Beste Resteküche: Wie vom Feld bis auf den Teller mehr vom Essen bleibt

Der Vorkoster 24.10.2022 44:00 Min. UT Verfügbar bis 24.10.2023 WDR

Beste Resteküche: Wie vom Feld bis auf den Teller mehr vom Essen bleibt

Stand: 21.10.2022, 17:00 Uhr

Klimakrise, teure Lebensmittel, Inflation – allerhöchste Eisenbahn, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Bei 11 Millionen Tonnen Lebensmittel, die in Deutschland jährlich im Müll landen, gibt es auf jeden Fall ein großes Sparpotential.

Wer wirft das denn alles weg?

Fairerweise muss man sagen, dass in den 11 Millionen Tonnen auch solche Lebensmittelabfälle eingerechnet sind, die nicht zu vermeiden sind (unverwertbare Schalen, Knochen etc.). Dennoch ist die Verschwendung groß, denn ein guter Teil der Abfälle ließe sich vermeiden. In Privathaushalten wird am meisten weggeworfen: 59% der Abfälle entstehen dort, gefolgt von 17% in der Gastronomie. 15% fallen bei der Verarbeitung an, 7% im Handel, und die verbleibenden 2% in der Primärproduktion.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Obst mit Schönheitsfehlern lässt sich schwerer verkaufen, bei Fleisch sind fast nur Edelstücke gefragt. Falsche Etiketten machen einwandfreie Lebensmittel unverkäuflich und im Restaurant werden halbvolle Teller stehen gelassen. Diese Abfälle sind nicht nur ein moralisches Problem: Bei der Produktion von Lebensmitteln werden Energie, Wasser, Fläche und Rohstoffe benötigt. Mit dem weggeworfenen Lebensmittel werden gleichsam auch diese wertvollen Ressourcen verschwendet.

Um diesem Problem etwas entgegenzusetzen, etablieren sich immer mehr Initiativen: Foodsaver übernehmen beim Bauern die Nachernte, Rettermärkte verkaufen abgelaufene, aber noch genießbare Lebensmittel und Discounter bieten unperfekte Produkte für kleines Geld an.

Das Ende der Verschwendung beginnt zu Hause

Auch zu Hause lassen sich mit etwas Planung und maßvollem Verhalten viele Lebensmittelabfälle vermeiden. Das freut nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel. Die goldenen Regeln, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, sind:

  • Einkaufsliste schreiben und nur die Menge kaufen, die tatsächlich benötigt wird.
  • Nicht von Angeboten verführen lassen – 6 Äpfel im Angebot sind nicht günstiger, wenn tatsächlich nur 2 Äpfel benötigt werden.
  • Lebensmittel richtig kühlen und lagern – die Chance, dass sie verderben, wird so geringer.
  • Sehen, riechen, schmecken! Auch bei abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum können Lebensmittel noch „gut“ sein. Vertrauen Sie Ihren Sinnen!
  • Mit Resten kochen.

Gerade mit Resten kochen fällt vielen Menschen schwer, aber mit etwas Kreativität und Mut lassen sich daraus tolle Gerichte zaubern. Der Vorkoster zeigt, wie es geht. Klassiker der Resteverwertung sind Aufläufe und Eintöpfe, in denen alle möglichen Reste Verwendung finden können. Mittlerweile gibt es auch Apps, die helfen, Rezepte für die Lebensmittel zu finden, die noch übrig sind.

Rezepte

Diese Rezepte verstehen sich als Inspirationshilfe. Man kann die Menge der verschiedenen Zutaten variieren, je nachdem, wie viele „Reste“ übrig sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Essensreste zudem nicht planen lassen. Daher ist beim Kochen mit Resten ein wenig Mut zum Ausprobieren gefragt: Reisreste lassen sich zum Beispiel durch Kartoffelreste ersetzen. Statt Entrecôte kann auch ein anderes Reststück verwendet werden. Kuchen schmeckt auch mit einem Gemisch aus verschiedenen Obstsorten. Verwenden Sie das, was da ist! Wer weiß, vielleicht entsteht ja so ihr neues Lieblingsgericht.

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