Ortsausgangsschild mit Kreis Düren durchgestrichen

Bürgerentscheid: Kreis Düren behält seinen Namen

Stand: 18.08.2022, 20:53 Uhr

Bei einem Bürgerentscheid im Kreis Düren hat sich eine große Mehrheit der Bürger gegen eine Umbenennung des Landkreises ausgesprochen. 83 Prozent der Stimmen wurden für den Erhalt des bisherigen Namens "Kreis Düren" abgegeben.

Von Michael Esser

Bis Donnerstagmorgen konnten die Bürger ihre Stimme per Briefwahl abgeben. Ende Juli hatte die Kreisverwaltung mehr als 215.000 Stimmberechtigte angeschrieben und ihnen in die Wahlunterlagen zugesandt. Die zu entscheidende Frage lautete: "Soll der Name des Landkreises Kreis Düren beibehalten werden?"

Letztendlich beteiligten sich knapp 120.000 Stimmberechtigte, 112.000 Stimmzettel waren gültig. Gut 92.000 Bürgerinnen und Bürger stimmten für die Beibehaltung des Namens des Landkreises.

Kreistag für "Rurkreis Düren-Jülich"

Der Name "Kreis Düren" gilt seit 1972, als die Altkreise Düren und Jülich zusammengelegt wurden. Eine Entscheidung, die besonders im Jülicher Bereich viele als Zurücksetzung empfanden.

Stimmzettel für den Bürgerentscheid

Auch vor diesem Hintergrund sprach sich der Dürener Kreistag im Dezember 2021 bei nur fünf Gegenstimmen für einen neuen Namen aus – "Rurkreis Düren-Jülich". Dieser Name stehe für den gesamten Kreis mit seinen 15 Kommunen.

Er bringe auch das weltweit bekannte Forschungszentrum Jülich in Erinnerung und der Fluss Rur, der von der Eifel kommend von Süd nach Nord durchs Kreisgebiet fließt, sei das gemeinsame Band, so die Argumente.

Zunächst kaum öffentliche Diskussion

Vor allem in der Stadt Düren und im Südkreis stießen diese Überlegungen auf wenig Gegenliebe, auch wenn es keine Stellungnahmen von offizieller Seite gab. Auch die öffentliche Diskussion über die Namensänderung lief von politischer Seite bestenfalls auf Sparflamme. Von der Bekanntgabe der Absicht bis zum Kreistagsbeschluss zur Namensänderung waren es nur wenige Wochen.

 Gegner erzwingen Bürgerentscheid

Die Gegner einer Umbenennung versammelten sich Anfang des Jahres. Nach einer ersten unverbindlichen Unterschriftensammlung starteten sie ein formales Bürgerbegehren. Für die Gegner waren die Kosten einer Namensänderung überflüssig und viel zu niedrig angesetzt, der seit fünfzig Jahren geltende Name sei gut genug auch für die Zukunft.

Rund 13.000 Stimmen kamen dabei zusammen. Anders als von den Gegnern erhofft, bekräftigte der Kreistag allerdings seinen Beschluss vom Dezember – und machte damit automatisch den Weg zum Bürgerentscheid frei. Seither wird heftig über Vor- und Nachteile alter oder neuer Namen diskutiert.

Große Teilnahme an der Abstimmung

Viele Bürger nehmen an der Abstimmung teil

Das Interesse am Bürgerentscheid war sehr groß. Schon eine Woche vor der Auszählung hatte die Hälfte der Bürger den Brief mit dem Stimmzettel zurückgeschickt.

 

Über dieses Thema berichten wir auf WDR2 und in der Lokaltzeit Aachen um 19.30 Uhr

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