14. März 1912 – Bandleader Les Brown geboren

Bandleader Les Brown (rechts) Anfang der 40er Jahre mit seiner Sängerin Doris Day und seinem Arrangeur Butch Stone

Stichtag

14. März 1912 – Bandleader Les Brown geboren

Mitte August 1945 versammelt sich eine riesige Menschenmenge auf dem Times Square in New York. Kurz zuvor hat Japan seine bedingungslose Kapitulation erklärt, jetzt feiern zwei Millionen US-Bürger das Ende des 2. Weltkriegs. Sinnbild dieser spontanen Freude werden die Matrosen der Marine, die küssend über den Times Square ziehen.

Zum Willkommenslied der heimkehrenden Soldaten wird "Sentimental Journey", gesungen von der späteren Schauspielerin Doris Day. Der Song stammt aus der Feder des Bandleaders Les Brown und bleibt 23 Wochen lang in den Billboard Charts für die meistverkauften Hits – teils sogar auf dem ersten Platz.

Konzert in langen Hosen

Brown wird am 14. März 1912 in Reinerton im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Brotberuf und Leidenschaft seines Vaters erweisen sich als zweifacher Glücksfall: Als Bäcker kann er seine Familie auch in Krisenzeiten gut ernähren, als Hobbymusiker lenkt er seinen Sohn in die richtige Richtung. Mit dem Saxophon seines Vaters hat der Neunjährige seinen ersten professsionellen Auftritt. Die dafür notwenige lange Hose muss er sich von einem Nachbarsjungen leihen.

1938 erhält Brown seinen ersten Plattenvertrag. Da hat er bereits ein Studium am Musikkonvervatorium hinter sich und lebt in New York. Mit "Make With The Kisses" schafft er es ein Jahr später erstmals in die US-amerikanischen Hitparaden.

An der Seite von Bob Hope

Berühmt werden Les Brown und seine große "Band of Renown" an der Seite des Entertainers Bob Hope. Über 50 Jahre währt die Zusammenarbeit, während derer die Bigband in Radio-, Bühnen- und Fernsehshows auftritt. Die bei 18 Tourneen zu den amerikanischen Truppen aufgezeichneten "Bob Hope Christmas Specials" gehören zu den meistgesehenen Shows der TV-Geschichte.

In den 40er Jahren variiert Brown seine Arrangements, indem er stärker Solistenparts mit aufnimmt. In dieser Zeit stößt Doris Day zur Band und wird ab 1943 für drei Jahre als Sängerin ein fester Bestandteil. In einer Zeit, die gemeinhin durch ein großes Bigband-Sterben gekennzeichnet ist, gelingt es Brown, neun weitere Songs mit Day auf Platz eins der Charts zu platzieren.

Eintrag ins Guiness-Buch

Während seiner aktiven Zeit begleitet Brown nahezu alle großen Stars der amerikanischen Musikindustrie, darunter Größen wie Frank Sinatra, Ella Fitzgerald oder Nat "King" Cole. 1996 erhält er für das am längsten existierende Unterhaltungsorchester einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde.

Fünf Monate vor seinem Tod hat Brown seinen letzten Auftritt. Da ist ihm seine Erkrankung an Lungenkrebs schon bekannt. Er stirbt 2001 in Los Angeles.

Stand: 14.03.2012

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Stand: 14.03.2012, 00:00