2. März 1925: Friedrich-Ebert-Stiftung wird gegründet

Archivbild: Das Logo der Friedrich-Ebert-Stiftung, aufgenommen am 07.05.2019 in Berlin im Rahmen der Konferenz re:publika

2. März 1925: Friedrich-Ebert-Stiftung wird gegründet

Trotz starker Bauchschmerzen geht Friedrich Ebert im Februar 1925 nicht zum Arzt. Zu sehr ist der Reichspräsident mit Politik und der Abwehr von persönlichen Angriffen beschäftigt. Eine fatale Nachlässigkeit des SPD-Politikers. Er stirbt am 28. Februar 1925 mit nur 54 Jahren an einem Blinddarmdurchbruch.

In seinem Testament verfügt Friedrich Ebert, dass eine Stiftung gegründet werden soll mit dem Ziel, "Menschen aller Schichten im demokratischen Geist zu erziehen, das Verständnis zwischen Deutschland und den Nachbarn zu verbessern und begabte junge Menschen zu fördern". Friedrich Ebert weiß aus jahrzehntelanger politischer Erfahrung: "Demokratie braucht Demokraten."

Gründung der Friedrich Ebert Stiftung (am 02.03.1925)

WDR 2 Stichtag 02.03.2020 04:09 Min. Verfügbar bis 28.02.2030 WDR 2

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Stipendien statt Kränze

Diese Demokraten soll die neue Stiftung ausbilden. Das SPD-Zentralorgan "Vorwärts" bittet am 2. März 1925 im Sinne des Verstorbenen, von "Kranzspenden und Entsendung von Deputationen abzusehen und dafür vorgesehene Beträge der Stiftung zuzuführen". Der Spendenaufruf markiert die Gründung der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Mit dem Geld soll vor allem Arbeiterkindern ein Studium ermöglicht werden. Immerhin hatte Ebert als siebtes Kind eines Schneiders selbst die Benachteiligung im Bildungssystem erlebt. Bis Ende 1931 fördert die Friedrich-Ebert-Stiftung 295 Studenten mit 52.000 Reichsmark.

Vorbild für andere politische Stiftungen

Das NS-Regime verbietet 1933 die sozialdemokratische Einrichtung. Nach der Wiederbelebung 1947 wird die Stiftung zum Vorbild für andere parteinahe Stiftungen in Deutschland.

Die Ziele haben sich seit der Gründung nicht verändert: "Eine Demokratie ist nichts, was man hat, sondern etwas, das man sich stets erarbeiten muss." Immer wieder, über neun Jahrzehnte hinweg.

Wenig Vertrauen in Staat und Politik

Einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2019 zufolge sind weniger als die Hälfte der Menschen in Deutschland zufrieden damit, wie die Demokratie funktioniert. Besonders sozial schlechter Gestellte haben wenig Vertrauen in Staat und Politik.

Und in Deutschland ist Bildungserfolg immer noch stärker von der Herkunft der Eltern und auch vom Einkommen der Eltern abhängig als in anderen Ländern.

Weltweite politische Bildung

Das will die Friedrich-Ebert-Stiftung im Sinne ihres Gründungsvaters weiterhin ändern und soziale Ungleichheit abbauen. So werden auch heute Studierende aus hochschulfernen Haushalten bevorzugt ausgewählt. Daneben fördert die Stiftung die politische Bildung und internationale Zusammenarbeit an mehr als 100 Standorten weltweit.

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