So soll die Schule in Corona-Zeiten wieder starten

So soll die Schule in Corona-Zeiten wieder starten

Gibt es für alle Schüler wieder Unterricht? Für wen gilt die Maskenpflicht? Und wie sieht der Alltag in den Schulen aus? Kurz vor dem Start des neuen Schuljahres in NRW gibt es viele Fragen. Hier die wichtigsten Antworten.

Wie soll der Unterricht ablaufen?

Die Zeiten des flächendeckenden Homeschoolings sind nun vorbei. Stattdessen soll wieder mehr Normalität herrschen. Das Schulministerium will, dass "möglichst vollständig" in den Schulen unterrichtet wird und die volle Zahl an Unterrichtsstunden stattfindet.

Zumindest, solange es zum Schulstart nicht zu heiß in NRW ist: Aufgrund der derzeit hohen Temperaturen wurden die Hitzefrei-Regelungen angepasst. Nun dürfen auch Oberstufenschüler vom Unterricht befreit werden, sobald die Temperaturen in den Räumen 27 Grad überschreiten.

Gibt es Ausnahmen für vorerkrankte Kinder?

Vorgesehen ist Unterricht in voller Klassenstärke. Nur wenn es nicht genug Lehrer gibt oder eine Coronainfektion nicht anders verhindert werden kann, soll es "Distanzunterricht" geben - also von zuhause aus.

Es sei denn, ein Kind hat "relevanten Vorerkrankungen" - dann gibt es Ausnahmen. So dürfen Eltern entscheiden, ob eine "gesundheitliche Gefährdung" entstehen könnte. Ein ärztliches Attest wird zunächst nicht verlangt. Die Schulen sollen aber schriftlich informiert werden. Im Zweifelsfall kann doch ein Attest oder sogar ein Gutachten vom Amtsarzt verlangt werden.

Wie soll ein möglicher Unterricht von zuhause ablaufen?

Homeschooling soll nicht bedeuten, dass nichts getan wird. Das Schulministerium stellt deshalb klar: Für den sogenannten Distanzunterricht gelten die gleichen wöchentlichen Unterrichtsstunden wie in der Schule. Auch fließt der "Distanzunterricht" künftig in die Benotung mit ein. Lehrer sollen mit Laptops oder anderen Geräten ausgestattet werden, um digital unterrichten zu können. Auch für Schüler können unter bestimmen Voraussetzungen Geräte angeschafft werden.

Wie wird verhindert, dass morgens alle Kinder gleichzeitig in die Schule kommen?

Der Unterricht kann zwischen 07.30 und 08.30 Uhr beginnen und somit entzerrt werden. Wann es in welcher Schule losgeht, entscheiden die Kommunen als Schulträger. Damit es in Bussen nicht zu voll wird, soll mit den Verkehrsunternehmen zusammengearbeitet werden. Bis zu 1.000 zusätzliche Schulbusse sollen eingesetzt werden.

Wie soll eine Corona-Ausbreitung in den Schulen verhindert werden?

Statt auf Abstand und kleinere Lerngruppen zu setzen, wählt das Land einen anderen Weg. Zunächst einmal gilt: regelmäßiges Lüften der Räume. Wo das nicht möglich ist, darf laut dem Schulministerium auch nicht unterrichtet werden.

Zudem muss in den Schulen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Das gilt für das gesamte Schulgelände, die Flure, den Weg zur und in der Klasse. Lediglich Grundschüler dürfen die Maske abnehmen, wenn sie auf ihrem Platz sitzen und der Unterricht beginnt. In allen weiterführenden Schulen gilt die Maskenpflicht auch im Unterricht - für Lehrer und Schüler. Dies ist bis Ende August erst einmal befristet. Wer keine Maske trägt, kann im schlimmsten Fall sogar einen Schulverweis bekommen.

Das Schulministerium hat die Schulen aber auch aufgefordert, "Maskenpausen" zu gewähren. Wie den Schülern ermöglicht werde, den Mund-Nasen-Schutz zeitweise abzunehmen, hänge von den Bedingungen und der Kreativität der jeweiligen Schule ab, sagte Schulstaatssekretär Mathias Richter.

Gibt es Ausnahmen von der Maskenpflicht?

Ja. So dürfen Lehrer ohne Mund-Nasen-Schutz sein, wenn sie mindestens 1,5 Meter von ihren Schülern entfernt sind. Schüler dürfen die Maske abnehmen, wenn es medizinische Gründe gibt oder der Unterricht es erfordert. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) nannte als Beispiel das Lernen des "th" im Englischunterricht oder das Vortragen von Referaten. Auch in Förderschulen gelten andere Regeln - etwa bei geistig behinderten Kindern oder Hörgeschädigten, die viel über Mimik kommunizieren.

Stand: 11.08.2020, 15:30