13. Mai 1941 - Senta Berger wird geboren

Senta Berger

13. Mai 1941 - Senta Berger wird geboren

Senta Bergers Vater ist ein verkannter Künstler, geprägt von Weltschmerz und Selbsthass, ihre Mutter der gute Geist des Hauses, voller Lebensfreude. "Meine Eltern haben diese beiden Gegensätze verkörpert", wird die Schauspielerin später sagen. "Mein Vater, der Misanthrop, der Pessimist, der Skeptiker. Meine Mutter, die dem Leben Zugewandte, Heitere, Vertrauensvolle. Und ich habe von beiden etwas."

Star des "Verdrängungsfilms"

Geboren wird Berger am 13. Mai 1941 in Wien. Groß wird sie mit Musik. Als Kind bekommt sie von einem Lebensmittelhändler Zuckerstücke als Honorar für ihren Gesang. Bei einem Filmdreh in ihrer Schule legt sie sich als Komparsin so ins Zeug, dass sie 1957 das Angebot erhält, in zwei Heimatfilmen mitzuspielen. Im selben Jahr bewirbt sie sich als damals jüngste Anwärterin erfolgreich am Wiener Max-Reinhardt-Seminar.

Eines Tages besucht der Schauspieler Yul Brynner gemeinsam mit dem Produzenten Anatole Litvak die Schauspielschule. Das Duo unterbreitet Berger das Angebot, eine kleine Rolle im Film "Die Reise" (1958) zu übernehmen. Nach einem Engagement am Wiener Theater in der Josefstadt holt sie der bekannte Produzent Artur Brauner 1960 wieder zum Film. Berger unterschreibt einen Vertrag, der sie verpflichtet, jährlich in vier Filmen mitzuspielen. So wird sie eine der Hauptfiguren in den so genannten Verdrängungsfilmen der Nachkriegszeit, darunter "Junge Leute brauchen Liebe" (1961) oder "Immer Ärger mit dem Bett" (1961).

"La Berger"

1962 bricht Berger ihren Vertrag und geht nach Hollywood, wo sie mit Stars wie John Wayne, Frank Sinatra, Kirk Douglas oder Charlton Heston dreht. Ein Jahr später lernt sie ihren späteren Mann, den Filmregisseur Michael Verhoeven kennen, mit dem sie bis heute verheiratet ist und zwei Söhne hat. Gemeinsam gründen sie eine Produktionsfirma und übersiedeln 1969 nach Rom. An der Seite von Ugo Tognazzi dreht Berger in Cinecittà 1970 "Die Quadratur der Liebe": ein Riesenerfolg, der die Italiener fortan von "La Berger" schwärmen lässt.

International ist Berger nun ein Star. Die Regiezunft des neuen deutschen Films zeigt ihr aufgrund ihrer Filmkomödienvergangenheit allerdings die kalte Schulter. Nur in je einem Film von Wim Wenders und Volker Schlöndorff spielt sie mit. Zwischen 1974 und 1982 gibt Berger bei den Salzburger Festspielen die Buhlschaft im "Jedermann" neben Curd Jürgens und Maximilian Schell. Erst 1986 gelingt ihr mit ihrer Rolle als Freundin des Reporters Baby Schimmerlos in Helmut Dietls TV-Serie "Kir Royal" auch im deutschsprachigen Raum ein filmisches Comeback. 1989 folgt "Die schnelle Gerdi" nach einer Idee ihres Mannes Michael Verhoeven.

2003 und 2010 erhält Berger den Grimme-Preis. Heute lebt sie in München und Berlin.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.05 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 13. Mai 2016 ebenfalls an Senta Berger. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

Stand: 13.05.2016, 00:00