium untergebracht: Ein separater Bereich, der nicht von Zoobesuchern eingesehen werden konnte. Zwischen dem Krefelder Zoo und Tierschützern schwelt seit Jahren ein Streit um die Unterbringung der beiden Menschenaffen.

Tierschützer kritisieren Haltung

Die Tierschützer sprechen von einer "quälerischen Isolationshaltung". Der Zoo hält dagegen, dass Gutachter die gute Verfassung der Affen bestätigt hätte, es gebe "keine Anzeichen für Verhaltensstörungen" und auch ihr körperlicher Zustand sei gut.

Krefelder Schimpansen haben ein neues Außengehege

00:23 Min. Verfügbar bis 07.09.2023


Weitere Baumaßnahmen geplant

Bei dem neuen Außengehege allein soll es nicht bleiben. Der Zoo möchte in den nächsten Jahren weitere Außen- und Innengehege für Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen bauen.

Die beiden Schimpansen Bally und Limbo, die den Brand des Affenhauses 2020 leicht verletzt überlebt haben in einem Innengehege.

Die beiden Schimpansen Bally und Limbo, die den Brand des Affenhauses 2020 leicht verletzt überlebt haben.

Als nächstes soll der Gorilla-Garten auf der Fläche des ehemaligen Affenhauses erweitert werden. Die Fertigstellung des gesamten Komplexes ist für 2029 geplant.

Die Brandkatastrophe war an Neujahr 2020 durch eine auf dem Dach des Affenhauses gelandete Himmelslaterne ausgelöst worden. Drei Frauen hatten sie steigen lassen. Sie wurden zu Geldstrafen verurteilt. Bei dem Feuer waren etwa 50 Tiere gestorben, darunter acht Menschenaffen.

Über dieses Thema berichten wir am 7.9.2022 auch in den WDR2-Nachrichten Rhein-Ruhr um 12.30 Uhr.

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