Björn Freitag kocht grenzenlos köstlich: Meran und Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt

Björn Freitag kocht grenzenlos köstlich 08.07.2022 29:20 Min. UT Verfügbar bis 08.07.2023 WDR

Björn Freitag kocht grenzenlos köstlich – Meran und Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt

Stand: 08.07.2022, 10:00 Uhr

Allein reisen ist schön, zu zweit ist’s besser! Spitzenkoch Björn Freitag und „Wunderschön“-Moderatorin Tamina Kallert bereisen für das kulinarische Reisemagazin „Grenzenlos köstlich“ diesmal gemeinsam das nördliche Italien – es geht von Meran über Trient bis nach Verona. Was man unbedingt sehen muss – das weiß Tamina, und wo’s die besten Leckereien gibt, das ist Björns Fachgebiet.

1. Etappe: Kurstadt Meran und Umgebung

Die erste von 3 Etappen der Genussreise führt Björn und Tamina in die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt mit der Hauptstadt Meran. Beim Stadtspaziergang zeigt sich die historische Kurstadt abwechslungsreich. Stolze Prachtbauten prägen das Stadtbild, dabei hat sie sich aber den Charme einer Kleinstadt bewahrt. Keineswegs ist Meran angestaubt, hippe Bars und Restaurants drängen in den Vordergrund. An vielen Ecken sieht man Palmen und im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel – das sorgt für ein besonders reizvolles Ambiente.

Legendäres Restaurant

In Meran trifft Mediterranes auf Alpenländisches – auch im kulinarischen Bereich, so z.B. im legendären Restaurant „Sissi“, wo Björn nach vielen Jahren einen alten Freund wiedertrifft und mit ihm am Herd steht. Andrea Fenoglio verkörpert in Meran die Haute Cuisine und kocht mit seinem Team auf Sterneniveau. Sein Restaurant gibt es seit 1991. Die Philosophie: Jedes Gericht muss einen Sinn haben. Und den Sinn bekommt es für Andrea durch Tradition und Regionalität, gemixt mit modernem Zeitgeist. Seine Küche ist eine Fusion von mehreren Kulturen – und dieses Credo ist in und rund um Meran überall in Restaurants anzutreffen.

Tolle Insidertipps für Meran

Björn und Tamina bekommen in Meran auch gute Genusstipps von einer Insiderin. Julia Lindner ist gebürtige Kölnerin und lebt schon seit über 15 Jahren in Meran. Als Agentur-Inhaberin und Autorin widmet sie sich den Themen Genuss, Lifestyle und Design. Julia weiß also, was sich in Sachen Genusshandwerk in der Stadt und Umgebung tut. Und das ist so einiges. Es gibt ihn zwar noch, den klassischen Stammgast- und Kur-Tourismus, aber die Zeiten ändern sich in Südtirol und auch in Meran. Die Hotel- und Gastszene boomt und damit einhergehend entwickelt sie sich weiter. Palmen, Dolce Vita und schneebedeckte Berge – das macht die zweisprachige Region auf der Alpensüdseite so abwechslungsreich – für Aktivurlauber, Faulenzer, aber eben auch für Genussreisende.

  • Tipp 1: Trendy Schokolade aus Meran

Die stylische Schoko-Boutique samt Manufaktur findet man direkt im Zentrum von Meran. Inhaber René Romen ist gelernter Patissier, war viele Jahre im Ausland und entschied sich dann, wieder in seine Heimatstadt Meran zurückzukehren, um hier die beste Schokolade mit den eigenen Händen zu erzeugen: Die ausgewählten Bohnen werden von Hand sortiert und dann vor Ort geröstet. Es gibt ganz klassische Schokolade, aber auch eine mit Ziegenmilch aus der Region. „58Chocolate“ ist der einzige Chocolatier im Raum Meran. Seine Schokolade bekommt man z.B. auch in München oder Berlin.

