4. April 1979 - Geburtstag von Heath Ledger

Heath Ledger, Aufnahme von 2007

Stichtag

4. April 1979 - Geburtstag von Heath Ledger

Heath Ledger schuf mit seiner Verkörperung des Jokers im Batman-Film "The Dark Knight" eine Ikone der Filmgeschichte. Wer ihn in dieser Rolle gesehen hat, vergisst ihn nie. "Ich bin das Chaos. Und weißt du, was Chaos ist? Es ist fair!", sagt er im Film als psychopathischer Clown, speichelleckend, schmatzend, mit verschmierter Schminke, irrem Lachen und toten Augen. Zur Vorbereitung hatte der Schauspieler einen Monat allein in einem Hotelzimmer gelebt und sich so in das schrille Monster hineingesteigert. Wem er den Joker vorspielte, war schockiert.

"Ich möchte nie das Gefühl haben, alles erreicht zu haben"

Als Ledger mit 28 Jahren in New York an einem Medikamentenmix stirbt, verschwindet einer der besten Schauspieler seiner Generation. Vergleiche mit James Dean werden gemacht, der mit 24 Jahren bei einem Autounfall gestorben war und ebenfalls posthum für zwei Oscars nominiert wurde. Wer mit Ledger gearbeitet hatte, erlebte einen Darsteller, der die banalsten Rollen spielte, als ginge es um sein Leben. Doch seinem außergewöhnlichen Talent hat er nie getraut. "Ich möchte nie das Gefühl haben, alles erreicht zu haben. Wenn ich mir zu stark auf die Schulter klopfe, lasse ich nach. Das ist nicht gut fürs Ego", sagte er einmal in einem Interview.

Seine Karriere wird zur Achterbahnfahrt

Heathcliff - nach dem düsteren Helden aus Emily Brontës "Sturmhöhe" - nennen ihn die Eltern, als er am 4. April 1979 im australischen Perth geboren wird. Schon im Schultheater fällt der stille Junge durch seine Ausstrahlung auf. Mit 16 Jahren spielt er in einer Fernsehserie mit, drei Jahre später erreicht er bereits Hollywood. Bekannt und zum Teenie-Schwarm wird er mit der High School-Komödie "Zehn Dinge, die ich an dir hasse" (1999). Hollywood würde den 19-Jährigen gern als neues Sex-Idol vermarkten – zumal amtierende Herzensbrecher wie Brad Pitt und Johnny Depp gerade in die Jahre kommen. Doch der eigensinnige Australier will nicht immer in dieselbe Rolle schlüpfen.

Seine Karriere wird zur Achterbahnfahrt: Anspruchsvolle und seichte Filme wechseln sich ab, manche sind erfolgreich, andere regelrechte Flops. 2001 überzeugt er in Marc Forsters "Monster's Ball" als Sohn eines Henkers, der sich vor den Augen des kaltherzigen Vaters erschießt. Mit 25 Jahren nimmt Heath Ledger eine Rolle an, die viele andere seiner Kollegen aus Angst um ihre Karriere abgelehnt hatten. In "Brokeback Mountain" spielt er den wortkargen Cowboy Ennis, der sich beim Schafehüten in seinen Kollegen Jack verliebt. Selten waren unterdrückte Gefühle und sehnsüchtiges Verlangen so eindringlich auf der Leinwand zu sehen. Ledger wird als schwuler Cowboy weltberühmt. Er zieht mit Filmpartnerin Michelle Williams nach New York, wo beide 2005 eine Tochter bekommen. Doch schon zwei Jahre später zerbricht die Beziehung. Umso mehr stürzt er sich in die Arbeit. Nach "The Dark Knight" dreht er "Das Kabinett des Dr. Parnassus".

Regisseur Gilliam: "Es war, als läge sein Herz offen"

"Heath konnte seine Verletzlichkeit ganz offen zeigen. Es war, als läge sein Herz offen und würde für alle sichtbar schlagen", sagt der Parnassus-Regisseur Terry Gilliam über den Schauspieler. Während der Dreharbeiten wird Ledger von Depressionen und massiven Schlafstörungen gequält. Der Film ist noch nicht fertig, als er bei einem Zwischenstopp in New York am 22. Januar 2008 an einem Cocktail aus Schlaf- und Beruhigungsmitteln stirbt. Die Einnahme war wohl ein Versehen. Seinen sensationellen Erfolg als Joker erlebt er nicht mehr: Posthum erhält er 2009 den Oscar als bester Nebendarsteller.

Stand: 04.04.2014

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