7. Juli 1953 - Bundesanstalt für Flugsicherung wird gegründet

Fluglotsen im Tower des Flughafens Düsseldorf

7. Juli 1953 - Bundesanstalt für Flugsicherung wird gegründet

Am Himmel herrscht heute drangvolle Enge. Weit mehr als 3,2 Millionen Flugbewegungen sind 2017 im deutschen Luftraum registriert worden, so viele wie nie zuvor. Etwa 2.000 Fluglotsen der privatwirtschaftlichen Deutschen Flugsicherung DFS GmbH, die aber zu 100 Prozent dem Bund gehört, überwachen alle Starts und Landungen sowie die Höhen und Abstände der Flugzeuge.

Vor 65 Jahren gleicht der Luftraum noch einer verkehrsberuhigten Zone. Nur die Wenigsten können sich einen sündhaft teuren Flug in den Urlaub leisten oder mal eben von Köln nach Hamburg jetten. Die Kontrolle über den Himmel liegt damals noch in den Händen der Alliierten. Das ändert sich im März 1953 mit dem Erlass des "Gesetzes über die Bundesanstalt für Flugsicherheit".

Bundesanstalt für Flugsicherung gegründet (am 07.07.1953)

WDR 2 Stichtag 07.07.2018 04:16 Min. Verfügbar bis 04.07.2028 WDR 2

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Fehler gefährden Menschenleben

Am 7. Juli 1953 wird die Bundesanstalt für Flugsicherheit mit Sitz in Frankfurt gegründet. Zuerst in München, dann in Frankfurt und später in Köln übergeben die Lotsen der Besatzungsmächte die Luftraumkontrolle an zivile deutsche Kollegen, die sie selbst ausgebildet haben.

Die deutschen Fluglotsen sitzen anfangs fast völlig im Dunklen vor ihren Radargeräten, um auf ihren schwach glimmenden Bildschirmen alles erkennen zu können. Gewitterwolken sind bei ihnen gefürchtet, denn die können den Signalempfang empfindlich stören.

"Besonders gemein wurde unsere Arbeit bei Nebel", erinnert sich ein Pionier jener Zeit. Dann sind die noch nicht nach Instrumenten steuernden Piloten völlig auf die Lotsen angewiesen, deren Weisungen sie unbedingt folgen müssen. Fehler dürfen nicht passieren: "Machte ich einen Fehler, dann stand das Leben von bis zu mehreren Hundert Menschen auf dem Spiel.“

Bummelstreik der Fluglotsen

Modernere Radartechnik erleichtert den Lotsen zwar die Arbeit, mindert jedoch nicht ihre Verantwortung und den Stress angesichts ständig steigender Flugzahlen. Da sie aber als Bundesbeamte nicht einmal die Hälfte dessen verdienen, was ein amerikanischer Kollege bekommt, beginnen die Fluglotsen 1973 den ersten "Bummelstreik" der deutschen Luftfahrtgeschichte.

In zwei Phasen machen sie "Dienst nach Vorschrift", leisten keine Überstunden mehr und halten penibel die streng vorgeschriebenen Erholungspausen ein. Das führt zu einem einzigartigen Chaos am Boden und in der Luft. Nach sechs Monaten beenden die Lotsen ihre Aktionen nahezu erfolglos. Erst in den folgenden Jahren verbessern sich ihre Arbeitsbedingungen. 1993 wird die Bundesanstalt für Flugsicherung in die privatrechtlich organisierte DFS GmbH mit Sitz im hessischen Langen umgewandelt.

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Stand: 07.07.2018, 00:00