19. März 1935 - Igor Sikorsky erhält Patent für Hubschrauber

Hubschrauber Sikorsky S58

19. März 1935 - Igor Sikorsky erhält Patent für Hubschrauber

Hubschrauber gehören wohl zu den beeindruckendsten aller Flugmaschinen. Sie können senkrecht in die Höhe steigen, rückwärts und seitwärts fliegen und sich um die eigene Achse drehen.

Einer, der von diesen "Akrobaten der Lüfte" schon früh fasziniert ist, ist Igor Sikorsky. Der gebürtige Russe fertigt schon mit zwölf Jahren einen kleinen, mit Gummiband angetriebenen Hubschrauber an. Dass Sikorsky einmal maßgeblich zur Integration des Hubschraubers in unseren Alltag beitragen wird, ahnt da aber noch niemand.

Patent für den Hubschrauber (am 19.03.1935)

WDR 2 Stichtag 19.03.2020 04:16 Min. Verfügbar bis 17.03.2030 WDR 2


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Doch die Liebe zu den Flugmaschinen bleibt. Sikorsky studiert Aeronautik in Paris und entwirft 1910 seinen ersten "echten" Hubschrauber. Dieser wird jedoch nie fliegen.

Aufgeschoben, aber nie aufgegeben

Nach diesem Misserfolg wendet sich Sikorsky zunächst den Flächenflugzeugen zu. Er emigriert 1919 in die USA, wo er die Sikorsky Manufacturing Company gründet.

Aber die Idee vom Drehflügler lässt ihn nicht los, erinnert sich sein Sohn Sergej: "Über einen Zeitraum von 20, 30 Jahren arbeitete mein Vater in seiner Freizeit am Problem des Hubschraubers. Er bestand immer darauf, dass er den Hubschrauber nur aufgeschoben, aber nie aufgegeben hat."

Mit Erfolg: Am 19. März 1935 erhält Igor Sikorsky vom US-Patentamt das Zertifikat 547-343 für die erfolgreiche Lösung der Probleme, die mit Direktauftrieb-Flugzeugen verbunden sind.

Ein Haupt-, ein Heckrotor

Oben ein großer Hauptrotor, hinten ein kleiner Heckrotor - so sieht sein Hubschrauber aus. Bis heute werden rund 90 Prozent aller weltweit gebauten Hubschrauber nach diesem Prinzip konstruiert.

Bis zum ersten Flug vergehen allerdings noch ein paar Jahre. Erst im September 1939 hebt sein Hubschrauber mit dem Namen "VS-300" erstmals ab - etwa zehn Zentimeter für ein paar Sekunden. Mehr ist nicht drin.

Seenot- und Bergrettung revolutioniert

Danach aber geht alles ganz schnell. Sikorsky verbessert seinen Prototyp stetig, so dass er noch im Krieg zu Rettungsflügen eingesetzt werden kann. Später revolutionieren seine vielseitigen Senkrechtstarter die Seenot- und Bergrettung.

Ein Umstand, der Sikorsky bis an sein Lebensende stolz macht. Denn die Rettung von Menschenleben betrachtet er stets als die vornehmste Aufgabe des Hubschraubers.

In seinem letzten Brief vor seinem Tod schreibt er: "Ich habe immer daran geglaubt, dass der Hubschrauber ein einzigartiges Vehikel für lebensrettende Missionen sein würde. Und jetzt, kurz vor dem Ende meines Lebens, stelle ich mit Genugtuung fest, dass sich dies bewahrheitet hat."

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 19. März 2020 ebenfalls an Sikorskys Patent für Hubschrauber. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 19.03.2020, 00:00