  • Tipp 2: Design-Vinothek im Zentrum der Stadt

Eine aufwändig gestaltete Vinothek samt historischem Weinkeller öffnete im April 2022 mitten in der Innenstadt von Meran ihre Tore. Wein-Freunde können hier die Tropfen der „Kellerei Meran“ verkosten und sich dabei fachlich beraten lassen. Bei der Kellerei handelt es sich um eine Genossenschaft, die rund 360 Mitglieder des kleinsten, aber feinsten Weinanbaugebiets Italiens vereint: „Alto Adige“. Hauptsitz der Kellerei ist in Marling, da werden die Weine gekeltert, nachdem die teils winzigen Weinbaubetriebe die Trauben angeliefert haben. Ein spezielles System erlaubt sogar die Rückverfolgung bis zum Weinberg.

  • Tipp 3: PUR Markt – regional ohne Kompromisse

Im historischen Kurhaus Merans kann man heutzutage schlemmen, denn hier hat sich der „PUR-Markt“ angesiedelt mit seinem regionalen Sortiment. Im Angebot sind Produkte von rund 240 Bauern und Manufakturen aus Südtirol, darunter einige sehr kleine Betriebe wie Bergenbauernhöfe. Diese Höfe hätten es sonst schwer, ihre Produkte an den Genießer zu bringen. Man findet u.a. Säfte, Weine, Gemüse, Maronenaufstrich und auch frische Knödel, Schinken und Brot.

  • Tipp 4: Frühstück der besonderen Art

Nur eine Straße vom Zentrum entfernt beginnt eines der Villenviertel Merans und hier gibt’s ein kleines, hippes Hotel mit einem der besten Frühstückskonzepte der Stadt. Das „Ottmanngut“ hat eine bewegte Historie und hier lebt man Tradition. Inhaber Martin Kirchlechner hat das Gasthaus von seiner Großmutter übernommen und komplett renoviert. Nicht nur Hotelgäste können hier den Tag mit einem Frühstück in 3 Gängen beginnen – und dabei gibt es täglich wechselnde Speisen. Ein Frühstück für Neugierige aus regionalen und saisonalen Produkten wird am Tisch serviert.

  • Tipp 5: Backkurse in Lana

Gleich hinter den Stadttoren Merans kann man seine Talente bei Brotbackkursen testen. Die werden vom Familienunternehmen „Meraner Mühle“ angeboten. Der heute riesige und moderne Betrieb liegt in Lana, etwas südlich von Meran. Für alle Privatpersonen, die Brot- bzw. Backkultur lieben, hat man hier die Tore geöffnet. So gibt es ein kleines Backmuseum, das „Panetarium“. Hier trifft kräftiges Roggenbrot auf luftiges Weizen-Ciabatta, Sauerteig auf Hefeteig. Im Shop können Hobbybäcker alles bekommen, was sie brauchen für Daheim. Außerdem werden offizielle Backkurse angeboten, die jeder Hobbybäcker buchen kann. Geleitet werden die Kurse von den besten Bäckern der Region. Dazu zählt auch Hannes Schwienbacher von der Bio-Bäckerei „Ultner Brot“, der sich mit Leib und Seele dem Handwerk verschrieben hat und auf alte Backtraditionen setzt. So backt er gern mit dem wiederentdeckten Südtiroler Getreide, das als „Regiokorn/ Regiograno“ vermarktet wird.

Raus auf’s Land! Almkultur in Hafling und Vöran

Auf dem Weg gen Süden, also Richtung Trient, machen Tamina Kallert und Björn Freitag Stopp in Hafling und Vöran – die Orte liegen auf einem Hochplateau oberhalb von Meran. Hier gibt es sanfte Hügel, umrandet von einer imposanten alpinen Kulisse. Die Kirche St. Kathrein ist ein Wahrzeichen der Region. Die beiden kehren im Waldblichl ein, einem typisch Südtiroler Gasthof, und kochen hier zusammen mit der Chefin Claudia Laner Wildkräuterknödel und eine mediterran-alpin gefüllte Forelle. Gut gestärkt geht’s dann weiter – in der nächsten Folge wird die Kulturstadt Trient Ziel der Genussreise von Tamina und Björn.

