Duisburger Wasserschutzpolizei warnt vor Schwimmen im Rhein

02:54 Min. Verfügbar bis 12.05.2023

Duisburg: Schwimmen im Rhein lebensgefährlich

Stand: 12.05.2022, 19:55 Uhr

Das schöne Frühsommerwetter zieht viele ans Wasser und einige auch ans Rheinufer. Im Rhein ist schwimmen verboten - aber die Gefahr wird immer wieder unterschätzt. Die Duisburger Wasserschutzpolizei warnt.

Seit Tagen genießen die Menschen die Sonne, am Mittwoch gab es sogar einen Hitzerekord und das Wochenende verspricht hohe Temperaturen. Viele Menschen suchen nach einer Abkühlung - aber viele Freibäder sind noch nicht geöffnet.

Jedes Jahr tödliche Badeunfälle im Rhein

Eine Alternative dazu ist der Rhein nicht. Das zeigen jedes Jahr die tödlichen Badeunfälle - wie im vergangenen Jahr in Duisburg.

Hier sind Mitte Juni drei Mädchen von den Rheinfluten mitgerissen worden. Eins stirbt im Krankenhaus, die anderen werden erst Tage später tot in den Niederlangen gefunden.

Gefährliche Strudel im Rhein

Das Planschen ist "lebensgefährlicher Leichtsinn", meint Volker Scholz von der Wasserschutzpolizei Duisburg: "Zwischen den Buhnen entstehen kleine Strudel - und wenn man da einmal reingerät, wird man mitgerissen und möglicherweise sogar bis in die Strommitte. Die Kraft verlässt einen dann schnell - und man geht unter."

Dazu kommt, dass der Rhein eine Fließgeschwindigkeit von ungefähr sechs Stundenkilometern hat - was nicht zu unterschätzen ist. Auch erfahrene Schwimmer kommen dagegen oft nicht an.

Wie gefährlich ist der Rhein?

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Auch knietief ins Wasser gehen lebensgefährlich

Auch in Orsoy ist bei schönem Wetter eine Menge los am Rheinufer. Im vergangenen Jahr ist hier ein 29-jähriger Mann aus einer Flüchtlingsunterkunft ertrunken.

Josef Devers ist hier in Orsoy aufgewachsen. Wenn er leichtsinnige Menschen am Ufer sieht, weist er sie auf die Gefahren hin.

"Die Unfälle passieren im Prinzip ja nicht durch Schwimmer, sondern sie passieren in der Regel durch Menschen, die knietief ins Wasser gehen. Und dann kommt ein Schubverband und erzeugt eine Unterströmung. Dann werden die Leute quasi von den Beinen geholt", erklärt der Anwohner.

Aufklärung über Gefahren - viele unwissend

Die meisten kennen diese Gefahren nicht. Schon gar nicht, wenn sie nicht aus der Region sind. In Orsoy informiert die DLRG deshalb auch jetzt Bewohner in Flüchtlingsheimen. Entlang des Rheins stehen mittlerweile auch viele mehrsprachige Warnschilder. Die Stadt Duisburg hat ein Video zur Gefahrenaufklärung online gestellt.

Es wird aufgeklärt, so gut es geht - und doch fürchtet man, dass es bald schon den nächsten Badeunfall im Rhein geben könnte.

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