Tote in Dormagen: Mann schoss wohl auf zwei weitere Menschen

Stand: 06.10.2022, 13:33 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen auf einen 36-Jährigen in einem Kiosk in Dormagen verdichten sich die Hinweise, dass der mutmaßliche Täter am gleichen Tag im Westerwald auf zwei weitere Menschen geschossen hat.

Es handle sich dabei um eine 74-jährige Mutter und ihre 34-jährige Tochter, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag mit. Beide erlitten demnach mehrere Schussverletzungen und befinden sich noch immer im Krankenhaus, ihr Zustand sei im Moment aber stabil.

74-Jähriges Opfer sagt aus

Die beiden Frauen waren am Freitag bei Breitscheid in Rheinland-Pfalz gefunden worden - rund 90 Kilometer entfernt von Dormagen. Eine von ihnen konnte inzwischen befragt werden.

Die 74-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft einen 55-Jährigen als mutmaßlichen Täter identifiziert, der einige Stunden nach der Tat in Dormagen rund einen Kilometer entfernt mit einer tödlichen Schusswunde im Kopf am Straßenrand entdeckt worden war. Die Ermittler gehen aufgrund der Umstände davon aus, dass der Kosovare Suizid begangen hat.

Opfer und mutmaßlicher Täter kannten sich

Die Hintergründe der Tat sind weiter unklar. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kannten sich die beiden Frauen und der mutmaßliche Täter, der wegen Gewaltdelikten bereits polizeibekannt war.

Ob sich der 55-jährige Tatverdächtige und das 36-jährige Opfer aus Dormagen ebenfalls kannten, ist unklar. Allerdings habe die Auswertung einer Überwachungskamera des Kiosks ergeben, dass der mutmaßliche Täter in dem Ladenlokal gezielt auf den Mann zugegangen war und ihm in den Rücken und in die Seite geschossen hatte. In dem Kiosk hatten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu dem Zeitpunkt mehrere Menschen aufgehalten.

Von Dormagen in den Westerwald

Die Polizei hatte nach den tödlichen Schüssen im Kiosk am Freitag mit Dutzenden Beamten nach dem Schützen gefahndet. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz.

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