16. Mai 1929 – Erste Verleihung der "Academy Awards" in Hollywood

Erste Verleihung "Academy Awards" (Oscar)

Stichtag

16. Mai 1929 – Erste Verleihung der "Academy Awards" in Hollywood

Ende der 20er Jahre ist Hollywood in einer Krise. Der Rundfunk macht dem Stummfilm lautstark Konkurrenz. Rund 1.500 Radiostationen sorgen dafür, dass das Publikum zuhause bleibt. Zudem gibt es Schwierigkeiten mit den Gewerkschaften. Und das als unsittlich verschriene Kino hat Probleme, gesellschaftlich anerkannt zu werden.  

Produzenten, Drehbuchautoren, Schauspieler, Techniker und Regisseure zerbrechen sich in Los Angeles die Köpfe, wie sie und ihre Arbeit mehr Renommee erhalten könnten. Das ist die Geburtsstunde des Oscars.

Ohne Glamour

1927 schließen sich 36 Filmschaffende, unter ihnen viele Studiobesitzer, zur Academy of Motion Pictures Arts and Sciences (AMPAS) zusammen. Die Akademie soll Filmerbe bewahren und den Ruf des Films als künstlerischen Beitrag verbessern helfen. Zwei Jahre später werden die "Academy Awards" ins Leben gerufen, um diesem Auftrag auch eine öffentlichkeitswirksame Plattform zu geben. Den Namen "Oscars" bekommen die Preise der Akademie erst Jahre später.  

Der ersten Verleihung der in 12 Kategorien vergebenen "Academy Awards" am 16. Mai 1929 in einem Hotelsaal in Hollywood fehlt noch ein wenig der Glamour. Fanfare, roter Teppich und geheimnisvoller Umschlag sind noch nicht erfunden, die Sieger stehen schon drei Monate vorher fest. 270 Gäste sind zugegen, fünf US-Dollar Eintritt haben sie bezahlt. Nach 15 Minuten ist alles vorbei.

Erster Sieger: Emil Jannings

Für seine Darstellung in den beiden Filmen "The Way of All Flesh" und "Sein letzter Befehl" erhält Emil Jannings als erster Akteur den Oscar als bester Schauspieler erhält. Über die Auszeichnung verliert Jannings daheim kein Wort. Mehr als eine nette Anerkennung ist sie für den Mimen nicht. Und auch in den USA ist die Verleihung der "Academy Awards" der Presse bestenfalls eine Kurzmeldung wert. Schon zwei Jahre später allerdings wird sie überregional bis an die Ostküste ausgestrahlt.  

Der "Oscar" ist kein Kunstwerk. 34 Zentimeter groß und fast vier Kilo schwer, verbergen sich Nickel, Kupfer und etwas Silber unter seiner vergoldeten Oberfläche. 300 Dollar ist sein Materialwert, aber die Bewunderung, die mit der ältesten noch verliehenen Auszeichnung für Filme einhergeht, ist für Preisträger inzwischen unbezahlbar. Heute wird die mit viel Pomp inszenierte Oscar-Verleihung rund um den Globus von Milliarden Menschen gesehen.

Stand: 16.07.2014

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