Das Naturschutzgebiet Bislicher Insel zwischen Ginderich und Xanten ist eine Auenlandschaft, die durch Flusslaufänderungen des Rheins entstanden ist. Rheinaltarm vor Sonnenuntergang

Naturschutzflächen in NRW wachsen

Stand: 16.08.2022, 10:05 Uhr

Laut Landesumweltamt steigt der Anteil der Gebiete in NRW, die dem Naturschutz gewidmet sind. Seit 1995 habe sich der Anteil der Naturschutzflächen an der Landesfläche mehr als verdoppelt.

Der Umfang der Naturschutzflächen hat in Nordrhein-Westfalen einen neuen Höchststand erreicht. Nach Berechnungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) erreichten die Naturschutzflächen 2021 eine Ausdehnung von rund 297.000 Hektar. Das entspreche einem Anteil an der Landesfläche von 8,7 Prozent, teilte das Umweltministerium mit. Im Vergleich zu 2020 ergibt sich aus den Daten ein Zuwachs von 10.300 Hektar in Jahresfrist.

Seit 1995 mehr als verdoppelt

Der Landesanteil stieg um 0,3 Prozentpunkte. Langfristig betrachtet hat sich der Anteil der Naturschutzflächen an der Landesfläche seit 1995 demnach mehr als verdoppelt. Dazu gehören Naturschutzgebiete, der Nationalpark Eifel, Nationale Naturmonumente und Wildnisentwicklungsgebiete. In den Naturschutzgebieten und im Nationalpark hat der Schutz von Natur und Landschaft Vorrang vor menschlichen Nutzungen.

Rothaarsteig - der "Weg der Sinne"

Der Rothaarsteig führt über den Kamm des Rothaargebirges, vorbei an Natur- und Kulturdenkmälern, auf schmalen Pfaden und mitten durch wunderschöne Naturschutzgebiete ...

Rothaarsteig bei Kuhhude

Auf dem fast 160 Kilometer langen Fernwanderweg lässt sich - je nach Ehrgeiz - in 6 bis 12 Tagesetappen vom Sauerland über den Kahlen Asten, durch eine Ecke von Siegen-Wittgenstein, bis in das südlicher gelegene Dillenburg in Hessen wandern. Lisa Feller, Kathrin Heinrichs und Stefanie Hetzel erkunden auf einer 4-Tages-Tour den mittleren Teil des Rothaarsteigs und die Umgebung drum herum.

Auf dem fast 160 Kilometer langen Fernwanderweg lässt sich - je nach Ehrgeiz - in 6 bis 12 Tagesetappen vom Sauerland über den Kahlen Asten, durch eine Ecke von Siegen-Wittgenstein, bis in das südlicher gelegene Dillenburg in Hessen wandern. Lisa Feller, Kathrin Heinrichs und Stefanie Hetzel erkunden auf einer 4-Tages-Tour den mittleren Teil des Rothaarsteigs und die Umgebung drum herum.

Los geht es im Naturschutzgebiet "Neuer Hagen" bei Winterberg. Vom Gipfel des Clemensberg lässt sich die Umgebung gut überblicken. Mit seinen 838 Metern über NN ist er immerhin der vierthöchste Berg des nördlichen Rheinischen Schiefergebirges. Der Clemensbergs liegt inmitten der Niedersfelder Hochheide.
Mit 57 Hektar ist diese eine der größter Hochheidelandschaften in Deutschland. Und eine der schönsten. Damit das auch so bleibt, helfen hier Heidschnucken und Ziegen beim Erhalt der Landschaft. Denn mit ihrem gesunden Appetit verhindern sie die Bewaldung der Landschaft.
Durch die Heide führt ein rund fünf Kilometer langen Rundweg. Auf dem "Goldenen Pfad" gibt es 10 Achtsamkeitsstationen, die zum Pausieren und Genießen einladen.

Nächstes Ziel ist Winterberg, wo das Trio in den Schluchten- und Brückenpfad einsteigt. Der schöne Wanderweg liegt im NSG Unteres Helletal. Rechts und links des Weges steigen schroffe Felswände hoch. Überall plätschern Bäche und es gibt zahlreiche Mini-Wasserfälle. Der Rundwanderweg ist 4,1 Kilometer lang und in gut eineinhalb Stunden zu gehen.

Nächstes Ziel ist der Höhepunkt jeder Rothaarsteig Wanderung: der Kahle Asten mit dem Astenturm. Mit seinen 842 Metern ist er zwar nur der zweitgrößte der 2.711 Berge im Sauerland, dennoch gibt es hier eine phantastische Aussicht.
Auf der Bergkuppe ragt der Astenturm noch ein paar Meter weiter in den Himmel. Der macht den Asten so immerhin zum höchstgelegenen Aussichtspunkt in ganz NRW! Der Astenturm birgt auch die bekannte Wetterstation. Seit 1918 wird hier das Wetter beobachtet, und schon damals war der Astenturm ein Touristenmagnet.

