21. Februar 1848 - Marx und Engels veröffentlichen das Kommunistische Manifest

Eine 1978 im Dietz-Verlag Berlin erschienene originalgetreue Reproduktion der Erstausgabe des "Manifestes der Kommunistischen Partei"

21. Februar 1848 - Marx und Engels veröffentlichen das Kommunistische Manifest

Eine kurze Einleitung und vier Kapitel auf insgesamt 30 Seiten - Karl Marx und Friedrich Engels skizzieren in ihrem "Manifest der Kommunistischen Partei" die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts. Darunter leide hauptsächlich das Proletariat. Der Ausweg der Autoren: eine Revolution.

Die Schrift erscheint am 21. Februar 1848 anonym in London. Verfasst ist das Manifest für den im Jahr zuvor in London entstandenen "Bund der Kommunisten". Es ist das erste Grundsatzprogramm der Arbeiterbewegung und beginnt mit dem Satz: "Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus."

Das Kommunistische Manifest erscheint (am 21.02.1848)

WDR 2 Stichtag 21.02.2018 04:14 Min. Verfügbar bis 19.02.2028 WDR 2

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Diagnose: Anhaltende Klassenkämpfe

Der zweite Satz macht die Fronten klar: "Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche Polizisten." Die Analyse von Marx und Engels lautet: "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen."

Unterdrücker und Unterdrückte hätten stets im Gegensatz zueinander gestanden - und "einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf" geführt. Die gegenwärtige "Epoche der Bourgeoisie" spalte sich "in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat".

"Freie Entwicklung aller"

Marx und Engels beschreiben eine Welt im Wandel - mit Sätzen, die aktuell klingen: "An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit voneinander." Und: "Es werden durch den Fortschritt der Industrie ganze Bestandteile der herrschenden Klasse ins Proletariat hinabgeworfen oder wenigstens in ihren Lebensbedingungen bedroht."

Die beiden Autoren fordern den Klassenkampf des internationalen Proletariats als Mittel zur Überwindung des Kapitalismus. Sie gehen davon aus, dass an die Stelle der bürgerlichen Gesellschaft etwas tritt, "worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist".

Nur "ihre Ketten" zu verlieren

Das Manifest endet kämpferisch: "Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen." Dem folgt der Schlusssatz: "Proletarier aller Länder, vereinigt euch."

Ein erster Versuch, die Verhältnisse nach den Ideen von Marx und Engels grundlegend zu verändern, ist die Russische Oktoberrevolution von 1917.

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Stand: 21.02.2018, 00:00