Karneval

Karneval im Rheinland - Hoffnung auf normale Session

Stand: 17.08.2022, 22:10 Uhr

Nach Jahren der Pandemie machen sich die Festkomitees Sorgen um den Bestand des Karnevals. Jetzt haben sich Vertreter aus vier rheinischen Städten auf einem der größten Aachener Volksfeste, dem Oecher Bend, getroffen.

Von Ingo Wagner

Mit Zuckerwatte und zahlreichen Fahrgeschäften lockt der Oecher Bend jedes Jahr bis zu 400.000 Besucher auf den Aachener Bendplatz. Auch Stefan Kleinehr, der Vizepräsident des Düsseldorfer Karnevals, Marlies Stockhorst vom Festausschuss des Bonner Karnevals, Christoph Kuckelkorn vom Festkomitee des Kölner Karnevals und Frank Prömpeler vom Festausschuss des Aachener Karnevals wollten sich einen Bummel über den 30.000 Quadratmeter großen Platz mit all seinen Attraktionen nicht entgehen lassen. Und ein Bier, eine Bratwurst und sogar eine gemeinsame Fahrt im Autoscooter mussten schon sein.

Intensive Gespräche über die Zukunft des Karnevals

Von links: Frank Prömpeler, Stefan Kleinehr, Marlies Stockhorst, Christoph Kuckelkorn

Von links: Frank Prömpeler, Stefan Kleinehr, Marlies Stockhorst und Christoph Kuckelkorn

Aber eigentlich waren die vier nach Aachen gekommen, um weit ernstere Dinge zu besprechen. Denn die Pandemie hat den Karnevalsvereinen schwer zu schaffen gemacht. "Wir tauschen uns heute aus, wie die kommenden Sessionen in unseren Landesverbänden sein werden", sagt Frank Prömpeler vom Festausschuss des Aachener Karnevals. "Wir hoffen auf Unterstützung vom Land, denn noch eine Session ohne Karneval, die wird schon recht schwer."

Schwere finanzielle Belastung der Vereine

Gute Laune vor ernstem Hintergrund: v.l. Christoph Kuckelkorn, Marlies Stockert und Frank Prömpeler

Gute Laune vor ernsten Hintergrund: Christoph Kuckelkorn, Marlies Stockert und Frank Prömpeler

Denn die Karnevalsvereine haben schwer unter der Pandemie gelitten. In den vergangenen Jahren haben die Vereine Programme und Plakate drucken lassen, Künstler eingeladen und Hallen angemietet, nur, um dann alles wieder absagen zu müssen. Das bedeutete erhebliche finanzielle Verluste, die durch die staatlichen Hilfen nur teilweise aufgefangen werden konnten. Bei ihrem Treffen in Aachen haben die Festkomitees unter anderem besprochen, sich gemeinsam an das Land zu wenden, um mehr Unterstützung zu bekommen.

Begeisterung für den Karneval wachhalten

Und die Vertreter der Festkomitees tauschten auch gemeinsame Ideen aus, um den Enthusiasmus der Karnevalisten wachzuhalten. Denn die Sorge ist groß, dass sich die sonst so karnevalsbegeisterten Rheinländer allmählich abwenden könnten, wenn all die geplanten Karnevalsveranstaltungen auch in diesem Jahr wieder abgesagt werden müssten.

Dazu haben sich die örtlichen Vereine einiges einfallen lassen. So hat der Aachener Kinderkarneval zum Beispiel den "Akika-Dance-Cup" organisiert, bei dem hunderte kleine Karnevalisten sich zum Tanzen treffen. Solche und ähnliche Ideen wurden nun in Aachen vorgestellt  - nachahmenswerte Beispiele, um den Geist des Karnevals am Leben zu erhalten.

Die Festkomitees der Rheinischen Karnevalshochburgen sehen dem Herbst mit gemischten Gefühlen entgegen: Mit der Hoffnung, endlich mal wieder eine richtige Session zu haben und zugleich der Angst davor, was bei einem erneuten Ausfall aus ihren Vereinen wird.     

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