1. Januar 1972 - Maurice Chevalier stirbt in Paris

Maurice Chevalier

1. Januar 1972 - Maurice Chevalier stirbt in Paris

"Das französische Volk erkannte sich in ihm wieder und die Ausländer fanden in seiner Figur ein Abbild Frankreichs." So beschreibt Frankreichs Präsident Georges Pompidou den Sänger, Entertainer und Schauspieler Maurice Chevalier. Dessen Charme und lebenssprühendes Auftreten fasziniert Viele. Als erfolgreicher Bonvivant mit ansteckendem Lächeln gilt Chevalier als Inbegriff französischer Lebensart.

Leicht und unkompliziert ist das Leben von Maurice Chevalier nicht von Anfang an. Er wird am 12. September 1888 in Paris geboren und wächst im Arbeiterviertel Ménilmontant auf. Sein Vater ist Alkoholiker, seine Mutter kränkelt. Schon mit zehn Jahren muss Maurice arbeiten. "Ich war Schreiner, Elektriker, Puppenanmaler, Drucker, Stift bei einem Farbenhändler und schließlich Reißzwecken-Macher", schreibt er später in seinen Memoiren.

Karrierestart als Kind

Mit zwölf Jahren will Maurice Geld als Sänger verdienen. Im "Café des Trois Lions" stellt er sich an einem Samstagabend auf die Bühne und legt los. Das Publikum lacht schallend, was der Junge für einen Erfolg hält und noch lauter schreit. Dabei amüsieren sich die Leute, weil er drei Töne zu hoch singt. Aber sein Charme begeistert die Zuschauer. Ein Jahr später erhält er ein festes Engagement im "Café des Trois Lions", wo er mehrmals pro Woche auftritt - aber wenig verdient.

"Meine erste Erinnerung an das Musik-Metier ist der Tag, an dem ich zum ersten Mal drei Francs Gage bekommen habe", sagt Chevalier später. "Die Tatsache, dass man mir für etwas, das ich liebte, drei Francs bezahlte, erschien mir wie das Paradies." Er geht auf Tournee durch die Provinz und landet schließlich 1909 im bekanntesten Varieté-Theater von Paris, den "Folies Bergère". Dort wird er Partner von Mistinguett. Er verliebt sich in die Chansonnette, die berühmter und 15 Jahre älter als er ist. Die beiden werden für zehn Jahre ein Paar. "Für mich war das die vollkommenste Liebe", so Chevalier. "Miste war nicht nur eine wundervolle Geliebte, die ich wegen ihres Körpers anbetete, sondern auch eine richtige Frau, mit etwas mütterlichem Gefühl."

Ehren-Oscar für das Lebenswerk

Nach Erfolgen auf den renommiertesten Bühnen Europas geht Chevalier Ende der 1920er Jahre in die USA. Am Broadway wird er zum Weltstar und in Hollywood zu einem der bestbezahlten Schauspieler. Insgesamt dreht der Mann, der gern Strohhut, Smoking und eine Nelke im Knopfloch trägt, über 50 Filme. 1959 erhält er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. 1960 folgt ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in Los Angeles. Auch danach nimmt Chevalier weltweit an Galas teil, ist Ehrengast bei Premieren und wird von Staatsmännern wie Charles de Gaulle und Dwight D. Eisenhower eingeladen.

1968 verkündet Chevalier mit 80 Jahren das Ende seiner Karriere. Das ständige Reisen sei ihm zu anstrengend geworden. Zwei Jahre später singt er für seinen Freund Walt Disney den Titelsong zu dessen Film "Aristocats". Am 1. Januar 1972 stirbt Maurice Chevalier in Paris im Alter von 83 Jahren an Herzversagen.

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