Kulinarisches Meran

Das hat Meran zu bieten.

Das Bild zeigt das fertige Gericht aus Südtirol, das Südtiroler Schüttelbrot

Südtiroler Schüttelbrot
Die würzigen, dünnen Knusperfladen sind über die Grenzen von Südtirol hinweg bekannt und werden auch in Deutschland gern gegessen. Das Brot ist sehr trocken und damit leicht und lange haltbar, das ist sehr praktisch, wenn man in den Bergen wandern geht. Die Würzmischungen sind von Bäcker zu Bäcker verschieden, oft werden Kümmel, Anis und Brotklee bzw. Bockshornklee verwendet. Der sehr flüssige, überwiegend aus Roggenmehl und mit Hefe hergestellte Teig wird traditionell vor dem Backen von Hand auf runden Holztellern „geschüttelt“. Dadurch wird das Brot so dünn.

Südtiroler Schüttelbrot
Die würzigen, dünnen Knusperfladen sind über die Grenzen von Südtirol hinweg bekannt und werden auch in Deutschland gern gegessen. Das Brot ist sehr trocken und damit leicht und lange haltbar, das ist sehr praktisch, wenn man in den Bergen wandern geht. Die Würzmischungen sind von Bäcker zu Bäcker verschieden, oft werden Kümmel, Anis und Brotklee bzw. Bockshornklee verwendet. Der sehr flüssige, überwiegend aus Roggenmehl und mit Hefe hergestellte Teig wird traditionell vor dem Backen von Hand auf runden Holztellern „geschüttelt“. Dadurch wird das Brot so dünn.

Regiokorn – Getreide mit Tradition
Zutaten aus der Region werden in Südtirol sehr gern verwendet, das gilt neuerdings auch wieder für Getreide. Einst waren fast alle Kornfelder in Südtirol verschwunden. Moderne Infrastruktur machte dann den Apfel- und Weinanbau lukrativer – so verdrängte das Obst Roggen, Dinkel & Co. fast vollständig. Bis einige Bäcker wieder mit dem regionalen Getreide backen wollten. Da tat sich das Familienunternehmen „Meraner Mühle“ mit den Landwirten zusammen – heute sind es knapp 60 - und siehe da – das Südtiroler Getreide landet nun wieder unter dem Namen „Regiokorn/ Regiograno“ auf den Frühstücksbrettchen der Verbraucher.

Südtiroler Speck
Tiroler und Südtiroler Speck, gibt’s da einen Unterschied? Ja, z.B. werden sie über unterschiedlichem Holz geräuchert und auch die Gewürze sind etwas anders. Für den zertifizierten Südtiroler Speck gilt: wenig Salz, wenig Rauch und viel frische Bergluft. Der Südtiroler Bauernspeck ist eine besondere Spezialität! Er wird nicht nur in Südtirol hergestellt, sondern die Schweine, die das Fleisch liefern, sind hier auch aufgewachsen – und zwar artgerecht. Er wird traditionell zum Genuss sehr fein geschnitten. Es ist eine rare Delikatesse, sehr mürbe, der Speck zergeht auf der Zunge.

Tipps für Weinfreunde
Überall rund um Meran sieht man Weinreben, die sich an die Berge schmiegen. Der Weingenuss steht so auch für einige Spazier- und Wanderwege in der Region Pate. So ist z.B. der Marlinger Weinkulturweg sehr beliebt. In Kaltern am See kann man das Südtiroler Weinmuseum besuchen. Und die Südtiroler Weinstraße kann man per „Wine & Bike“ oder WineSafari erkunden.

Tipp: Authentische Traditionsküche erkennen
In Südtirol gibt es so einige offizielle Initiativen, mit denen Betriebe gekennzeichnet werden, die frisches Essen mit regionalen und saisonalen Produkten kochen. Bei der „Meraner Genusswerkstatt“ werden in Gaststätten Rezepte mediterraner und alpiner Küche zusammengeführt. In den Südtiroler Bergen sollte man auf das Qualitätszeichen „Echte Qualität am Berg“ achten. Eine weitere Initiative heißt „Südtiroler Gasthaus“.