Erholung für geschundene Füße gibt es auf dem Barfußpfad Langewiese. Auf dem 600 Meter langen Pfad werden die Füße auf den unterschiedlichsten Materialien und Untergründen schön durchgeknetet. In Tretbecken kann man sie dann noch abkühlen. Außerdem hat man hier im Höhendorf Langewiese bei Winterberg auch noch einen tollen Ausblick auf die wunderschöne Gegend.

Von Schanze aus kann man auch in den WaldSkulpturenWeg einsteigen. Der Themenweg ist 23,4 Kilometer lang und führt bis nach Bad Berleburg. In die Landschaft eingebettet sind elf Skulpturen und Plastiken von internationalen Künstlern. Seit 2000 gibt es diesen Wanderweg bereits und er hat seither schon viele Wanderer begeistert.
Auch gut von Schanze aus zu erwandern ist die Hängebrücke Kühhude. Die Brücke ist 40 Meter lang und 12 Meter hoch. Ein tolles Highlight! Wem das aber zu wackelig ist: Es gibt auch einen Weg, der die Hängebrücke umgeht.

Wer auf dem Rothaarsteig unterwegs ist, der sollte unbedingt einen Abstecher zur Wisent-Welt machen. Denn in der Nähe von Bad Berleburg lebt auf einem 20 Hektar großen Areal eine Wisent-Herde. Durch die umliegenden Wäldern streift seit 2013 zwar auch eine komplett freilebende Herde, doch wie alle Wild-Tiere sind auch Wisente menschenscheu. In der Wisent-Welt dagegen können die "Könige des Waldes" fast hautnah erlebt werden. Um das Gehege herum führt ein drei Kilometer langer Weg, der sehr naturnah gestaltet ist. Nur ein Zaun trennt den Besucher von den imposanten Tieren - das ist schon ziemlich beeindruckend!

Weiter geht es zum Rhein-Weser-Turm. Der bewirtschaftete Aussichtsturm liegt auf 684 Metern. Der Aussichtsturm setzt nochmal 24 m drauf. Wer die 113 Treppenstufen erklimmt, hat von dort oben einen wirklich tollen Rundumblick.

Durch das schöne Naturschutzgebiet Schwarzbachtal geht es weiter in Richtung Ginsburg. Die Höhenburg wurde einst im 13. Jahrhundert errichtet. Die Ruine der Ginsburg ist heute Ausflugsziel und Aussichtspunk.Von der Plattform des wiedererrichteten Bergfrieds hat man wieder einen tollen Panoramablick! Für den Rothaarsteig hat die Ginsburg übrigens eine große Bedeutung, denn hier fand am  6. Mai 2001 die feierliche Eröffnung des Fernwanderweges statt.

Ziel der letzten Etappe ist die Tiefenrother Höhe. Sie liegt im Zentrum des Naturraums Kalteiche zwischen Lahn und Sieg. Genau über den 552 Meter hohem Gipfel verläuft der Rothaarsteig. Seit 2008 gibt es auf der waldfreien Kuppe eine Aussichtsplattform mit dem schönen Namen „Nase im Wind“. Von dort bietet sich bei gutem Wetter ein Panoramablick über das Siegerland bis hin zum Siebengebirge.
Hier endet unsere 4-tägige Wanderung auf dem Herzstück des Rothaarsteigs!

In diesen Gebieten dürfen laut Lanuv die Wege nicht verlassen werden. Eine forstliche oder landwirtschaftliche Nutzung sei höchstens unter bestimmten Vorgaben möglich. "Ohne eine intakte Natur, ohne ein wildes und lebendiges Nordrhein-Westfalen, sind unsere Lebensgrundlagen gefährdet", erklärte Umweltminister Oliver Krischer (Grüne). Deshalb seien größere Kraftanstrengungen erforderlich, um die biologische Vielfalt zu erhalten.

Intakte Lebensräume seien die Basis dafür und der Nationalpark Eifel zeige, welchen Erfolg ambitionierter Natur- und Artenschutz erreichen könne. Etwa 45 Prozent der untersuchten Tier-, Pilz- und Pflanzenarten stünden in NRW auf der "Roten Liste" – seien also gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.

Minister Krischer: Was hat er sich vorgenommen?

WDR 5 Morgenecho - Interview 30.06.2022 07:25 Min. Verfügbar bis 30.06.2023 WDR 5


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