Alfred Hitchcock mit Möven auf seiner Schulter, "Die Vögel"

Stichtag

28. März 1963 – Uraufführung des Films "Die Vögel"

Alfred Hitchcock liebt Horror und Blondinen. Seit Ende der 50er Jahre ist der Regisseur auf der Suche nach einer Nachfolgerin für Grace Kelly, die den Fürsten von Monaco geheiratet hat und keine Rollen mehr spielen darf. Da sieht er Nathalie Kay („Tippi“) Hedren in einem Werbespot für Diätdrinks. Er lädt das Model zum Essen ein und schenkt ihr eine goldene Brosche mit drei Vögeln.

"Am Freitag, den 13. Oktober 1961 bekam ich den Anruf eines Angestellten der Universal Filmstudios", wird sich Hedren später erinnern. "Er sagte, Alfred Hitchcock wolle mit mir einen Vertrag abschließen, wenn ich mit den Bedingungen einverstanden wäre. Was sollte ich da schon antworten, wenn mir jemand eine wunderbare Karriere auf einem Silbertablett serviert." Hedren unterschreibt einen Siebenjahresvertrag. Kurz darauf beginnen die Dreharbeiten für "Die Vögel".

Hitchcocks Film basiert auf einer gleichnamigen Kurzgeschichte der britischen Schriftstellerin Daphne du Maurier aus dem Jahr 1952. Die Geschichte handelt von den verzweifelten Bemühungen eines Farmers, sich und seine Familie vor den aggressiven Angriffen wild gewordener Vögel zu retten. Der Regisseur hat sich die Filmrechte bereits seit Längerem gesichert, als er in zwei Zeitungsartikel von Vögeln liest, die tatsächlich in einer kalifornischen Kleinstadt erhebliche Verwüstungen angerichtet haben. Spätestens jetzt ist Hitchcock klar, dass er die Geschichte auch umsetzen will.

Am 28. März 1963 werden "Die Vögel" in den USA uraufgeführt. Zunächst werden die Zuschauer eine dreiviertel Stunde durch eine Liebesgeschichte gelangweilt, in der sich Tippi Hedren als Melanie Daniels in einen Anwalt verlieben muss, bevor über den kalifornischen Küstenort Bodega Bay das Grauen in Form von Möwen, Krähen und Spatzen hereinbricht. Dieser Teil von "Die Vögel" macht das Werk zu einem Klassiker des Horrorfilms.

"Willst du sie umbringen?"

Um die besondere Stimmung des Films echt erscheinen zu lassen, lässt Hitchcock seiner Hauptdarstellerin fünf Tage lang immer wieder lebende Vögel ins Gesicht werfen. Danach entsteht die entsprechende Szene, nach der Hedren zusammenbricht. Als ein Arzt die Schauspielerin eine Woche lang krankschreiben will, verhindert Hitchcock dies. "Willst du sie umbringen?“, habe der Arzt den Regisseur angefahren, wird Hedren später sagen.

Nach "Die Vögel" dreht Hedren nur noch "Marnie" (1964) mit Hitchcock, danach noch einmal in "Die Gräfin von Hongkong" (1967) mit Charlie Chaplin, dann ist erst einmal ihre Kinokarriere vorbei. Hedren macht Hitchcock dafür verantwortlich. Denn nach den Horrordreharbeiten zum Horrorfilm will sie nur noch heraus aus ihrem Siebenjahresvertrag. Hitchcock droht ihr damit, ihre Karriere zu zerstören. "Tu, was du tun must", habe sie ihm entgegnet, erinnert sich Hedren. "Und genau das hat er getan".

Stand: 28.03.2013

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