18. August 1936 - Geburtstag von Robert Redford

Robert Redford bei einer UN-Klimakonferenz 2015 in New York

18. August 1936 - Geburtstag von Robert Redford

"Seinen Einfluss auf die Filmbranche kann niemand auslöschen", sagt Barbra Streisand als sie Robert Redford 2002 den Ehrenoscar überreicht. In mehr als 70 Filmen hat er mitgespielt. Hat strahlend blauäugig, blond und gutaussehend die Zuschauer beeindruckt - als Bandit und Agent, als Journalist und Politiker, als Naturbursche und Sportler.

In den 1970er-Jahren ist er einer der Hollywoodstars, die mit ihren Filmen am meisten Geld an den Kinokassen einbringen. Er prägte Filmklassiker wie "Die Unbestechlichen" (1976), "Brubaker" (1980), "Jenseits von Afrika" (1985) oder "Ein unmoralisches Angebot" (1993). Bei rund einem Dutzend Filme führte er auch Regie.

So erfolgreich konnte er nur werden, weil hinter seiner schönen Hülle mehr steckt. Die Schauspielerin Kristin Scott Thomas, seine Partnerin im Film "Der Pferdeflüsterer", sagt über ihn: "In allen Rollen, die er spielt, ist er erschütternd gut aussehend. Gleichzeitig bekommt man eine Ahnung, dass unter der Oberfläche etwas ist, das nicht immer schön anzusehen ist."

"Ich bin komplett vom Weg abgekommen"

Sinnsuche und Rebellion treiben Charles Robert Redford, geboren am 18. August 1936 in Santa Monica, Kalifornien, durchs Leben. Seine Mutter stirbt, als er 19 Jahre alt ist. Er schmeißt sein Sportstipendium hin, sitzt wegen Diebstahls im Knast, schaufelt Schlamm auf Ölfeldern und trampt durch Europa. Er durchlebt Drogen- und Alkoholexzesse und scheitert an dem Versuch, Maler zu werden.

"Ich bin komplett vom Weg abgekommen. Ich war getrieben, haltlos und fühlte mich völlig verloren. Ich war auf der Suche, nach einem Ziel und mir selbst, habe mich in Extremsituationen gebracht und glaubte wirklich, verrückt zu werden", sagte er einmal in einem Interview.

Doch dann trifft er Lola Van Wagenen, eine Historikerin und Umweltaktivistin. Mit ihr wird er 27 Jahre verheiratet sein und vier Kinder bekommen. Seinen inneren Zorn lebt er bald an der Schauspielschule in New York aus. "Ich habe jahrelang Energie darauf verschwendet, mich und andere zu zerstören. Diese Energie konnte ich jetzt in meinen Figuren bündeln. Die Schauspielerei hat mich wirklich gerettet", sagte Redford über sich selbst.

Natur spielt die Hauptrolle

Die Gaunerballade "Zwei Banditen" (1969) bringt den Durchbruch. Männlich, markig und strohhalmkauend spielt er den Sundance Kid – und löst eine Hysterie aus. Fortan spielt er gegen seine Schönheit an, wählt seine Projekte mit Bedacht. Er macht nie Popcorn-Kino, sucht ehrliche, intelligente Geschichten. Das können Agententhriller sein, Gangster-Komödien, politische Dramen oder Liebesromanzen mit Tiefgang. Seit 1981 richtet er zudem das "Sundance Festival" aus, ein wichtiges Filmfestival für die Independent-Szene.

Redford selbst sagt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, er arbeite auf der Suche nach dem "eigenen Platz im großen Weltgetriebe" immer auch persönliche Probleme in seine Filme ein. Die mythisch erhöhte Natur spielt in vielen seiner Filme die Hauptrolle, so auch in einem seiner letzten Filme "All is Lost" (2013).

Häufig zieht er sich auch privat ins Bergland von Provo in Utah zurück, wo er mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars zusammenlebt.

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Stand: 18.08.2016, 00:00