Sehenswürdigkeiten in Meran

Das gibt es in Meran zu sehen.

Das Bild zeigt die zwei Häuserreihen mit romantischen Laubengängen, dazwischen eine urige Gasse.

Lauben
Zwei Häuserreihen mit romantischen Laubengängen und dazwischen eine urige Gasse – so präsentiert sich die wichtigste Einkaufsstraße Merans, die Laubengasse oder Via Portici. Es macht Spaß, unter den Arkaden entlangzubummeln.

Lauben
Zwei Häuserreihen mit romantischen Laubengängen und dazwischen eine urige Gasse – so präsentiert sich die wichtigste Einkaufsstraße Merans, die Laubengasse oder Via Portici. Es macht Spaß, unter den Arkaden entlangzubummeln.

Historisches Kurhaus
Die Geburtsstunde Merans als Kurort wird auf das Jahr 1836 datiert und hatte vor allem etwas mit dem milden Klima und der guten Luftqualität zu tun. Nacheinander eröffneten die Wandelhalle und das prachtvolle Kurhaus. Heute beherbergt Letzteres den „PUR“-Markt für regionale Lebensmittel.

Therme Meran
Die moderne Therme ist das Herz des modernen Merans. Die riesige Anlage ist in der Innenstadt direkt am Fluss Passer zu finden. Die Wellnessoase hat einen großen Outdoorbereich.

Die Passer
Der Fluss „Passer“ wurde einst begradigt und der gesamte Verlauf durch die Stadt wurde in eine Naherholungszone mit Kurpromenade, Parks und Wanderwegen umgewandelt. Meran-Besucher erfreuen sich an dem rauschenden Wasser, das dank diverser Brücken überquert werden kann.

Gilfschlucht – gewaltige Natur
Meran ist eine Stadt, die man sich „erwandern“ kann – dafür muss man nicht einmal topfit sein. Die sanften Wege entlang der Passer bis zur „Römerbrücke“ und der Gilfschlucht sind sehr einladend. In der engen Schlucht wird es spektakulär – das Wasser der Passer bäumt sich auf und stürzt wie wildgeworden an den schroffen Felsen entlang.

Tappeinerweg – bummeln mit Blick auf die Stadt
Ca. 6 km lang ist der promenadenartige Wanderweg oberhalb von Meran am Hang des Küchelberges. Man kann bis hoch nach Dorf Tirol laufen. Die Botanik ist mediterran und alpin und damit sehr abwechslungsreich. Der Panoramablick ist ausgesprochen reizvoll. Teilweise führt die Strecke auch an Weinbergen vorbei.

Pulverturm – der beste Ausblick
Einen wunderbaren Blick auf das gesamte Burggrafenamt mit dem Etschtal und Meran hat man von der Aussichtsplattform des Pulverturms.

Passeirertor und Steinachviertel
Durch das Passeirer Tor betritt man die Altstadt Merans – es ist eines von 3 erhaltenen Eingangstoren durch die historische Stadtmauer. Das Steinachviertel ist das älteste Stadtviertel Merans. Es sind nur ein paar Gassen, aber es ist sehr entspannend, hier entlangzuschlendern.

Pfarrkirche St. Nicolaus
Das Wahrzeichen der Stadt Meran ist sicherlich die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Nicolaus. Sie steht mitten in der Altstadt am oberen Ende der Laubengasse. Die katholischen Gottesdienste kann man online per Live-Stream verfolgen.

Christuskirche
Die etwas mystisch anmutende evangelische Christuskirche liegt direkt an der Passerpromenade und ist einen Besuch wert. Auch den Spaziergang entlang eines ruhigeren Streckenabschnitts mit riesigem Baumbestand sollte man sich nicht entgehen lassen.

Sissi-Denkmal
Sissi, die berühmte Kaiserin Elisabeth von Österreich, war begeisterter Kurgast Merans. Das Denkmal im nach ihr benannten Park ist ein beliebtes Fotomotiv – von hier hat man außerdem einen schönen Blick auf die Stadt.