Gefärbte Eier

Service rund ums Ei

Stand: 08.04.2022, 06:00 Uhr

Durchschnittlich 230 Eier isst jeder von uns im Jahr. Tendenz steigend. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Besonders viele verzehren wir an Ostern – hart gekocht und bunt gefärbt. Ernährungswissenschaftler Stephan Lück hat die Tipps rund ums Ei.

„Zu den 230 Eiern pro Jahr zählen auch diejenigen, die sich in Fertigprodukten wie Backwaren oder Saucen befinden“, sagt Ernährungsexperte Stephan Lück. Aber keine Sorge: „Grundsätzlich sind Eier gesund“, sagt Lück.

So stecken in Eiern hochwertige Nährstoffe wie die Vitamine A und D, „die wir über pflanzliche Produkte nicht bekommen“. „Allerdings haben Eier nicht wenig Kalorien, sättigen dafür aber schlecht, und das Eigelb besteht zu 50 Prozent aus Fett.“ Das Cholesterin sei in der Regel aber nur für diejenigen ein Problem, die ohnehin schon hohe Werte haben.

Wissenswertes über Eier und Hühner

Hier und heute 08.04.2022 09:08 Min. Verfügbar bis 08.04.2023 WDR

Drei Eier pro Woche sind genug

Daher gelte: „Eier sind ein Lebensmittel, das man genießen sollte“, sagt Lück. Und zwei oder drei Mal in der Woche Eier zu essen – das sei schon in Ordnung. Mehr sollte es aber nicht sein, „gar nicht unbedingt aus gesundheitlichen Gründen“, sagt Lück. Denn schließlich seien Eier ein tierisches Produkt. Und davon sollte man grundsätzlich nicht zu viel essen. 

Worauf sollte ich beim Einkauf achten?

Das Biosiegel liegt auf Eiern

Bio-Eier sollten eine artgerechte Haltung garantieren.

Haben Sie bei Konsum und Einkauf von Eiern auch stets das Tierwohl im Blick. Stephan Lück rät „zumindest“ Bio-Eier zu kaufen. Klar, auch die stehen mitunter in der Kritik – insbesondere bei großen Betrieben. Fraglich sei auch, wie Discounter Bio-Eier so günstig anbieten könnten, meint Lück. Aber man müsse davon ausgehen, dass dabei die Standards zur artgerechten Haltung eingehalten werden. „Mehr kann ich als Verbraucher nicht tun.“ 

Noch besser sei es allerdings, Eier direkt beim Bauern zu kaufen. Einige Supermärkte bieten auch solche Eier an. Diese seien dann zwar mitunter doppelt so teuer. Dafür könne man in der Regel aber sicher sein, dass die Tiere auch artgerecht gehalten werden. 

Darüber hinaus gibt es Eier mit der Aufschrift „Ohne Kükentöten“. Das bedeutet, dass die männlichen Küken mit aufgezogen werden. „Das finde ich super“, sagt Lück. Aber auch diese Eier seien dann natürlich teurer. Das Töten männlicher Küken soll bis Ende 2022 grundsätzlich verboten werden.

Ei mit Erzeugercode.

Der Erzeugercode enhält alle wichtigen Informationen zur Herkunft der Eier.

Von Eiern aus Bodenhaltung rät der Ernährungswissenschaftler hingegen ab. Die Bedingungen seien in der Regel nicht tiergerecht. Freilandhaltung sei zwar etwas besser. Aber auch diese Eier sollte man nicht kaufen, sagt Lück. Käfighaltung ist seit 2010 in Deutschland verboten. Trotzdem werden solche Eier nach wie vor auch hierzulande konsumiert. Denn: „Die meisten Eier in Fertigprodukten stammen leider aus Käfighaltung“, sagt Lück. 

Das bedeuten die Nummern auf dem Ei

Der auf Ei abgedruckte Code gibt Aufschluss über seine Herkunft. Die erste Ziffer steht für die Haltungsform: 0 für Bio-, 1 für Freiland- und 2 für Bodenhaltung, die 3 für „Kleingruppenhaltung“. Danach kommt die Abkürzung für das Herkunftsland und die letzte Ziffer steht für den Betrieb. Über entsprechende Apps lässt sich so die Herkunft jedes Eis nachverfolgen. 

Eier zu Ostern 

Das Problem: Bei bereits gefärbten, bunten Ostereiern ist mitunter nicht klar, wo die Eier herkommen. Sie gelten als „verarbeitete Eier“, bei denen die Haltungsform nicht angegeben werden muss. Daher der Tipp von Stephan Lück: Bio-Eier kaufen und selber färben. Dafür gibt es künstliche und natürliche Lebensmittelfarben. Beide seien gesundheitlich unbedenklich – auch, wenn etwas davon auf dem Ei zu sehen ist. 

Die hartgekochten, bunten Eier seien wochen-, wenn nicht sogar monatelang haltbar, so Lück. Doch auch ungekochte Eier seien in der Regel länger haltbar, als es auf der Verpackung stehe – auch ungekühlt. Zudem schmeckten ganz frische Eier auch gar nicht so gut. 

Ob man ein Ei weich-, oder besser hartgekocht essen sollte, habe ebenfalls nichts mit dessen Alter zu tun. Wenn Salmonellen, dann kommen diese in der Regel auf der Schale oder in ganz rohen Eiern vor. 

Wichtig: Eier entweder im Kühlschrank oder ungekühlt lagern – nicht hin- und herwechseln. Sonst können kleine Risse in der Schale entstehen und dann verdirbt das Ei wiederum schneller. 

Um herauszufinden, ob ein Ei noch frisch ist, gibt es einen einfachen Trick: Man legt es in ein Glas mit Wasser. Sinkt es nach unten, ist es frisch. Schwimmt es oben, sollte man es nicht mehr essen.

Wachteleier

Beim Kauf von Wachteleiern muss besonders auf die artgerechte Haltung der Tiere geachtet werden.

Gerade an Ostern sind auch Gänse- und Wachteleier beliebt und inzwischen in vielen Supermärkten erhältlich. Der deutsche Tierschutzbund warnt aus diesem Anlass: „Wachteleier stammen meist aus Käfighaltung“ – welche für Legehennen ja verboten sei, für Wachteln aber nicht. „Wer auf Wachteleier nicht verzichten möchte, sollte daher auf biologische, durch Ökoverbände zertifizierte Produkte achten.“

Grundsätzlich aber seien Gänse- und Wachteleier ebenfalls ein hochwertiges Lebensmittel. Wichtig sei aber immer, dass man sie durcherhitze, den sie seien häufig mit Salmonellen behaftet.