Corona-Impfung: 20.000 Freiwillige wollen helfen

Corona-Impfung: 20.000 Freiwillige wollen helfen

Mehr als 20.000 Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Medizinische Fachangestellte haben sich bereits freiwillig gemeldet: Sie alle wollen helfen, wenn ab dem 27. Dezember gegen Corona geimpft wird.

Die mobilen Impfteams stehen in den Startlöchern, die Impfzentren in NRW sind bereit: Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff, denn ab dem 27. Dezember sollen die ersten Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt werden. Damit dieser logistische Kraftakt auch gelingt, haben bereits mehr als 20.000 Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Medizinische Fachangestellte freiwillig ihre Unterstützung angeboten.

Aus dem Ruhestand ins Impfzentrum

So auch der 69-jährige Allgemeinmediziner Hermann Geldmann aus Recklinghausen. 30 Jahre lang hat er eine eigene Praxis geleitet. Seit einem Jahr ist er im Ruhestand. Aber an Aufhören denkt er noch lange nicht: "Da bricht die Pest aus und die Ärzte laufen weg. Das geht nicht. Man ist ja auch Arzt und nicht nur Mediziner und da muss man auch kämpfen." Deshalb hat er sich freiwillig meldet, um als Ärztlicher Leiter eines der insgesamt 27 Impfzentren in Ostwestfalen-Lippe zu übernehmen.

Impfen im Schichtbetrieb

Es ist die Aufgabe der Städte und Kreise, sich um die Organisation und Logistik der jeweiligen Impfzentren zu kümmern. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind für das medizinische Personal, die Terminvergabe und die Durchführung der Impfungen zuständig.

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe haben sich bisher 12.000 medizinische Fachkräfte gemeldet. Darunter seien etwa 6.000 Ärzte. Neben dem alltäglichen Praxisbetrieb wäre die Arbeit in den Impfzenten allerdings nicht zu stemmen. Deshalb wird das medizinische Hilfspersonal bei der KVWL schichtweise aushelfen. So fehlen sie nicht an anderer Stelle und die ambulante Versorgung in den Krankenhäusern und Kliniken ist weiterhin gewährleistet.

Wer wird zuerst geimpft?

Auf Bundesebene ist festgelegt worden, dass zuerst die Menschen über 80 Jahre eine Schutzimpfung erhalten sollen. In den Pflegeheimen werden mobile Impfteams unterwegs sein. So ist gewährleistet, dass Personen geimpft werden, die besonders anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf sind. Auch das Pflegepersonal soll zu den allerersten gehören, die eine Corona-Schutzimpfung erhalten.

Zu viele Impfzentren bei zu wenig Impfstoff?

Zum Impfstart kommen weniger Impfdosen bei uns an, als die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein erwartet hat. Der Vorstandsvorsitzender Frank Bergmann sprach in der WDR-Sendung "Hier und heute" von ca. 50.000 Impfdosen. Dabei gab er zu bedenken, dass ein sicherer Impfschutz erst nach zweimaliger Impfung im Abstand von drei Wochen beginne. Dadurch könnten im ersten Durchlauf nur halb so viele, also 25.000 Menschen, geimpft werden. In Köln erhält das Gesundheitsamt am 27. Dezember zunächst nur 1.000 Impfdosen. In Düsseldorf sind es lediglich 700.

Warum der Impfstart jetzt wichtig ist

Allgemeinmediziner Hermann Geldmann ist dennoch überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. Es macht für ihn Sinn, in den Altenheimen mit den Impfungen anzufangen: "Das sind ja die, die am häufigsten sterben, auf den Intensivstationen landen, beatmet werden. Wenn die alle schon mal durchgeimpft sind, dann entlastet das unser Gesundheitswesen."

Geldmann rechnet damit, dass der nächste Impfstoff schon Mitte Januar kommt. Mit einer Wirksamkeit von 95 Prozent soll die Corona-Schutzimpfung weitaus wirksamer sein als die herkömmliche Grippeimpfung.

In NRW sollen landesweit 53 Corona-Impfzentren entstehen. Das Impfzentrum Essen ist landesweit eines der größten mit zwölf sogenannten Impfstraßen. Hier sollen bis zu 2.400 Menschen pro Tag geimpft werden können.

Stand: 18.12.2020, 17:13

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